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Drei Herzen für das Cello

Drei Kinder – eine Liebe. Die Geschwister Herzog aus Weinfelden spielen alle das gleiche Streichinstrument. Die Musik spielt in ihrem Leben eine grosse Rolle. Darüber können sie stundenlang diskutieren
Sabrina Bächi
Johannes, Agnes und Jakob Herzog spielen mit Leidenschaft Cello. (Bild: Donato Caspari)

Johannes, Agnes und Jakob Herzog spielen mit Leidenschaft Cello. (Bild: Donato Caspari)

In Weinfelden ist Winston wahrscheinlich der Hund mit dem grössten Musikverständnis. Denn wenn seine Familie etwas kann, dann ist das Musik machen – und darüber diskutieren. «Wenn wir über Musik reden, wird, es immer emotional», sagt Mama Iris. Musik ist Dauerthema bei der Familie Herzog.

Mama Iris und Papa Ernst sind begeisterte Sänger, ihre drei Kinder jedoch lieben das Cello. Mit 25 Jahren der Älteste, hat Jakob vor 20 Jahren seinen ersten Unterricht auf dem Cello erhalten. Der zwei Jahre jüngere Johannes folgte ihm. «Wir versuchten, ihm ein anderes Instrument schmackhaft zu machen – vergeblich», sagt Iris Herzog lächelnd. Schliesslich folgt noch Schwester Agnes. Mit 15 Jahren um einiges jünger als ihre Brüder. «Ich kann immerhin von mir behaupten, dass ich mal Geige und Bratsche gelernt habe», sagt sie fröhlich. Lange währten diese instrumentalen Abweichungen nicht. Das Cello hat auch ihr Herz erobert.

Das Cello ist der menschlichen Stimme ähnlich

Faszination Cello: Ein Instrument, das man beim Spielen umarmt, erklären die Geschwister. «Man sagt, es sei der menschlichen Stimme ähnlich, deshalb verbinden viele etwas Vertrautes mit dem Klang», sagt Johannes. Doch die Liebe kommt noch viel unmittelbarer. Ein Cello zu spielen heisst auch, die Musik zu fühlen, die man erklingen lässt. Das Instrument gibt einem einen Teil der Musik zurück, die ihm der Musiker entlockt. «Ausserdem ist es aus Holz und hat einen warmen Klang», ergänzt Jakob. «Obwohl ich die hohen Töne fast am schönsten finde», sinniert Johannes – und schon stecken die Drei mitten in einer angeregten Diskussion.

Gleicher Meinung sind die Geschwister selten, das wäre wahrscheinlich zu langweilig. Es scheint fast, als enden die Gemeinsamkeiten am Spitz ihres Cellobogens. Jakob ist der Historiker. Er sammelt alte Bücher mit Noten, liebt Barockmusik. «Für Popmusik muss ich in der Stimmung sein, Barock kann ich immer hören», sagt er. Im Gegensatz zu seinen jüngeren Geschwistern, die finden auch Gefallen an populärer Musik. «Ich brauche manchmal auch Abstand und etwas anderes als die Musik», sagt Johannes.

Agnes hat im Gegensatz zu ihren Brüdern einen weiteren Musikbereich für sich entdeckt: das Singen und Songwriting. Sie ist sich noch nicht sicher, ob sie dereinst den gleichen Weg wie ihre Brüder einschlagen und ebenfalls Cello studieren will. Für Jakob und Johannes ist es klar: Sie wollen die Leidenschaft zum Cello und der Musik als Lehrer weitergeben. «Die Freude weiter zu geben, ist unglaublich wertvoll», sagt Jakob. Johannes ergänzt: «Ich setze mich dafür ein, dass jeder das Recht hat, Musik zu machen.»

Gemeinsam Geburtstage feiern ist fast unmöglich

Alle drei Kinder sind an Konzerten im In- und Ausland unterwegs. Zusammenkommen ist schwierig, «gemeinsam Geburtstag feiern, fast unmöglich», sagt Agnes. «Bestimmt kennen uns die Weinfelder, weil wir immer mit unseren Cellokoffern zum Bahnhof hasten», sagt Jakob und alle müssen lachen. Ob sie auch Diskussionen führen, bei denen sich nicht alles ums Cello dreht? Ja schon, sind sich die Drei eigentlich einig – und versinken sogleich in eine Diskussion, worüber sie denn sonst so diskutieren. So unterschiedlich die Geschwister Herzog auch sind, die Liebe zum Cello schweisst sie zusammen.

«Wir spielen gerne zusammen, weil wir uns so gut kennen. Das macht es leichter», sagt Jakob. «Ich habe auch schon Ideen für eigene Stücke: drei Celli und Gesang», sagt Agnes. Egal was passiert, bei den Geschwistern Herzog gehört auf jeden Fall das Cello dazu.

Konzerthinweis: Jakob und Johannes Herzog spielen am 26. Mai im Rathaussaal in Weinfelden ab 19.30 Uhr. Sie präsentieren Werke von Robert Schumann und Frédéric Chopin.

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