Don Pedro schafft Unikate mit Motor und zwei Rädern

Der Töffdesigner aus Friltschen kämpft mit seinen Custom-Bikes um den «Rat’s Hole Award» an der «Swiss Moto». Die Messe in Zürich findet vom 20. bis 23. Februar statt.

Mario Testa
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Bauen gemeinsam exklusive Motorräder: Werkstattleiter Andreas Fraefel und Designer Peter Stadler.

Bauen gemeinsam exklusive Motorräder: Werkstattleiter Andreas Fraefel und Designer Peter Stadler.

(Bild: Mario Testa)

Motorrad-Fans fallen sie sofort auf, der Laie sieht auf den ersten Blick meist nichts Besonderes. Custom-Bikes sind Motorräder, welche nicht von der Stange kommen, sondern auf Wunsch der Besitzer angepasst und umgebaut werden. Einer, der seit über 20 Jahren solche Töffs gestaltet, ist Peter Stadler.

Seine «Don Pedro»-Bikes stellt er kommende Woche an der Messe Swiss-Moto in Zürich aus und kämpft mit ihnen dort auch um den «Rat’s Hole Award» für das rattenschärfste Unikat.

Vom Spitznamen zur Marke

Angefangen hat Stadlers Leidenschaft für spezielle Töffs in der Jugendzeit. «Ich hatte ein Töffli und Spass daran, dieses zu frisieren. Später wurden die Töffs grösser, mein Antrieb, diese umzubauen, blieb», sagt der Elektroingenieur aus Friltschen. In jungen Jahren hätten ihm seine Kollegen auch den Spitznamen Don Pedro gegeben. Diesen nutzt er nun als Marke.

Da Stadler selbst kein ausgebildeter Mechaniker ist, holte er sich schon früh Hilfe für sein Projekt. Sein Kumpel und Motorradmechaniker Andreas Fraefel teilt Stadlers Leidenschaft und hat dank seiner eigenen Werkstatt Motobene in Henau auch das richtige Umfeld für Bike-Umbauten.

«Wir wollen die Bikes ja nicht nur individualisieren und verschönern, sie müssen natürlich auch solide und sicher sein. Nicht zuletzt sollen sie auch Spass machen beim Fahren»
Blickfang: Diese Kupplung ist dank Glasscheibe gut sichtbar.

Blickfang: Diese Kupplung ist dank Glasscheibe gut sichtbar.

(Bild: Mario Testa)

sagt Fraefel. Bis ein Motorrad nach den Wünschen der Kunden und dem Design von Don Pedro umgebaut ist, braucht es gut und gerne 200 Stunden Arbeit. «Wir nehmen sie komplett auseinander und bauen sie neu auf. Manchmal hat es zum Schluss keine einzige Originalschraube mehr dran – auch wenn man das erst bemerkt, wenn man genau hinschaut», sagt Fraefel.

«Grenzen setzen uns nur die Gesetze. Da wünschte ich mir manchmal schon, in England oder Australien zu sein. Da ist alles erlaubt.»

Die Wünsche der Kunden seien aber auch in der Schweiz ziemlich ausgefallen. «Die einen wollen viel Bling-Bling, andere ganz kleine Lenker, wieder andere aussergewöhnliche Lichter oder Tachos», sagt Peter Stadler. Er unterscheidet zwei Typen von Kunden.

Fixfertig oder Schritt für Schritt

«Die einen wollen sich ein bereits fixfertiges Custom-Bike zulegen. Andere kommen alle paar Jahre, wenn sie wieder etwas Geld angespart haben, und verschönern ihre Maschine nach und nach.» Das Ziel ist für beide Kundentypen dasselbe: ein individuell gestaltetes Motorrad, ein Unikat. Bis zu 50'000 Franken lassen sich die Kunden ihre Anpassungswünsche kosten.

Spieglein, Spieglein am Töff: Auch solche Wünsche erfüllt Don Pedro.

Spieglein, Spieglein am Töff: Auch solche Wünsche erfüllt Don Pedro.

(Bild: Mario Testa)

Auch wenn Peter Stadler seit über zwei Jahrzehnten im Geschäft mit dem Anpassen von Motorrädern ist, für den studierten Wirtschafter und Elektroingenieur aus dem Kanton Uri bleibt es ein Hobby und Nebenverdienst. «Meine Familie kann ich mit dieser Passion nicht ernähren», sagt der Vater zweier Kinder. Er freut sich sehr auf die Moto Zürich. «Das ist immer der Startschuss in die Töff-Saison.»

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