Egnach
Die HRS drückt auf die Tube und muss trotzdem warten: Überbauung mit 47 Wohnungen stösst auf Widerstand

Der Immobiliendienstleister will in Egnach vorwärtsmachen mit dem Bau von drei Häusern am Aachweg. Doch sie braucht voraussichtlich viel Geduld.

Markus Schoch
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Die Visiere für die geplante Überbauung stehen bereits, obwohl noch nicht einmal der Gestaltungsplan genehmigt ist.

Die Visiere für die geplante Überbauung stehen bereits, obwohl noch nicht einmal der Gestaltungsplan genehmigt ist.

Bild: Markus Schoch

Der Zeitplan ist ehrgeizig. Noch in diesem Jahr will die HRS mit dem Bau der drei Häuser mit 19 Miet- und 28 Eigentumswohnungen in der Nähe des Bahnhofs beginnen. Doch ob es so schnell gehen wird, ist fraglich. Im Moment ist noch nicht einmal der entsprechende Gestaltungsplan genehmigt, der die Rahmenbedingungen festlegt. Er liegt beim Kanton, nachdem es Einsprachen gegeben hat, sagt Gemeindepräsident Stephan Tobler. Und es ist gut möglich, dass am Schluss das Bundesgericht den Fall beurteilen muss. Die Gegner des Projektes auf der grünen Wiese hinter der ehemaligen Zinctec direkt am Seeradweg jedenfalls haben angedroht, alle Rechtsmittel auszuschöpfen, wenn es nötig sein sollte.

Ungeachtet dessen hat die HRS darauf gedrängt, dass die Gemeinde bereits das Baugesuch auflegt, was sie schliesslich getan hat. Das zweigleisige Verfahren sei heute vielerorts üblich, schrieb die HRS Anfang November in einer Mitteilung. Rascher geht es damit allerdings nicht. Denn solange der Gestaltungsplan über das fast 1,5 Hektaren grosse Areal nicht rechtskräftig ist, wird die Gemeinde das Baugesuch nicht bearbeiten beziehungsweise über die Einsprachen entscheiden, die eingegangen sind, sagt Tobler.

Gemeindepräsident Stephan Tobler.

Gemeindepräsident Stephan Tobler.

Bild: PD
«Es passiert derzeit nichts. Wir warten.»

Dass es so laufen werde, hätten sie der HRS von Anfang an klar kommuniziert. Trotzdem habe der Immobiliendienstleister an seinen Plänen festgehalten. Deshalb stehen jetzt bereits die Visiere. Und möglicherweise noch Jahre, sagt Tobler. «Ich gehe davon aus, dass sich die Sache hinzieht.»

Gegner des Projektes kritisieren Verdichtung am falschen Ort

Die Gegner der Überbauung werfen dem Gemeinderat vor, Handlanger von Investoren zu sein, indem er mit einem Gestaltungsplan der HRS die Möglichkeit biete, höher zu bauen und näher an die angrenzenden Grundstücke, als es der Zonenplan beziehungsweise das Baureglement an diesem Ort erlaube. Und das, obwohl die Wiese entgegen der Darstellung der Gemeinde nicht zum Dorfkern gehöre, wo eine innere Verdichtung durchaus Sinn mache.

Visualisierung der geplanten Überbauung.

Visualisierung der geplanten Überbauung.

Bild: PD

Gemeindepräsident Tobler weist die Kritik zurück. Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, Projekte auf dafür vorgesehenen Flächen zu verhindern, sondern sie im Einklang mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Das Gebiet sei optimal an den öffentlichen Verkehr angeschlossen und liege mitten im Baugebiet. «Die Abstände gegenüber den Anstössern sind im Gegenteil über die Masse der W3 erweitert worden, die Geschossflächenziffer entsprechen dem Baureglement und die Höhen entsprechen den justizialen Bestimmungen.» Weiter sagt Tobler:

«Wir sind ausserdem angehalten, haushälterisch mit dem Boden umzugehen.»

Egnach sei weit von den Zielen der kantonalen Raumplanung entfernt. «Wir haben heute rund 40 Raumnutzer pro Hektare, wir müssten aber 62 haben.» Die Gemeinde habe deshalb auf Forderung des Kantons im Rahmen der Zonenplanrevision sechs Verdichtungspotenziale aufzeigen müssen. Eines dieser Areale ist der vorgesehene Bauplatz der HRS am Aachweg, der im kantonalen Richtplan im urbanen Raum liegt.

Parkähnliche Landschaft mit öffentlichem Fussweg

Entlang des Baches soll es einen Fussweg geben.

Entlang des Baches soll es einen Fussweg geben.

Bild: Markus Schoch

In einem Leserbrief beklagen sich Kritiker der geplanten Überbauung darüber, dass sie «ein schönes Gebiet am Waldrand» verschandle. Die drei Häuser würden relativ weit weg vom Bach mit dem Ufergehölz stehen, hält Tobler dagegen. Der Gestaltungsplan sehe eine parkähnliche Gestaltung der Freifläche vor. Zudem werde es einen öffentlichen Fussweg entlang des Gewässers geben.

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