Dienstschluss für den «Heugümper» aus dem Aach-Thurland

Der Feuerwehrzweckverband Sulgen-Kradolf-Schönenberg hat ein neues Fahrzeug.

Hannelore Bruderer
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Rafael Hunziker von der Firma Alfag in Weinfelden übergibt das neue Fahrzeug an den Kommandanten Norbert Schoch und den Präsidenten Hanspeter Kernen.

Rafael Hunziker von der Firma Alfag in Weinfelden übergibt das neue Fahrzeug an den Kommandanten Norbert Schoch und den Präsidenten Hanspeter Kernen.

Bild: Hannelore Bruderer

Ob der neue Nissan Navara auch bald einen so liebevollen Kosenamen erhalten wird wie sein Vorgänger? Der Toyota Landcruiser «Heugümper», diente der Feuerwehr Sulgen–Kradolf-Schönenberg 28 Jahre lang als Zugfahrzeug. Nun ist er aufgrund seines Alters – aber auch weil er den aktuellen Anforderungen nicht mehr entsprach – vor dem nächsten Termin bei der Motorfahrzeugkontrolle ausgemustert worden.

Eine Ersatzbeschaffung war im Flottenplan bereits vorgesehen. Den Antrag dafür stellte die Feuerwehrkommission im letzten Juli. «Die Beschaffung eines Fahrzeugs für die Feuerwehr ist ein langer Prozess und nicht zu vergleichen mit einem normalen Autokauf», sagt Hanspeter Kernen, der Präsident des Feuerwehrzweckverbands. Doch er ergänzt:

«Da es sich beim neuen Zugfahrzeug um ein relativ einfaches Fahrzeug handelt, konnte die Beschaffung innerhalb eines Jahres abgewickelt werden.»

Bei grösseren Investitionen, die öffentlich ausgeschrieben und von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern genehmigt werden müssen, dauert die Beschaffungszeit schnell einmal doppelt so lang. Die Kosten für das neue Fahrzeug beziffert Hanspeter Kernen auf rund 75'000 Franken. Das alte Zugfahrzeug wird verkauft, Interessenten haben sich bereits gemeldet.

«Eine Ladefläche und die Möglichkeit, bis zu fünf Personen zu transportieren, sind die wichtigsten Vorteile des neuen Nissans», erklärt Feuerwehrkommandant Norbert Schoch. Im Fahrzeug befindet sich zudem eine Minimalausrüstung mit Leiter, Absperrmaterial, Hydranten- und Schlauchschlüssel sowie weiteren Komponenten. Wie mit dem Vorgängerfahrzeug bringt der Materialwart mit dem neuen Auto benötigte Hilfsmittel und Gerätschaften zum Einsatzort.

Feuerwehrübungen nur in kleinem Rahmen

Als Pikettfahrzeug für Offiziere erhält es an Wochenenden aber auch einen neuen Einsatzzweck. «So kann es sein, dass das neue Auto mit dem diensthabenden Pikettoffizier als Erstes an einem Einsatzort eintrifft. Übernimmt der Offizier das Kommando vor Ort, übernimmt der Materialwart das Auto wieder, der es für weitere Transporte nutzen kann, falls nötig.»

Durch die coronabedingten Einschränkungen finden Feuerwehrübungen derzeit nur in kleinem Rahmen statt. «Wir haben die offizielle Übergabe des Fahrzeugs an die Feuerwehrleute aus diesem Grund erst auf September eingeplant», sagt Hanspeter Kernen. Dann soll das neue Fahrzeug nach einer Gesamtübung mit einem Imbiss und Umtrunk gefeiert werden.