Egnach
Schulbehörde muss zurückkrebsen: Eltern kritisieren Pläne für neun Parkplätze beim Schulhaus

An der Rechnungsgemeinde rangen die Schulbürger der Vorsteherschaft das Versprechen ab, sich die Sache nochmals zu überlegen.

Markus Schoch
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Das alte Schulhaus mit dem Spielplatz.

Das alte Schulhaus mit dem Spielplatz.

Bild: Markus Schoch

Schulpräsidentin Katrin Bressan stand am Donnerstagabend auf verlorenem Posten, als sie das Projekt von neun Parkplätzen beim Schulhaus Egnach zu verteidigen versuchte. Eine Mehrheit der 108 anwesenden Schulbürger wollte ihr nicht glauben, dass es keine andere Lösung gibt für die heute unbefriedigende Situation, die chaotisch und für die Kinder gefährlich sein soll, weil die Autos am Strassenrand stehen.

So sah es am Freitag um 13.30 Uhr beim Schulhaus aus: Am Strassenrand steht ein Auto hinter dem anderen.

So sah es am Freitag um 13.30 Uhr beim Schulhaus aus: Am Strassenrand steht ein Auto hinter dem anderen.

Bild: Markus Schoch

Kritik an den Plänen gab es bereits Ende April in einem Leserbrief. Die Verfasserin doppelte an der Rechnungsgemeinde nach. Sie habe absolut kein Verständnis dafür, dass ein beliebter Spielplatz verschwinden soll, damit es Platz für Autos gibt. Denn dieser Platz stehe bereits in nächster Nähe am Bahnhof Egnach zur Verfügung. Die Frau sagte an die Adresse von Bressan:

«Ich hoffe, die Behörde überdenkt das Projekt nochmals.»

Fussweg von 5 Minuten muss zumutbar sein

So sah es am Freitag um 13.30 Uhr auf dem Parkplatz beim Bahnhof aus: Gähnende Leere.

So sah es am Freitag um 13.30 Uhr auf dem Parkplatz beim Bahnhof aus: Gähnende Leere.

Bild: Markus Schoch

Andere Versammlungsteilnehmer bekräftigten diesen Wunsch. Wenn den Kindern ein Schulweg von einem Kilometer und mehr zugemutet werde, könne auch Lehrern und Besuchern zugemutet werden, dass sie 300 Meter vom Parkplatz zum Schulhaus gehen müssen, meinte ein Mann.

«Für mich sind die Pläne der Behörde ein bisschen ein Schnellschuss.»

Wenn es beim Bahnhof irgendwann eng werden sollte, könne sie das Projekt seinetwegen wieder aus der Schublade ziehen und zur Diskussion stellen. Aber im Moment sei dort der richtige Platz dafür.

In einer Konsultativabstimmung sprach sich eine grosse Mehrheit der anwesenden Schulbürger dafür aus, dass sich die Behörde nochmals Gedanken macht, ob die Idee mit den Parkplätzen beim Schulhaus wirklich der Weisheit letzter Schluss ist.

Übergangslösung für Schulleitung

Abgesehen davon verlief die Versammlung ruhig. Die Teilnehmer sagten einstimmig Ja zur Rechnung 2020, die mit einem Gewinn von rund 850'000 Franken abschliesst. Budgetiert war ein Minus von 230'000 Franken. Gute Nachrichten hatte Schulpräsidentin Bressan auch in personeller Hinsicht. Für die Primar-Schulleitung ist nach der Kündigung von Konrad Bühler und Céline Strebel aufs neue Schuljahr hin eine Übergangslösung gefunden worden: Sek-Schulleiter Sascha Angehrn ist vorderhand für Neukirch zuständig, Irene De Boni für Egnach und Hansjörg Aeschbacher für Steinebrunn und Hegi.

Schulpräsidentin Katrin Bressan. neugewählte Präsidentin der Schulbehörde der Volksschule Egnach.sbsb

Schulpräsidentin Katrin Bressan. neugewählte Präsidentin der Schulbehörde der Volksschule Egnach.sbsb

donato caspari

Schliesslich verabschiedete Bressan Adrian Mannhart und Pascal Leuthold, die der Behörde seit zwölf beziehungsweise acht Jahren angehören und die im Frühling nicht mehr zur Wahl angetreten waren.

Politische Gemeinde

Bester Abschluss aller Zeiten

Diskussionslos verlief die Versammlung der politischen Gemeinde. Die Rechnung schliesst mit einem Gewinn von 3,6 Millionen Franken ab. Das sei der beste Abschluss aller Zeiten, sagte Gemeindepräsident Stephan Tobler. Zum überaus guten Ergebnis haben unter anderem höhere Steuererträge, höhere Erträge beim Verkauf der Liegenschaften in Ladrüti und an der Bahnhofstrasse sowie tiefere Ausgaben beigetragen. Ja sagten die Versammlungsteilnehmer zur Einbürgerung des Pfarrerehepaars Simone Dors und Gerrit Saamer mit ihren beiden Kindern, zur Einbürgerung der Familie Peggy und Boris Palluch und zur Einbürgerung von Marlene Riescher. (mso)