«Dieses vermaledeite Virus wird nicht für alle Zeit unser Leben bestimmen»: Der Ex-Olmadirektor wirbt in Bischofszell dafür, sich den Herausforderungen mutig zu stellen

Die Stadt Bischofszell führt trotz Corona eine Bundesfeier durch. 150 Festbesucher hören Nicolo Paganinis Rede und gehen im Gänsemarsch zum Buffet.

Georg Stelzner
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Vor der Bitzihalle stossen Verkehrsvereinspräsident Hans-Martin Baumann, Festredner Nicolo Paganini und Stadtpräsident Thomas Weingart auf den Geburtstag der Schweizerischen Eidgenossenschaft an.

Vor der Bitzihalle stossen Verkehrsvereinspräsident Hans-Martin Baumann, Festredner Nicolo Paganini und Stadtpräsident Thomas Weingart auf den Geburtstag der Schweizerischen Eidgenossenschaft an.

(Bild: Georg Stelzner)

Manches ist gleich, vieles ist ganz anders an der Bischofszeller Bundesfeier, Ausgabe 2020. So bilden die Tische keine Reihen, sondern stehen einzeln vor der Bitzihalle, und der Weg zum Buffet erfordert Disziplin und Geduld. Nur dank diverser Vorsichtsmassnahmen, zusammengefasst in einem Schutzkonzept, kann die Rosenstadt den Geburtstag der Schweiz überhaupt annähernd so feiern wie in Prä- Coronazeiten.

Der Entscheid zur Durchführung stösst in der Bevölkerung auf breite Zu- stimmung; die Teilnehmerzahl braucht keinen Vergleich zu anderen Jahren scheuen. Stadtpräsident Thomas Weingart erklärt in seinem Grusswort:

«Es ist richtig und wichtig,
jetzt zu feiern.»

Ein Anlass wie die Bundesfeier sei geeignet, in einer Krise Sicherheit zu verleihen. Weingart dankt jenen Leuten, die durch ihren Einsatz die Durchführung trotz widriger Umstände ermöglicht haben.

«Vertrauen, Engagement und Solidarität zeichnen unsere Stadt aus», sagt Weingart und übergibt das Wort an Nicolo Paganini, den in Bischofszell aufgewachsenen Festredner. Der St. Galler Nationalrat weiss seine Zuhörer denn auch mit privaten Reminiszenzen zu unterhalten.

Das Thema Nummer eins, die Coronapandemie, will aber auch er nicht ausklammern. Paganini bescheinigt der Schweiz ein gutes, wenngleich nicht fehlerfreies Krisenmanagement. Es habe detaillierte Pandemiepläne gegeben, doch viele Akteure hätten nichts oder zu wenig getan, um gerüstet zu sein, hält der frühere Olma-Direktor und heutige Präsident des Schweizer Tourismusverbandes kritisch fest.

«Unsere Gesellschaft hat im ersten Halbjahr 2020 viel Solidarität bewiesen. Diese wird es weiterhin brauchen.»

So die Mahnung des 54-Jährigen. Dann gibt Paganini seiner Hoffnung Ausdruck, «dass dieses vermaledeite Virus nicht für alle Zeit unser Leben bestimmen wird». Er ruft dazu auf, sich Herausforderungen mutig zu stellen. Die Schweiz wünscht sich Paganini als solidarisches, offenes und unabhängiges Land, in dem Leistung zählt und weniger genörgelt wird. Man solle dankbar sein, in diesem fantastischen Land leben zu dürfen.

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