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Domenic, der Eroberer

Nach dem missglückten Start von Samuel Giger trat Domenic Schneider in den Mittelpunkt des Thurgauer Interesses am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2019. Der Sennenschwinger aus Friltschen stiess in Zug in neue Sphären vor. Die weiteren Thurgauer enttäuschten mehrheitlich.
Matthias Hafen
Perfekter Start in den Wettkampf: Domenic Schneider besiegt im ersten Gang den Eidgenossen Benji von Ah. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Perfekter Start in den Wettkampf: Domenic Schneider besiegt im ersten Gang den Eidgenossen Benji von Ah. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Der König heisst Stucki, der Eroberer von Zug aber Schneider. Keiner lächelte so verschmitzt in die Kameras, wie Domenic Schneider nach jedem seiner fünf Siege. Und nur wenige schafften es, die Freude vom Sägemehlring so enthusiastisch auf die Zuschauertribüne zu übertragen wie der 25-jährige Landwirt und Zimmermann aus Friltschen. Die Bilder, wie Schneider mit den Nordostschweizer Anhängern die Welle auslöste, machten Laune. Die Nahaufnahmen, wie er sich am Brunnen in Stimmung brachte, seine Hände mit voller Wucht gegen das Gesicht klatschte, trugen ihm am vergangenen Wochenende weit über die Kantonsgrenze Sympathien ein. Ja, dieser Domenic Schneider eroberte in Zug die Herzen.

Der Sennenschwinger, der aufgrund seiner Postur nicht immer so ernst genommen wird, wie er es verdient hätte, machte sich am Schwing- und Älplerfest auch sportlich einen Namen. Aus der hinteren Reihe angetreten arbeitete er sich mit überzeugenden Siegen gegen Benji von Ah und Michael Wiget schon am Samstagmorgen in der Rangliste empor. Sein explosiver Kurzzug unterstrich, wie beweglich der 135-Kilo-Mann ist. Nach einem weiteren Erfolg gegen Remo Vogel musste der zu jenem Zeitpunkt erfolgreichste Thurgauer Schwinger irgendwie gestoppt werden. Die Einteilung im vierten Gang gegen den unbesiegten Topfavoriten und späteren Erstgekrönten Joel Wicki war die höchste Ehre, die Schneider am Eidgenössischen in Zug zuteilwerden konnte.

Alleine Domenic Schneiders Ritual am Brunnen war ein Spektakel in Zug. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Alleine Domenic Schneiders Ritual am Brunnen war ein Spektakel in Zug. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Auf Augenhöhe mit den Ostschweizer Zugpferden

Gegen die ganz Grossen blieben die Erfolge zwar aus. Auch, als Schneider im siebten Gang dem späteren König Christian Stucki gegenüberstand. Trotzdem war das Notenblatt des Thurgauers nach den zwei Tagen imposant. In Zug hat sich Domenic Schneider in eine höhere Liga katapultiert. Drei Jahre nach dem Gewinn seines ersten Eidgenössischen Kranzes steht der 25-jährige Nordostschweizer Zugpferden wie Daniel Bösch schon in nichts mehr nach. Und aus Thurgauer Sicht entschädigte sein grandioser Auftritt in der Zentralschweiz nicht zuletzt für den enttäuschenden Festverlauf von Samuel Giger.

Mit seinem Sieg zum Abschluss gegen Sven Schurtenberger holte Samuel Giger souverän den Eidgenössischen Kranz und stand am Ende doch noch als bester Thurgauer da. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Mit seinem Sieg zum Abschluss gegen Sven Schurtenberger holte Samuel Giger souverän den Eidgenössischen Kranz und stand am Ende doch noch als bester Thurgauer da. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Krähenbühl fehlt nur ein Viertelpunkt

Hinter den zwei einzigen Thurgauer Kranzgewinnern Giger und Domenic Schneider setzte es für die Delegation von Leiter Manuel Strupler in Zug mehrheitlich Enttäuschungen ab. Mario Schneider, dem viele den ersten eidgenössische Kranz zugetraut hatten, wurde der Sonntagmorgen mit zwei Gestellten zum Verhängnis. Die Eidgenossen Tobias Krähenbühl und Beni Notz verpassten ihr Ziel, einen weiteren Kranzgewinn, ebenfalls. Krähenbühl nur um einen Viertelpunkt. Starke Auftritte zeigten Marco Oettli, der am Schluss eher unerwartet fünftbester Thurgauer war, und David Dumelin. Dumelin hatte nach dem fünften Gang noch von Rang neun gegrüsst.

Mit einer grossen Enttäuschung musste Stefan Burkhalter umgehen. Der 45-Jährige fand mit seinem Sieg mit Höchstnote gegen den Eidgenossen Erich Fankhauser zwar schnell in den Wettkampf und nährte damit die Hoffnung auf einen würdigen Abschluss an seinem letzten Eidgenössischen Fest. Doch nach Fankhauser konnte Burkhalter keinen Gegner mehr ins Sägemehl legen und musste nach sechs Gängen bereits die Segel streichen – das mit nur einer Niederlage notabene. Auch Michael Steiner und Silvio Oettli kamen nicht über sechs Gänge hinaus, wobei Silvio Oettli damit ein Lichtblick war. Bereits nach vier Gängen und dem ersten Tag war für Robin Straub, Rico Ammann und Lars Hugelshofer Schluss.

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