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Diese Dürre wird die Schweiz noch lange spüren

Gemüse-, Vieh- und Rebbauern sprechen über die Auswirkungen des Hitzesommers 2018
Viviane Vogel
Eine Kuh kühlt sich bei der Hitze die Hufe. (Bild: PD/ Andreas Walter)

Eine Kuh kühlt sich bei der Hitze die Hufe. (Bild: PD/ Andreas Walter)

1947 mussten Bauern ihr Vieh frühzeitig schlachten. Auch 2018 sind Viehzüchter schon so weit (unsere Zeitung berichtete). Andreas Walter, Landwirt des Aeulihofs in Weinfelden, musste schon sieben von seinen 155 Kühen weggeben. «Wir haben 60 bis 70 Prozent Maisschaden. Das ist Futter, das fehlt.» Diesen Mangel muss Walter nun anderweitig abdecken. «Ich konnte von einem befreundeten Landwirt, der keine Kühe hat, Heu abkaufen. Zusätzlich sind wir gegen Trockenheit versichert.» Trotzdem: Der Schaden ist angerichtet. Dieses Jahr könne der Milchbauer keine Investitionen in den Betrieb vornehmen.

Was den Einen existenzielle Sorgen bereitet, macht den anderen Freude. «Wir sind momentan sehr gut bedient», sagt Michael Burkhart, Rebbauer aus Weinfelden. Er musste seine Reben zwar aus dem Hydranten bewässern, trotzdem erwartet er dieses Jahr eine um zwei Wochen verfrühte Ernte. Er weiss: «Wir können mit einem hohen Oechsle-Wert rechnen.» 1947 erzielte man in Weinfelden einen Rekordwert von 108 Oechsle-Grad.

2018 macht 2003 Konkurrenz

Weniger rosig sieht die Prognose von Sepp Egger, Inhaber der Egger Gemüsebau Wertbühl, aus. «Die Dürre ist jetzt, die Auswirkungen werden wir noch bis im Frühling spüren.» Diese Trockenheit habe unter Anderem in Frankreich und Polen riesige Schäden angerichtet. «In ganz Europa fehlen Ernten, Importieren wird schwierig.» Egger sieht einen möglichen Lichtblick am Schweizer Horizont:

«Wenn es bis Ende August eine Weile richtig regnet, könnte sich die Landwirtschaft noch etwas erholen.»

Ein milder Herbst könnte auch für Entspannung der Lage sorgen. «Ansonsten haben wir gravierende Auswirkungen zu befürchten», sagt Egger. Man muss nicht weit zurückdenken, es reichen 15 Jahre. Walter und Egger sind sich einig: Dieser Hitzesommer toppt denjenigen von 2003 noch. «Schlimm ist vor allem, wie früh die Trockenheit eingesetzt hat», erklärt Walter.

Wie im Jahrhundertsommer fing die Dürre auch dieses Jahr schon im April an. Am 7. April habe Walter Zuckerrüben gesät. Darauf folgten fünfeinhalb trockene Wochen. Die Zuckerrüben konnten gar nicht erst richtig aufgehen und wuchsen nicht.

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