Drei Kreuzlinger Parlamentarier gegen das Insektensterben

Die Gemeinderäte Guido Leutenegger, Barbara Hummel und Kathrin Wittgen wollen den Stadtrat zu Massnahmen zu Gunsten der Artenvielfalt verpflichten.

Urs Brüschweiler
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Artenvielfalt auf einer Wiese. (Bild: PD)

Artenvielfalt auf einer Wiese. (Bild: PD)

Ein Rückkehrer, ein Neuling und eine Langgediente haben sich zusammengetan. Die Gemeinderäte Guido Leutenegger, Kathrin Wittgen und Barbara Hummel haben zu Beginn der neuen Legislaturperiode nicht lange gefackelt und gleich in der zweiten Parlamentssitzung eine Motion eingereicht. Die Motion ist das schärfste Mittel, welches den Gemeinderäten zur Verfügung steht. Das Trio aus verschiedenen Parteien (Grüne, SVP und SP) möchte den Stadtrat beauftragen, geeignete Massnahmen zum Schutz der Artenvielfalt in Kreuzlingen umzusetzen. Konkret lehnen sich die Motionäre an den «Aktionsplan Strategie Biodiversität Schweiz» des Bundes an. Entsprechend diesem soll für den gesamten städtischen Raum ein Massnahmenpaket und ein Monitoring erlassen werden, lautet die Forderung. Und für Gebäude, Grünflächen und Landwirtschaftszonen im Besitze der Stadt Kreuzlingen müssten die im Aktionsplan empfohlenen Massnahmen verbindlich umgesetzt werden.

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Zur Begründung schreiben die Motionäre Folgendes: Für viele Vogelarten, Schmetterlinge, Igel und Wildbienen verschlechtere sich der Lebensraum zusehends. Damit gehe ein grossflächiger Insektenrückgang einher, der in den vergangenen Jahrzehnten wissenschaftlich breit dokumentiert worden sei, schreiben Leutenegger, Hummel und Wittgen. «Die Hauptursachen für den Rückgang sind gut bekannt: die intensive Landnutzung mit ihrem grossen Einsatz von Pestiziden und Dünger, die Siedlungsentwicklung oder die Lichtverschmutzung.» Um den Insektenschwund und damit verbundene negative Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem zu stoppen, sei dringend gegen die bekannten Ursachen vorzugehen. «Der Rückgang der Biodiversität verlangt auch von der Stadt Kreuzlingen, geeignete Massnahmen durchzuführen und deren Wirksamkeit zu überwachen.» Im Aktionsplan würden kurz- und langfristige Massnahmen sowie Pilotprojekte vorgestellt, die Gemeinden als Orientierung dienen.

Entscheid fällt erst in etwa eineinhalb Jahren

Die Motionäre müssen den Vorstoss im September oder im Oktober im Gemeinderat mündlich begründen. Danach hat der Stadtrat sechs Monate Zeit für eine Antwort. Der Gemeinderat entscheidet aufgrund dieser, ob er die Motion für erheblich erklären will. Falls ja, muss der Stadtrat innert eines Jahres einen konkreten Beschlussantrag vorlegen.
Urs Brüschweiler

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