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Eddie Daniels bringt New Yorker Groove nach Weinfelden in den Thurgauerhof

Jazzmusik-Fans kamen am Samstagabend voll auf ihre Kosten. Das Blaswerk Haag lud ein zum Konzert von Klarinettisten-Legende Eddie Daniels und Virtuose Milan Rericha. Begleitet wurden sie von der Atlantis Big Band
Vivian Vogel
Solist Eddie Daniels bei seinem Konzert in Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Solist Eddie Daniels bei seinem Konzert in Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

«Ich bin der Klang», haucht der Mann auf der Bühne ins Mikrofon. «Ihr hört mir zu, also werdet ihr auch zum Klang. Ihr spielt jetzt gerade genauso Klarinette wie ich.» Das sind nicht etwa die Worte eines Hypnotiseurs, sondern die des amerikanischen Jazz-Musikers Eddie Daniels. Er steht am Samstagabend auf der Bühne des Thurgauerhofs, ausgerüstet mit Klarinette, Saxofon und Querflöte.

Das Blaswerk Haag hat ein ganzes Klarinetten Wochenende in Weinfelden organisiert, und die Atlantis Big Band zur Begleitung von Eddie engagiert. Zur Querflöte erzählt er:

«Mein Zahnarzt hatte mir das Klarinettenspielen für drei Wochen verboten. Als Ersatz, übte ich stattdessen auf der Querflöte und verliebte mich wieder in sie.»

Eddie Daniels wird auf der «Thurgauerhof»-Bühne begleitet von der Atlantis Big Band unter der Leitung von Gilbert Tinner. (Bild: Donato Caspari)

Eddie Daniels wird auf der «Thurgauerhof»-Bühne begleitet von der Atlantis Big Band unter der Leitung von Gilbert Tinner. (Bild: Donato Caspari)

Daniels Art und natürlich seine Musik kommen an. Die elfjährige Ida ist schwer beeindruckt von Eddie. «Am lustigsten fand ich, als er beim Luft holen ins Publikum gefragt hat, ob jemand anders für ihn spielen wolle.»

Fans reisen von weit her an

Auch das Ehepaar Wicki ist beeindruckt: «Vor 35 Jahren habe ich mir die erste Langspielplatte von Eddie gekauft und konnte mir das heute nicht entgehen lassen», sagt Lukas Wicki. Er und seine Frau sind extra aus Wettingen nach Weinfelden angereist.

«Es macht einfach Spass, ihm zuzusehen. Er wirkt so authentisch auf der Bühne»

findet das Ehepaar Steingruber. Das viele Englisch an diesem Abend stört die beiden nicht. Das sei bei Big Bands der Normalfall. «Hauptsache, man versteht die Musik.»

Daniels spielt eine Komposition, die ein Freund extra für ihn geschrieben hat, um ihn herauszufordern. Es grenzt an ein Wunder, dass seine Finger sich nicht verknoten, so schnell hüpfen sie über das Instrument. Mitten im Solo schnappt er nach Luft, und fragt mit rotem Kopf: «Was hat er mir nur angetan!»

Musizieren mit Herz, Hand und viel Bewegung

Der zweite Star an diesem Abend, der tschechische Klarinettenvirtuose Milan Rericha, tritt zunächst wortlos auf. Fast schon wie ein Pantomime bringt er alle Ausdrücke nur mit seinem Gesicht rüber. Sein ganzer Körper macht mit. Wenn Rericha sich äussert, dann vor allem in Bewunderung für sein Idol: «Ich fühle mich so geehrt, dass ich mit Eddie auf der Bühne stehen darf», sagt er und strahlt.

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