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Diese Bäume in Hofen sind Raritäten: Die Obstsortensammlung in Roggwil feiert das 25-Jahr-Jubiläum

Auf dem fünf Hektaren grossen Gelände wachsen Kirschen, die es nirgendwo sonst gibt. Auch in anderer Beziehung ist die Anlage einzigartig.
Markus Schoch
Die Bäume stehen in Reih und Glied. (Bild: Markus Schoch)

Die Bäume stehen in Reih und Glied. (Bild: Markus Schoch)

Sie sind alle anders. Doch Urs Heinzelmann kennt jeden. Weiss, wo er steht. Weiss, wie es ihm geht. Und weiss um seine Geschichte. Beispielsweise diejenige des Schweizer Orangenapfels, eine Kreuzung aus Ontarioapfel und Cox Orangenrenette aus dem Jahr 1935. Noch viel älter sind der Api Stern und der Api Rose. «Die kannten schon die Römer.»

Urs Heinzelmann. (Bild: Markus Schoch)

Urs Heinzelmann. (Bild: Markus Schoch)

Heinzelmann ist der technische Leiter der Obstsortensammlung in Roggwil.Er kümmert sich als Instruktor der vielen freiwilligen Helfer um die rund 400 Hochstämmer, die auf fünf Hektaren Land in Hofen stehen: über 320 Apfel-, Birnen-, Zwetschgen-, Pflaumen- und Kirschbäume sowie 66 Nussbäume. Die meisten alte Sorten, die vom Aussterben bedroht sind. Darunter Raritäten wie die Alfa-und Beta-Kirsche. «Die gibt es sonst nirgends mehr», sagt Heinzelmann.

Aber auch in anderer Beziehung ist die Sammlung einzigartig. «Wir haben hier alle Schweizer Züchtungen der beiden Forschungsanstalten in Wädenswil und Changins.»

Heinz Daepp nahm die Zügel in die Hand

Heinz Daepp. (Bild: Max Eichenberger)

Heinz Daepp. (Bild: Max Eichenberger)

Heinzelmann war selber Obstbauer und ist Mann der ersten Stunde in der Obstsortensammlung. Heinz Daepp holte ihn seinerzeit an Bord. Der mittlerweile verstorbene Roggwiler war Initiant des Projektes, das eng mit dem Bau der Umfahrung von Arbon verknüpft ist.

Das lebende Museum gleich neben dem Autobahnzubringer ist sozusagen die ökologische Ausgleichsfläche zum Betonband. Um den Widerstand gegen die neue Strasse zu brechen, stellte der Kanton der Öffentlichkeit Land zur Verfügung. Wer auf die Idee kam, darauf eine Obstsortensammlung als genetische Rückversicherung anzulegen, ist umstritten. Verbürgt ist, dass Daepp es war, der die Zügel in die Hand nahm, so wie zuvor 1976 beim Schloss Roggwil, das er vor dem Abbruch rettete.

Fast 500 Mitglieder helfen mit

Alle Bäume sind angeschrieben. (Bild: Markus Schoch)

Alle Bäume sind angeschrieben. (Bild: Markus Schoch)

Der Bauernsohn aus der Bleiche in Arbon scharte 80 Gleichgesinnte um sich, die sich 1994 zu einem Verein zusammenschlossen, der sich seither um die Anlage kümmert. Mittlerweile sind gegen 500 Mitglieder eingeschrieben, von denen die Hälfte auch Hand anlegt, wenn es nötig ist. Sie schneiden die Bäume und helfen bei der Ernte. In diesem Jahr nehmen die Frauen und Männer voraussichtlich 20 Tonnen Äpfel ab, zehn Tonnen Birnen und je drei Tonnen Zwetschgen und Kirschen, schätzt Heinzelmann. Die Früchte sind der Lohn für ihre Arbeit.

Ein Schweizer Orangenapfel reift am Baum. (Bild: Markus Schoch)

Ein Schweizer Orangenapfel reift am Baum. (Bild: Markus Schoch)

Die Einsatzbereitschaft ist ebenso gross wie der Zusammenhalt. Und deshalb ist Heinzelmann heute noch dabei. «Wir haben während 25 Jahren gemeinsam etwas aufgebaut, das finde ich faszinierend.» Sein Lieblingsbaum steht allerdings nicht in der Obstsortensammlung. «Es ist der Nussbaum neben meinem Haus, unter dem ich gerne sitze.»

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