Dritter Cupsieg in Serie - und eine Message an die Adresse von Volley Amriswil

Das Amriswiler NLA-Team gewinnt den Cupfinal in der St-Léonard-Halle in Fribourg gegen Züri Unterland mit 3:1 , muss dem unterklassigen Gegner aber überraschend einen Satzgewinn zugestehen.

Matthias Hafen, Fribourg
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Zum dritten Mal in Folge und zum sechsten Mal insgesamt halten Amriswils Volleyballer die Cup-Trophäe in den Händen. (Bild: Adrien Perritaz/KEY)

Zum dritten Mal in Folge und zum sechsten Mal insgesamt halten Amriswils Volleyballer die Cup-Trophäe in den Händen. (Bild: Adrien Perritaz/KEY)

Das grosse Thema nach dem Cupfinal 2019 war der Satz­gewinn des Aussenseiters Züri Unterland. Das NLB-Team ­gewann den zweiten Abschnitt gegen die NLA-Dominatoren aus Amriswil 25:21 und verblüffte damit die rund 2500 Zuschauer in der Freiburger St-Léonard-Halle.

Wohlverstanden war Amriswils Sieg nie ernsthaft gefährdet. Dazu war die Routine im Team von Trainer Marko Klok zu gross. Den Thurgauern lief es im Startsatz so gut, dass sie danach wohl automatisch das Tempo drosselten. Dass sich Josh Howatson mitten im Amriswiler Angriffsspiel die Zeit nahm, seinen eigenen Schweiss vom Boden zu wischen und Ewoud Gommans immer wieder enthusiastisch das Publikum anfeuerte, zeugte davon, dass der Cupfinal 2019 vor allem ein Volleyballfest war.

Ausgezeichneter Zass sorgt für Schreckmoment

Das grösste Kompliment für die Zürcher Unterländer war, dass Klok praktisch die ganze Partie auf seine Stammkräfte zählte, ja zählen musste. Denn das NLB-Team zeigte dermassen Widerstand, dass den Amriswilern nicht nach Spässchen zumute war. «Ich hatte nie vor, Auswechselspieler einzusetzen, nur um ihnen ein Geschenk zu machen», sagte Amriswils holländischer Trainer nach der Partie. «Aber ich habe jedem meiner Spieler ­gesagt, dass ich ihn auswechsle, wenn er nicht motiviert spielt.» Die Message war spätestens nach dem verlorenen zweiten Satz angekommen bei Howatson, Gommans, Zass und Co. Der österreichische Topskorer Thomas Zass wurde am Ende als Amriswils bester Spieler im Final gekürt, nachdem er zuvor schon eine Auszeichnung als wertvollster Spieler der NLA erhalten hatte. Zass war wie so oft die treibende Kraft bei den Thurgauern – und sorgte im vierten Satz für einen Schreckmoment, als er vermeintlich verletzt am Boden sitzen blieb. «Ich trat auf den Fuss eines Mitspielers und knickte ab», ­sagte Zass. Er konnte aber weiterspielen und sagte nach dem Triumph: «Der Gegner war im positiven Sinn richtig nervig.»

Lucian Jachowicz, Trainer des NLB-Clubs Züri Unterland, hatte den Satzgewinn prophezeit und insgesamt auf ein noch besseres Ergebnis des Aussenseiters gehofft. (Bild: Adrien Perritaz/KEY)

Lucian Jachowicz, Trainer des NLB-Clubs Züri Unterland, hatte den Satzgewinn prophezeit und insgesamt auf ein noch besseres Ergebnis des Aussenseiters gehofft. (Bild: Adrien Perritaz/KEY)

«Ich bin überzeugt, dass Amriswil nicht so stabil ist»

Die Message des Tages kam von Züri Unterlands Trainer Lucian Jachowicz. Mit dem grössten ­Respekt für die Leistung des Gegners sagte er: «Schade, dass wir nicht mehr herausgeholt haben. Ich bin überzeugt, dass Amriswil nicht so stabil ist, wie viele denken.» Das habe man in diesem Final auch gesehen, vor allem im zweiten Satz. Den Thurgauern konnte das an diesem Tag egal sein. Sie wurden zum dritten Mal in Folge Cupsieger, weil sie auch in diesem Spiel genau wussten, wann es ernst galt.

Züri Unterland (NLB) – Amriswil 1:3 (12:25, 25:21, 15:25, 17:25)

St-Léonard, Fribourg – 2412 Zuschauer – SR Schürmann/Hefti.
Züri Unterland: Perler (Passeur), Michael Brander (8), Schlatter (4), Gahr (13), Fabian Brander (11), Bigger (6), Back (Libero); Wachter, Hinrichs.
Amriswil: Howatson (Passeur/4 Punkte), Djokic (8), Brändli (7), Zass (22), Gommans (14), Kamnik (14), Daniel (Libero); Fort (1), Weber (1), Schnegg, Ljubicic (2), Weisigk.
Bemerkungen: Züri Unterland ohne Navarro Alderete (verletzt), Häring und Sommer (beide nicht eingesetzt). Amriswil ohne Lengweiler und Müller (beide nicht eingesetzt).