Egnach
«Meine Vorfahren waren Hufschmiede»: Warum Karl Müller die neue Reithalle des Kavallerievereins unterstützt

Die Finanzierung für die neue Reithalle des Egnacher Traditionsvereins ist gesichert. Kybun unterstützt das Bauvorhaben des Kavallerievereins aus Egnach und Umgebung als Hauptsponsor. Die Firma und der Verein haben eine gemeinsame Vorgeschichte, die wohl kaum jemand kennt.

Luca Hochreutener
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v. l. n. r. : Urs Koller, CEO der Kybun AG, Annette Notz, August Rüegge und Heidi Müller vom Kavallerieverein Egnach und Umgebung, Karl Müller Jr., CEO der Joya Schuhe AG

v. l. n. r. : Urs Koller, CEO der Kybun AG, Annette Notz, August Rüegge und Heidi Müller vom Kavallerieverein Egnach und Umgebung, Karl Müller Jr., CEO der Joya Schuhe AG

Bild: Andri Vöhringer

Der Kavallerieverein Egnach und Umgebung atmet auf: Die Finanzierung der 1.3 Millionen Franken teuren Halle ist gesichert. Als Hauptsponsor konnte Kybun und Joya gewonnen werden. Der Roggwiler Schuhhersteller unterstützt den Verein mit 50'000 Franken.

Im Herbst 2021 ist Spatenstich

Die neue Halle im Oberthurgau an der Verbindungsstrasse von Frasnacht und Fetzisloh soll für die ersten zwölf Jahre den Namen «Kybun Joya Reitpark» tragen und im Frühjahr 2022 in Betrieb gehen. «Im Idealfall können wir im September oder Oktober mit dem Bau beginnen», sagt August Rüegge, Teilprojektleiter «Finanzierung & Sponsoring» der neuen Reithalle an einem Medientermin am Montag. Aufgrund der bescheidenen Infrastruktur könne eine Reithalle in der Regel schnell gebaut werden. «Im Frühling könnte vielleicht schon das erste Turnier stattfinden», sagt Rüegge.

August Rüegge

August Rüegge

Bild: Andri Vöhringer

Momentan würden die Offerten für den Bau eingeholt. Aufgrund der Covid-Pandemie habe sich die Sponsorensuche anfangs schwierig gestaltet. Zusätzlich seien die Kosten für die Rohstoffe regelrecht in die Höhe geschossen. «Am Ende sind neben der Hypothek rund 400'000 Franken nötig, um die Reithalle zu finanzieren», sagt Rüegge. Die Finanzierung setze sich in erster Linie aus Sponsoring durch Mitglieder, Firmen und Einzelpersonen, öffentliche Gelder und Crowdfunding zusammen. Mit seinen 62 mal 29 Meter soll es die grösste Reithalle im Oberthurgau werden.

Kybun Joya hat unerwartete Verbindung zum Reitsport

Karl Müller Jr.

Karl Müller Jr.

Bild: Andri Vöhringer

Umso glücklicher sei man, dass man mit Kybun Joya einen grosszügigen Sponsor gefunden habe. Die Firma setzt sich aus den beiden Firmen Kybun AG und Joya Schuhe AG zusammen. Beide haben in Roggwil ihren Hauptsitz und wurden von Vater Karl Müller und Sohn Karl Müller gegründet. Auf die Frage hin, warum ausgerechnet zwei Schuhhersteller eine Reithalle fördern antwortet Karl Müller Jr., CEO von Joya Schuhe AG: «Meine Vorfahren sind seit dem 16. Jahrhundert Hufschmiede. Der Kavallerieverein Egnach gehörte lange zu deren wichtigsten Kunden».

«Der Bau dieser Reithalle wird der Region einiges an zusätzlicher Strahlkraft geben»
Urs Koller

Urs Koller

Bild: Andri Vöhringer

Den ausschlaggebenden Impuls habe ihm dann aber seine Cousine Heidi Müller gegeben, welche selbst Mitglied des Kavallerievereins ist. Jene erschien mit der Projektleiterin Annette Notz per Ross ebenfalls zur Vertragsunterzeichnung.

Die grössten Hürden sind überwunden

Mit dem Sponsoring wolle man der Region etwas zurückgeben, sagt Urs Koller, CEO von Kybun. «Man sollte immer wissen woher man kommt. Deshalb möchten wir diesen regionalen Verein unterstützen», sagt Koller. Im obersten Stock des Kybun Towers unterzeichnete Karl Müller Jr. am 12. Juli den Sponsoringvertrag.

Karl Müller unterzeichnet den Sponsoringvertrag über 50 000 Franken.

Karl Müller unterzeichnet den Sponsoringvertrag über 50 000 Franken.

Bild: Andri Vöhringer

Anfang Juli musste der Kavallerieverein ein umfangreiches Lärmgutachten, bestehend aus 33 Seiten, einreichen. Dieses muss der Kanton zuerst noch akzeptieren, ehe die Baubewilligung erteilt wird. Danach steht dem Bau der neuen Reithalle nichts mehr im Weg.

Kavallerieverein hat momentan keine Halle

Im Jahre 1913 gegründet, kann der Kavallerieverein Egnach auf eine lange Geschichte zurückblicken. Zur aktuelleren gehört die Trennung des Vereins von der Reithalle Langgreut. Jene steht dem Kavallerieverein seit 2018 nicht mehr zur Verfügung. Nach dem Ablauf des Baurechts konnte sich der Kavallerieverein nicht mit dem Besitzer des Grundstücks einigen. Seitdem trainieren dessen Reiterinnen und Reiter übergangsweise in den Hallen anderer Vereine aus dem Oberthurgau.

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