Dynamo Moskau und Trentino kommen: Das Amriswiler Tellenfeld wird zur grossen Champions-League-Bühne

Die zweite Qualifikationsrunde zur Volleyball-Champions-League findet vom 27. bis 29. Oktober im Thurgau statt – ob mit oder ohne Volley Amriswil. Ein finanzielles Risiko geht der Verein damit nur bedingt ein.

Matthias Hafen
Drucken
Teilen
Das Amriswiler Tellenfeld erweist sich in der Coronazeit als idealer Austragungsort für den europäischen Volleyballverband.

Das Amriswiler Tellenfeld erweist sich in der Coronazeit als idealer Austragungsort für den europäischen Volleyballverband.

Mario Gaccioli

Egal, wie Volley Amriswil in dieser Woche gegen Soligorsk und Maaseik abschneidet: Die allfälligen nächsten Gegner auf dem Weg in die Königsklasse, Dynamo Moskau und Trentino, werden Ende Oktober so oder so im Tellenfeld aufschlagen. Das zeigt ein Blick auf den Spielplan des europäischen Volleyballverbands CEV. Dort ist Amriswils Heimhalle bereits als fixer Spielort der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation eingetragen. Die erwähnten Weltklasseteams aus Russland und Italien tragen ihr Miniturnier zusammen mit dem Sieger aus der Gruppe E (Amriswil, Maaseik, Soligorsk) also auf jeden Fall im Oberthurgau aus.

Damit wird Amriswil vom 27. bis 29. Oktober zur grossen Bühne des europäischen Volleyballs. Das ländliche Setting überzeugt auf der ganzen Linie. Die Schweiz quasi als sicherer Hafen in unsicheren Coronazeiten, eine prächtige neue Halle, die dem aktuell zu erwartenden Zuschaueraufkommen bestens entspricht und ein Schutzkonzept, das Vorbildfunktion hat, sind die Erfolgspfeiler der Turnierorganisation in Amriswil. «Ich freue mich riesig für alle unsere Helfer und den ganzen Verein», sagt Peter Bär, einer von zwei Vizepräsidenten des NLA-Klubs.

«Dieser positive Bescheid ist genau das, was man als Klub mit vielen freiwilligen Helfern in dieser schwierigen Zeit braucht.»

Der Entscheid, die nächste Qualifikationsrunde in Amriswil zu spielen, sei am Montagabend mittels Videokonferenz unter den Klubs gefällt worden. «Der Vorschlag kam ursprünglich vom europäischen Verband», sagt Bär. «Natürlich haben wir auch davon profitiert, dass die Weltklasseteams Dynamo Moskau und Trentino dem Kontrahenten ein Heimturnier nicht gönnten und lieber auf neutralem Boden spielen wollten.» Doch sogar Amriswils aktueller Gegner Maaseik habe sich für eine weitere Runde im Thurgau ausgesprochen.

Allenfalls wird ein neuer Boden verlegt

Ein finanzielles Risiko geht Volley Amriswil als Veranstalter der zweiten Qualirunde zur Champions League nur bedingt ein. «Wir haben nur die Hallenkosten», sagt Vizepräsident Bär. «Alles was Reise, Hotel und Transport betrifft, geht direkt zu Lasten der teilnehmendem Klubs.» Von den Weltklasseteams sei lediglich der Wunsch geäussert worden, einen sogenannten Terraflexboden in der Tellenfeldhalle zu verlegen. Solche Böden sind in der Champions-League-Gruppenphase Pflicht, in der Qualifikation jedoch noch nicht. «Wir prüfen, ob sich das bei uns machen lässt», sagt Peter Bär. Das Geld der Eintritte kommt voll und ganz Volley Amriswil zu gut.

Somit hat der NLA-Klub noch mehr Grund, darauf zu hoffen, dass sich sein Team in dieser Woche als Gruppensieger gegen Soligorsk und Maaseik durchsetzt. Heute Mittwoch um 19 Uhr treffen Maaseik und Soligorsk aufeinander. Am Donnerstag um 19 Uhr dürfte es dann zum grossen Finale zwischen Volley Amriswil und Maaseik kommen. Nur der Gruppensieger verbleibt in der Champions-League-Qualifikation. Für die beiden anderen Teams wird es eine Stufe tiefer im CEV-Cup weitergehen.