Drei Gemeinden mit besonders viel Pfus vom Dach im Mittelthurgau

Amlikon-Bissegg, Affeltrangen und Berg sind Spitzenreiter im Thurgau bei der Nutzung des Solarenergiepotenzials. In Affeltrangen setzt die Gemeinde dazu auf hohe Vergütungen und gratis Infoabende.

Mario Testa
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Auf vielen Dächern in der Gemeinde Affeltrangen hat es Fotovoltaikanlagen. Das Bild zeigt den Blick von Märwil nach Buch. (Bild: Mario Testa)

Auf vielen Dächern in der Gemeinde Affeltrangen hat es Fotovoltaikanlagen. Das Bild zeigt den Blick von Märwil nach Buch. (Bild: Mario Testa)

Die Gemeinde Amlikon-Bissegg ist der Klassenprimus bei der Produktion von Solarstrom. In keiner anderen Thurgauer Gemeinde wird das Potenzial für Solarstrom von den Dächern besser genutzt. Laut einer Auswertung der Onlineplattform Swiss Energy Planning sind in Amlikon-Bissegg über 15 Prozent der möglichen Flächen mit Fotovoltaikanlagen bestückt.

Glauco Schaub, Gemeinderat Affeltrangen (Bild: Mario Testa)

Glauco Schaub, Gemeinderat Affeltrangen (Bild: Mario Testa)

Nur wenig hinter dem Spitzenreiter folgt die Gemeinde Affeltrangen mit gut 14 Prozent Ausnutzung des Solarpotenzials. «Albin Daneffel, mein Vorgänger im Gemeinderat, hat sich sehr für die 2000-Watt-Gesellschaft eingesetzt und Programme für erneuerbare Energien angestossen», sagt Glauco Schaub, Affeltranger Gemeinderat und Leiter des Ressorts Technische Werke.

«Wir haben einen Fonds geäufnet, aus dem wir Fotovoltaikprojekte unserer Einwohner unterstützen.»

In den Fonds fliesst ständig Geld, da die Haushalte 0,1 Rappen pro Kilowattstunde bezogenem Strom beisteuern.

Dreifache Rückvergütung statt Minimum

Die Gemeinde Affeltrangen macht ihren Bewohnern die Installation von Fotovoltaikanlagen über besonders hohe Vergütungen für den eingespeisten Strom schmackhaft. «Wir bezahlen aus dem Fonds 11,2 Rappen pro Kilowattstunde. Das ist fast dreimal so viel wie der Mindestbetrag. Ich denke, da sind wir schweizweit ganz vorne mit dabei», sagt Schaub. «Nur bei sehr grossen Anlagen, beispielsweise auf den Dächern der Landwirtschaftsbetriebe oder Industrien ist der Ansatz tiefer.»

Die hohen Förderbeiträge hätten dazu beigetragen, dass es in der Gemeinde Affeltrangen überdurchschnittlich viele Fotovoltaikanlagen gibt.

«Wir machen jedes Jahr auch einen Anlass zum Thema Energie. Zudem übernimmt die Gemeinde, unterstützt vom Kanton, die Kosten für Energieberatungen.»

Als Elektromeister und Dozent an der Technischen Fachschule Winterthur kennt sich Glauco Schaub im Bereich Strom sehr gut aus. Deshalb freut es ihn, dass in der Gemeinde seit vergangenem Jahr Smartmeter in den Haushalten installiert werden. «Wenn wir diese Installationen im Jahr 2022 abschliessen, können wir die Stromflüsse ideal überwachen und Lösungen erarbeiten, damit unser Netz bei viel Sonnenschein nicht überlastet. Zu viel Strom aus Fotovoltaikanlagen ist bislang ein Risiko fürs Netz.»

Gutes Resultat für die Energiestadt am Ottenberg

Nummer drei auf der Liste der Thurgauer Gemeinden mit der höchsten Solarpotenzialnutzung ist Berg. «Uns freut das natürlich sehr. Gerade als Energiestadt ist es schön, so ein Resultat vorweisen zu können», sagt Gemeinderat Daniel Schenk. «Wir betreiben von der Gemeinde aus auch eine Anlage auf dem Werkhofdach – und nun erstellen wir eine weitere auf dem Dach des Unterberg-Schulhauses», sagt Schenk. Die Gemeinde kauft Privaten den ökologischen Mehrwert für den Solarstrom ab und speist diesen in ihr Netz ein.