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Drei Kreuzlinger Kirchbürger ziehen die Notbremse

Das Projekt für die Sanierung und Erweiterung des evangelischen Kirchgemeindehauses sei überrissen und zu teuer, meinen Susanne Dschulnigg, Peter Gysler und Walter Studer. Sie fordern eine Denkpause.
Martina Eggenberger Lenz
Peter Gysler, Susanne Dschulnigg und Walter Studer studieren die Zahlen zur Botschaft. (Bild: Martina Eggenberger)

Peter Gysler, Susanne Dschulnigg und Walter Studer studieren die Zahlen zur Botschaft. (Bild: Martina Eggenberger)

«Diese Zahlen hätten die Behörde alarmieren müssen», sagt Susanne Dschulnigg. Sie meint damit die insgesamt fast zehn Millionen Franken, die in die Sanierung und Erweiterung des evangelischen Kirchgemeindehauses investiert werden sollen. Zusammen mit Peter Gysler, dem ehemaligen Präsidenten der evangelischen Kirchgemeinde Tägerwilen, und Kirchbürger Walter Studer bekämpft die ehemalige Kreuzlinger Kirchenpräsidentin das Grossprojekt, über das am 19. Mai an der Urne abgestimmt wird. Sie tut das im Wissen, dass ihr Engagement einigen «sauer aufstossen könnte».

Lieber in Menschen investieren als in Beton

Die Kirche von heute sei nicht mehr jene von den 1960er-Jahren, der Zeit, als das Kirchgemeindehaus gebaut wurde. Von den knapp 5000 Mitgliedern würden eineinhalb bis zwei Prozent sonntags den Gottesdienst besuchen. Die anderen erwarten gemäss Dschulnigg eine gute Seelsorge und Hilfe in Not. Die Landeskirche ermuntere dazu, in Personal und Inhalte zu investieren. «Frische Räume allein machen die Kirche doch nicht attraktiver.»

Peter Gysler weist darauf hin, dass das erweiterte Raumprogramm nicht zum Mitgliederschwund passe. Der Sinn des Bürotrakt-Neubaus sei ihm nicht ersichtlich. Es hätten doch auch heute alle Mitarbeiter ein Büro. Zudem brauche die Kirchgemeinde den Saal für 400 Personen nicht, ebenso wie die technische Ausstattung. Es gebe heute x Alternativen innerhalb der Kirchgemeinde und in der Stadt.

«Ich bin daher der Meinung, dass wir den Kredit ablehnen müssen und das Ganze noch mal überdenken sollten.»

Für eine Denkpause spricht sich auch Walter Studer aus. «Wir investieren hier in einen Porsche Cayenne. Dabei würde es vielleicht auch ein VW tun.» Während die Kirchgemeinde Mitglieder verliere, vergrössere man das Kirchgemeindehaus. Das Projekt sei also an der Entwicklung der Gemeinde vorbeigeplant. Funktion und Aufgabe des Hauses sei nicht mit der Gemeinde diskutiert und auch nicht auf deren Bedürfnisse abgestimmt worden.

Studer stört weiter, dass die Sanierung mit einer Erhöhung des Steuerfusses um 50 Prozent finanziert werden soll.» Das ist doch eine Einladung, aus der Kirche auszutreten», warnt er. In der Botschaft seien zudem die Angaben zu den finanziellen Auswirkungen, den Betriebskosten und weiteren anstehenden Investitionen höchstens rudimentär vorhanden.

Behörde hätte Kirchbürger ins Boot holen sollen

Eine konkrete Zahl, die sie als finanzierbar erachten, nennen die drei nicht. Die Steuererhöhung um 50 Prozent sprenge aber jede Grenze, betont Studer. Als Lösungsansatz schlagen sie vor, dass die Behörde die Kirchbürger ins Boot holt. «Es ist nicht korrekt, dass wir erst mit der Botschaft mit den Zahlen und Fakten konfrontiert wurden», kritisiert Gysler das Vorgehen der Behörde. So bleibe ihnen nichts anderes übrig, als jetzt die Notbremse zu ziehen.

Ein reduziertes Projekt könnte den Erfolg bringen. Oder auch die Kooperation mit anderen möglichen Nutzern. Der Zeitdruck zur Sanierung sei nicht so gross. «Die Behörde ist nicht unter Druck», sagt Dschulnigg.

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