Egnach
Der Traum droht zu platzen: Die IG Luxburg konnte nicht genug Geld sammeln für den Kauf des Schlosses

Statt 2,2 Millionen Franken kann die Gruppierung nur rund 1,8 Millionen Franken zahlen. Doch die Verantwortlichen haben die Hoffnung nicht aufgegeben.

Markus Schoch
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So oder ähnlich könnte die Luxburg nach der Sanierung aussehen.

So oder ähnlich könnte die Luxburg nach der Sanierung aussehen.

Bild: PD

Der Optimismus war zu gross. Als die Egnacher Mitte Juni ein Darlehen von 800'000 Franken sprachen für die Übernahme der Luxburg, schien das grosse Ziel in Greifweite gerückt zu sein. Gemeindepräsident Stephan Tobler zeigte sich damals «sehr zuversichtlich», dass es jetzt gelingen werde, zumindest den Kauf des Schlosses ohne Hilfe der Banken finanzieren zu können. Zweieinhalb Monate später ist der Moment der Wahrheit gekommen, und die Realität sieht anders aus.

Die Beteiligung der öffentlichen Hand hat entgegen der Erwartung nicht genug andere mögliche Geldgeber dazu verleitet, die Spendierhose anzuziehen. Bis heute hat die IG Schloss Luxburg erst Zusagen im Betrag zwischen 1,7 und 1,8 Millionen Franken. Sie zählt 272 Mitglieder und setzt sich dafür ein, dass die seit Jahrzehnten weitgehend leer stehende Liegenschaft öffentlich zugänglich wird. Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte als Besitzerin der Liegenschaft verlangt aber 2,2 Millionen Franken, die bis Ende August parat sein müssen. Und dieser Preis liegt bereits 1 Millionen unter den ursprünglichen Vorstellungen der Stiftung. Diese war der Interessengemeinschaft im März finanziell entgegengekommen, nachdem die Verantwortlichen erklärt hatten, dass sie es sonst nicht schaffen werden.

Entscheid fällt in den nächsten Wochen

IG-Präsidentin Isabel Baumgartner.

IG-Präsidentin Isabel Baumgartner.

Bild: Manuel Nagel

Wie es jetzt weitergeht, ist offen. Kürzlich ist der IG-Vorstand nochmals mit der zuständigen Immobilienverwaltung der Stiftung zusammengekommen, um erneut über einen Preisnachlass zu diskutieren, diesmal im Umfang von rund 500'000 Franken. Entschieden ist noch nichts. Die IG erwartet, dass die Würfel in wenigen Wochen fallen. Sie habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich noch alles zum Guten wende, sagt IG-Präsidentin Isabel Baumgartner. In einer Mitteilung schreibt die IG:

«Wir haben in all den Verhandlungen eine Basis des Vertrauens und des Wohlwollens gegenüber den Bemühungen der IG erlebt.»

Doch selbst wenn die IG das Schloss für 1,8 Millionen Franken kaufen könnte: Wie soll sie die nötigen fast 5,5 Millionen Franken für den Umbau und die Renovation auftreiben? Baumgartner sieht darin kein unlösbares Problem. «Es steht ausser Zweifel, dass die Erhaltung eines historischen Gebäudes, welches über Jahrzehnte nur mangelhaft unterhalten wurde, eine grosse finanzielle Herausforderung wird», schreibt die IG in der Mitteilung. Die Gespräche über einen Baukredit der Bank seien auf gutem Weg. Auch weil ihre Pläne für das Schloss Hand und Fuss haben. «Das kritische, objektive und trotzdem positive Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit bestätigt den Businessplan und das Nutzungskonzept», heisst es in der Mitteilung.

Das Schloss soll zu einem Ort der Begegnung werden.

Das Schloss soll zu einem Ort der Begegnung werden.

Bild: PD

Vorgesehen ist, die Liegenschaft Schritt für Schritt zu einem Ort der Begegnung zu machen. Es soll ein einfaches Hotel mit 18 Zimmern, zwei Ferienwohnungen, ein Bistro und zwei Säle geben.

Bevölkerung steht hinter dem Projekt

Die IG ist zuversichtlich, dass die Wiederbelebung der Luxburg gelingen kann. Die vergangenen zwei Jahre hätten ihr gezeigt, dass auf die aktive Unterstützung der Bevölkerung und des Gewerbes gezählt werden könne. Seit der Abstimmung im Juni habe das Projekt deutlich an Akzeptanz und Wertschätzung gewonnen.

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