Digitalisierung zieht in Weinfelden in den Unterricht ein

Die Versammlung der Sekundarschulgemeinde bewilligt das Budget und die Anschaffung von Computern für die Schüler. Bei der Primarschule droht kommendes Jahr eine deutliche Steuerfusserhöhung.

Mario Testa
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Sekundarschulpräsident Beat Gähwiler freut sich über die Zustimmung für das Budget, das mit einem Defizit von 933'000 Franken rechnet. (Bild: Mario Testa)

Sekundarschulpräsident Beat Gähwiler freut sich über die Zustimmung für das Budget, das mit einem Defizit von 933'000 Franken rechnet. (Bild: Mario Testa)

«Der richtige Umgang mit Computern ist wichtig für die Vorbereitung auf die Berufswelt», sagt Beat Gähwiler. Er stellte mit seiner elfköpfigen Behörde am Mittwochabend daher den Antrag an der Versammlung der Sekundarschulgemeinde Weinfelden, Informatikmittel im Wert von 160000 Franken für das Schulhaus Pestalozzi zu beschaffen.

«Die Weitsicht in Märstetten ist bereits ausgerüstet, auch das Thomas-Bornhauser-Schulhaus in Weinfelden soll später noch folgen»

sagt Gähwiler. Pestalozzi-Schulleiter Michael Bürgi führt aus, weshalb es die Computer im Unterricht braucht. «Bislang gab es den Informatik-Unterricht als eigenes Fach. Mit dem neuen Lehrplan sollen die Computer aber auch in anderen Fächern vermehrt eingesetzt werden», sagt er. Das Ziel sei deshalb, dass jede Schülerin und jeder Schüler seinen eigenen Computer bekommt.

Es handelt sich dabei um sogenannte Convertibles, also eine Mischung aus Laptop und Tablet. «Diese Computer sind bei uns nichts anderes als ein Arbeitsinstrument. Sie verbleiben auch in der Schule und werden den Schülerinnen und Schülern nicht mit nach Hause gegeben», sagt Bürgi. So sei auch nicht mit grossen Folgekosten für Reparaturen zu rechnen.

Erfahrungen sammeln mit den Abschlussklassen

Dank des Kredits, den die 75 Stimmberechtigten einstimmig gutheissen, können nun nach den Sommerferien die 3. Sekundarklassen mit Convertibles ausgerüstet werden. «So haben wir ein Jahr Zeit, Erfahrungen zu sammeln. Wenn dann die 1.-Sekundarschüler ihre Geräte bekommen, sind wir dann topfit und alles sollte funktionieren», sagt Bürgi. Für das Geld werden 140 Convertibels, Dockingstationen für die Lehrer sowie Softwarelizenzen und Server gekauft.

Präsident Beat Gähwiler antwortet auf eine kritische Frage zu den stetig steigenden Informatikkosten: «Das geht allen Schulen so. Da müssen Sie sich daran gewöhnen – wir uns auch.»

Keine Pantoffelhelden in der Primarschule

Humorvoll steigt Präsident Thomas Wieland in die Versammlung der Primarschulgemeinde Weinfelden ein. In Anspielung an den Zeitungsbericht über die Finken-Zone im Schulhaus Elisabetha Hess sagt er: «Keine Sorge, wir bilden keine Pantoffelhelden aus.»
Zu reden gibt das Budget (siehe Kasten) mit dem hohen Defizit.

Schulsekretär René Diethelm sagt, dass es wohl das letzte Budget sei mit einem Steuerfuss von unter 50 Prozent.

«Eine Erhöhung für 2020 wird unumgänglich sein und voraussichtlich fünf Prozent betragen.»
Thomas Wieland, Präsident Primarschulgemeinde Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Thomas Wieland, Präsident Primarschulgemeinde Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Grund seien stark steigende Schülerzahlen in den kommenden Jahren sowie hohe Investitionen in neue Schulhäuser und Kindergärten. Auf die Frage, weshalb der Steuerfuss nicht etappenweise erhöht werde, sagt er: «Wir sollen keine jährlichen Erhöhungen sondern einen stabilen Steuerfuss über längere Phasen.»

Aus der Behörde haben Eva Dal Dosso wegen Wegzugs und Daniel Engeli – im Falle einer Wahl in den Stadtrat – ihren Rücktritt angekündigt. Die Ersatzwahl findet am 19. Mai statt. Kandidaturen können bis am 25. März eingereicht werden.

Schulen bauen Eigenkapital ab

Das Budget der Sekundarschulgemeinde Weinfelden rechnet für 2019 bei gleichbleibendem Steuerfuss von 33 Prozent mit einem Minus von 933000 Franken, jenes der Primarschule gar mit 1,3 Millionen Defizit bei gleichbleibendem Steuerfuss von 49 Prozent. Sorgen bereiten diese Zahlen den Behörden nicht, ist es doch ihr erklärtes Ziel, das hohe Eigenkapital (Sek: 5 Millionen / Primar: 9,5 Millionen) abzubauen. Beide Schulbudgets werden einstimmig angenommen.