«Drei Käse hoch» für Dreikäsehochs

Das Kindergartenprojekt im Amriswiler Hölzli-Quartier soll dem Bevölkerungswachstum Rechnung tragen.

Manuel Nagel
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«Drei Käse hoch» heisst das siegreiche Projekt des Wängemer Architekturbüros Büchel/Gubler.

«Drei Käse hoch» heisst das siegreiche Projekt des Wängemer Architekturbüros Büchel/Gubler.

Bild: PD
«Der Kindergarten Hölzli ist genau so alt wie ich, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich schon ersetzt werden muss.»

scherzte Ueli Wolf, Schulleiter der Schuleinheit Nordstrasse, zu welcher der Kindergarten gehört. Für einen Schulleiter mögen 55 Jahre ein gutes Alter sein, bei einem Kindergartengebäude hingegen nagt bereits der Zahn der Zeit.

Das versuchte Ueli Wolf am Dienstagabend in der Turnhalle Nordstrasse mehr als zwei Dutzend Interessierten zu veranschaulichen, indem er aktuelle Fotos des bestehenden Kindergartens Hölzli an der Sägestrasse zeigte. Des noch bestehenden Kindergartens, denn die Volksschulgemeinde will das Gebäude «rückbauen», wie VSG-Vize und Baukommissionspräsident Samuel Oberholzer sagte, um an derselben Stelle einen Neubau zu realisieren.

Schulpräsident rechnet nicht mit Widerstand

Allerdings soll der Neue etwas grösser als sein Vorgänger sein, denn das Hölzli-Quartier boomt und laut demografischer Entwicklung brauche es in Zukunft nicht mehr nur Platz für zwei Kindergartenklassen, sondern für drei, sagte Schulpräsident Christoph Kohler in seinen einleitenden Worten zu Beginn der Infoveranstaltung. Wie denn die Auslastung im Sommer 2022 aussehe, wenn der Neubau voraussichtlich fertiggestellt sei, wollte ein Besucher wissen. Die Antwort von Behördenmitglied Samuel Oberholzer lautete:

«Wir brauchen den dritten Kindergarten wohl noch nicht sofort, aber wir wären parat.»

Es ist bereits das dritte Kindergartenprojekt in den letzten Jahren, das die VSG erfolgreich umsetzen will. Sowohl in Mühlebach wie Hemmerswil waren die Bauvorhaben unbestritten – und auch diesmal rechnet Präsident Kohler nicht mit Widerstand oder Einsprachen. Man habe wie schon an den anderen beiden Standorten darauf geachtet, dass sich das Gebäude gut ins Quartier eingliedere und deshalb im Hölzli bewusst auf einen zweistöckigen Bau verzichtet.

Urnenabstimmung am 27. September 2020

Am 27. September befinden die Stimmbürger der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen- Sommeri über das Drei-Millionen-Projekt. Bei einem Ja soll die Baueingabe noch in diesem Jahr erfolgen, sodass im Frühjahr 2021 bereits die Bagger auffahren können. Bei optimalem Verlauf soll der neue Dreifachkindergarten Hölzli nach einjähriger Bauzeit im Frühling oder Sommer 2022 bezugsbereit sein. Während der Bauphase werden die zwei Klassen mit dem Schulbus entweder nach Hatswil oder nach Hemmerswil und Mühlebach gefahren. (man)

Der Kindergarten Hölzli soll ebenfalls ein Holzbau werden und Erfahrungen aus den zwei anderen Projekten seien hier eingeflossen, verriet Schulleiter Wolf. Deswegen verzichtete die Schulbehörde diesmal auf einen Architekturwettbewerb und entschied sich stattdessen für einen Studienauftrag. Dies unter anderem deshalb, weil die ersten beiden Projekte jeweils über dem vorgegebenen Kostenrahmen lagen und die Kostenbeeinflussung der Behörde hier schon zu einem früheren Zeitpunkt möglich war. Denn im Gegensatz zum Wettbewerb sind bei einem Studienauftrag die Teilnehmer nicht anonym. Hier waren ein Amriswiler Büro sowie Büchel/Gubler Architekten aus Wängi beteiligt.

Die zwei jungen Hinterthurgauer sind spezialisiert auf Schulhausbauten und konnten die letzten Jahre gerade in ihrer Region einige solcher Projekte umsetzen. Ihr Projekt «Drei Käse hoch» gewann den Auftrag.

Ausweichwunschlösung ist Hatswil

Wohin die zwei Kindergartenklassen während der Bauzeit ausweichen würden, stehe noch nicht fest, sagte Schulpräsident Kohler. Die Wunschlösung der Behörde sei natürlich wie schon beim Hemmerswiler Kindergartenbau der leerstehende Doppelkindergarten Hatswil, weil da beide Klassen zusammen bleiben könnten. Doch weil unklar sei, wie viele Familien mit Kindergärtlern sich in Auenhofen ansiedeln, könnte man den Platz in Hatswil plötzlich für Kinder aus Hefenhofen benötigen. In diesem Fall würden die Platzreserven angezapft, die man vorsorglich in den Kindergärten Mühlebach und Hemmerswil geschaffen hat.