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Drei Amriswiler schwitzen, wenn andere noch im Bett liegen

Morgens um 6 Uhr: Drei Männer schwitzen in den Räumen der Praxis für ambulante Rehabilitation und Training (Part) in Amriswil und tun etwas für die Gesundheit, während andere noch tief schlafen.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Marcel Rentsch, Orfeo Eggmann und Michael Tschopp trainieren zusammen.(Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Marcel Rentsch, Orfeo Eggmann und Michael Tschopp trainieren zusammen.
(Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Die ersten Frühaufsteher haben sich eingefunden. Im Trainingsanzug, mit einem Handtuch über der Schulter oder unter den Arm geklemmt, schreitet die Männerrunde in den Raum. Aus dem Lautsprecher tönt gedämpfte Musik, welche wohl die sportlichen Leistungen der Anwesenden ankurbelt. Bei Part Amriswil, der Praxis für ambulante Rehabilitation und Training, beginnt im Trainingsraum ein neuer Tag. «Das regelmässige Training steigert mein Wohlbefinden», ist Orfeo Eggmann überzeugt. Kraft, Beweglichkeit und Koordination würden damit verbessert.

Der 86-jährige Amriswiler absolviert zweimal wöchentlich ein Krafttrainingsprogramm bei Part und dies seit rund vier Jahren. Sport hat dem rüstigen Rentner schon immer viel bedeutet. «Früher war ich Stürmer beim FC Amriswil», führt er aus. Ausserdem sei er viel Velo gefahren, und bis zu seinem 80. Geburtstag habe er häufig den Vitaparcours besucht. «Ohne Bewegung würde ich mich abgeschlagen fühlen und hätte mehr Schmerzen.» Orfeo Eggmann erzählt, dass er gerne früh aufsteht. Er habe mehr vom Tag, wenn er schon um sechs Uhr im Training sei.

Einen strukturierten Tagesablauf beibehalten

Auch Marcel Rentsch aus Amriswil trainiert regelmässig. Während er kräftig in die Pedale auf dem Hometrainer tritt, erzählt er, dass er fünfmal wöchentlich hierher komme. Sein Kraft- und Konditionstrainingsprogramm dauere jeweils zwischen drei bis vier Stunden. Marcel Rentsch arbeitet auf einen Halbmarathon hin. «Mein Ziel ist es, den Greifenseelauf – einen Halbmarathon über 21 Kilometer – im nächsten Jahr erfolgreich bestreiten zu können. Sofern es gut läuft, möchte ich später an einem Marathon teilnehmen.» Früher hätte er sich den Besuch im Fitnesscenter gar nicht vorstellen können.

Doch vor vier Jahren sei alles anders gekommen, damals als er seinen Job verloren hatte. Seither bleibe ihm viel mehr freie Zeit. «Ich musste mir ein neues Ziel setzen und habe mich für sportliche Aktivitäten entschieden.» Unzählige Bewerbungen habe er in zwei Jahren geschrieben – leider bisher ohne Erfolg, erzählt der 54-jährige frühere kaufmännische Leiter. Für über 50-Jährige sei es äusserst schwierig, einen neuen Job zu finden, ist er überzeugt. Trotzdem sei es wichtig, den Mut nicht zu verlieren und einen strukturierten Tagesablauf beizubehalten. «Durch das Training habe ich übrigens 35 Kilogramm abgenommen», betont er.

Ohne Bewegung «gätzig» und «södrig»

Michael Tschopp aus Amriswil musste am eigenen Leib erfahren, wie bedeutend körperliche Aktivitäten sind. Vor 15 Jahren war er zweimal vom Bandscheibenvorfall betroffen. Ihm ist es wichtig, Bauch- und Rückenmuskulatur zu stärken. «Das Ausdauertraining hat auch etwas Meditatives», sagt er, während er sich auf dem Crosstrainer laufähnlich bewegt. Seit drei Jahren gehe er dreimal wöchentlich ins Part. Ein Leben ohne Sport könne er sich gar nicht vorstellen. «Wenn ich mich nicht bewege, werde ich ‹gätzig› (unzufrieden) und ‹södrig› (launisch).»

Der 52-Jährige kommt ins Schnaufen, und die ersten Schweissperlen zeigen sich auf seiner Stirn. Da Michael Tschopp in Zürich arbeitet, begrüsst er die frühe Türöffnung im Trainingsraum. So könne er vor der Arbeit ins Training, und zudem sei er ohnehin ein Frühaufsteher. Früher hat Michael Tschopp geraucht. Vor drei Jahren habe er damit aufgehört. Der unerwünschte Nebeneffekt sei eine Gewichtszunahme gewesen. Durch die regelmässige körperliche Betätigung habe er aber wieder abgenommen. «Seit ich nicht mehr rauche, fühle ich mich besser. Zudem ist der Raucherhusten verschwunden.»

Obwohl an diesem frühen Morgen nur Männer anwesend sind, seien es mehr Frauen, die bei Part trainieren, erzählt Reto Eigenmann, Sportphysiotherapeut und Geschäftsleitungsmitglied Part. Reto Eigenmann ist überzeugt, dass regelmässige Bewegung verschiedene Leiden verhindern oder lindern kann. Nach einem Gesundheits-Check und einer Einführung durch eine Physiotherapeutin kann bei Part jedermann trainieren.

Bei Risikopatienten mit einer Herz- oder Kreislauferkrankung ist eine genaue Abklärung beim Arzt notwendig. In den vergangenen Jahren habe das Bewusstsein für mehr Bewegung und gesunde Ernährung zugenommen. Körperliche Aktivitäten vergleicht Reto Eigenmann mit Zähneputzen. «Es macht nicht immer Spass, man weiss aber, dass es gut tut.»

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