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Dritter Fussballplatz im Kreuzlinger Döbeli: Das Volk wird nicht noch einmal gefragt

Der Kreuzlinger Gemeinderat sagt einstimmig Ja zu einem dritten Fussballplatz mit Naturrasen im Areal Döbeli. Die SVP scheitert mit dem Antrag, das Behördenreferendum zu ergreifen.
Urs Brüschweiler
Bald gibt es mehr Rasenzeit für die Fussballer dank eines dritten Feldes im «Döbeli»: AS Calcio Vizepräsident Daniele Scardino konnte sich nun am Donnerstag freuen über den Gemeinderatsentscheid. (Bild: Andrea Stalder, 15. Februar 2019)

Bald gibt es mehr Rasenzeit für die Fussballer dank eines dritten Feldes im «Döbeli»: AS Calcio Vizepräsident Daniele Scardino konnte sich nun am Donnerstag freuen über den Gemeinderatsentscheid. (Bild: Andrea Stalder, 15. Februar 2019)

Dieses Mal war Marcus Meloni glücklich. Der Präsident des ambitionierten Kreuzlinger Fussballclubs AS Calcio hatte am 10. Februar seiner Frustration deutlich Ausdruck verliehen. Damals war die städtische Volksabstimmung über einen zusätzlichen und dringend benötigten Fussballplatz bachab gegangen. Kein halbes Jahr später lag nun ein neues Projekt auf dem Tisch. Kein Plastik mehr, sondern ein Naturrasen ist es dieses Mal, und mit 1,8 Millionen Franken ist die Vorlage auch rund eine Million Franken günstiger geworden.

Rat sagt zum zweiten Mal Ja ohne Gegenstimme

Mit dem tieferen Preis und dank der neuen Gemeindeordnung konnte das Stadtparlament das Geschäft nun ohne zwingende Volksabstimmung bewilligen. In der Tat gab es denn aus der Ratsmitte auch keine negativen Äusserungen. Einstimmig sagten die Gemeinderäte Ja. Doch da sie dies schon beim letzten Mal, im November 2018, getan hatten und die Stimmbürger die Vorlage in der Folge ablehnten, fragten sich einige, ob sie nicht am Volk vorbeipolitisieren.

Fabian Neuweiler von der SVP war es, der nach der Abstimmung den Antrag stellte, das Behördenreferendum zu ergreifen. «Politiker stehen nicht sehr hoch im Ansehen», sagte er. Er wolle vorbeugen, dass es nachher nicht wieder heisse, «die machen eh, was sie wollen». Man könne jetzt ein Zeichen setzen und das Volk mit ins Boot holen, sprich die Vorlage erneut den Stimmbürgern unterbreiten. Ausserdem betonte Neuweiler, dass der Naturrasenplatz mit gut gerechneten Kosten von 1,8 Millionen nur knapp im Rahmen der Finanzkompetenz des Gemeinderates von zwei Millionen Franken liege.

425 Unterschriften für eine Volksabstimmung

Die anderen Fraktionen teilten diese Ansicht nicht. Thomas Dufner von der CVP meinte, der Gemeinderat habe die Verantwortung zu entscheiden von den Stimmbürgern delegiert erhalten und nun solle man diese nicht gleich wieder zurückschieben. «Wir müssen keine Angst haben. Wir haben das Projekt für gut befunden und können auch dazu stehen.» Dufner wie auch Daniel Moos von der Freien Liste wiesen zudem darauf hin, dass auch die Möglichkeit eines fakultativen Referendums bestehe. Nur zirka 425 Unterschriften von Stimmberechtigten, fünf Prozent aller Stimmbürger der Stadt, müsse man zusammenbringen, wenn man dennoch eine Volksabstimmung erzwingen wolle. «Das ­ ist problemlos möglich», sagte Dufner.

Inbetriebnahme im Oktober 2020

Das Behördenreferendum scheiterte in der Abstimmung. Statt der benötigten 12 Stimmen kamen lediglich 8, jene der ­gesamten SVP-Fraktion, zusammen. Wenn nun keine Unterschriftensammlung gestartet wird, kann der dritte Platz im «Döbeli» 2020 gebaut werden und wird im Oktober fertig sein.

Erneuerungsfonds und «Greendeal»

Keine Einwände kamen aus dem Kreuzlinger Gemeinderat beim zweiten Geschäft der Abendsitzung. Die Technischen Betriebe Kreuzlingen wollen Erneuerungsfonds bilden zugunsten des Strom-, Gas- und Wassernetzes in der Stadt. Weil die kalkulatorischen Zinsen, welche in den Gebühren enthalten sind, nicht mehr als Gewinne verbucht werden dürfen, müssen sie künftig in Fonds eingelegt werden. Zu deren Bildung bewilligte der Gemeinderat ein entsprechendes Reglement. Die vorgeschlagene Lösung führe zu mehr buchhalterischer Transparenz, waren sich die Parlamentarier einig, ausserdem hatte es die externe Revisionsstelle den Technischen Betrieben so nahegelegt.

Zudem begründete SP-Gemeinderätin Fabienne Herzog ihre Interpellation «Green Deal für Kreuzlingen». Angesichts der drohenden Klimaerwärmung soll die Stadt einen umwelt- und wirtschaftsfreundlichen Massnahmenkatalog ausarbeiten.

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