Egnach soll einen Hochstammplatz und eine Heizzentrale als Gegenleistung für die Umzonung einer Industriebrache bekommen

Am Dienstagabend orientierte der Gemeinderat über die Ortsplanungsrevision. Brisant ist vor allem die geplante Umzonung des Thurella-Areals. Die Behörde musste sich vorwerfen lassen, schlecht verhandelt zu haben.

Trudi Krieg
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Stehen vor dem neuen Zonenplan: Roland Ebneter, Mettler2 Invest; Stephan Tobler, Gemeindepräsident; Elena Gizdovski und Andreas Niklaus von NRP AG. (Bild: Trudi Krieg)

Stehen vor dem neuen Zonenplan: Roland Ebneter, Mettler2 Invest; Stephan Tobler, Gemeindepräsident; Elena Gizdovski und Andreas Niklaus von NRP AG. (Bild: Trudi Krieg)

Man wolle die Bevölkerung mit einbeziehen und vertieft über Veränderungen informieren, sagte Gemeindepräsident Stephan Tobler an der von knapp 100 Personen besuchten Veranstaltung. Der neue Zonenplan und der alte von 2004 hingen zum Vergleich an der Wand. Der neue Plan sei auch auf der Website und auf der Bauverwaltung einsehbar.

Seit der ersten Auflage des überarbeiteten Zonenplans seien nach Einsprachen vier Anpassungen gemacht worden. Jetzt seien keine Änderungen mehr möglich, sagte Tobler. Änderungen betrafen vor allem Aufzonungen und Bereinigungen zwischen Wohn- und Arbeitszonen und Zentrumszonen.

Thurella-Areal soll zur Zentrumszone werden

Andreas Niklaus und Elena Gizdovski von NRP AG erläuterten den neuen Zonenplan. Besonders brisant ist die Umwandlung des Thurella-Areals von der Gewerbezone in die Zentrumszone Z4. Darüber wird an der Gemeindeversammlung vom 13. November gesondert abgestimmt.

Roland Ebneter von Mettler2 Invest erläuterte den provisorischen Gestaltungsplan für das Thurella-Areal. Mettler2 Invest hat mit der Thurella Immobilien AG einen Kaufrechts-Vertrag abgeschlossen. Von diesem Recht macht die Firma aber nur Gebrauch, falls die Umzonung durchkommt.

Visualisierung des Überbauungsprojektes auf dem Thurella-Areal. (Bild: PD)

Visualisierung des Überbauungsprojektes auf dem Thurella-Areal. (Bild: PD)

Geplant ist eine Überbauung mit bezahlbaren Wohnungen (2½ bis 5½ Zimmer). In einer ersten Etappe sind im westlichen Teil 60 Stück geplant. Weitere 80 Wohnungen mit Gewerbeanteil würden etwa sieben Jahre später gebaut werden.

Gemeinde erhält Entschädigung

Tobler betonte, dass es am 13. November nur um die Abstimmung zur Zonenplanänderung gehe, noch nicht um den Gestaltungsplan. Mit der Zonenplanänderung würde das Areal, zu dem auch die Firma Bresga Fenster AG gehört, aufgewertet. Mit Bresga konnte die Gemeinde eine Entschädigung von 50000 Franken abmachen.

Mit der Thurella Immobilien AG konnte ein Vertrag zu verschiedenen Leistungen, die auch Geldwerte beinhalten, ausgehandelt werden, unter anderem Erarbeitung Gestaltungsplan, Realisierung Hochstammplatz, öffentliche Parkplätze, Trottoir Bucherstrasse und regionale Heizzentrale mit Alternativenergien.

Die Verhandlungen waren zäh

Gemeindepräsident Stephan Tobler. (Bild: Marycke Frehner)

Gemeindepräsident Stephan Tobler. (Bild: Marycke Frehner)

Jemand meinte, die Gemeinde habe einen schlechten Handel gemacht. Tobler entgegnete, die Verhandlungen mit der Thurella seien zäh gewesen. Es habe einfach geheissen, sonst lasse man die Sache auf sich beruhen, und man wolle nicht auf Dauer an so zentraler Lage ein ungenutztes Areal.

Der Verwaltungsratspräsident der Thurella Immobilien AG, Heinz Stübi, nahm Stellung dazu. Von ihnen aus gesehen sei es eine Win-win-Situation, die Thurella habe keinesfalls drohen wollen. Sie hätten im Moment einfach keine andere Perspektive für das Areal.

EGNACH: Thurella-Areal: «Wir wollen nichts verschenken»

Die Entwicklung des Thurella-Areals dauert länger als geplant. Wie so oft geht es auch ums Geld. Der Gemeinderat fordert eine Gegenleistung für die vorgesehene Umzonung. Denn diese wertet das Grundstück massiv auf.
Markus Schoch

Zweites Leben für die Mosterei

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Die Thurella-Brache soll leben

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