Die zwei rettenden Plätze im Flugzeug: Wigoltinger berichtet von rasanter Rückkehr aus Nepal

Roman Imhof und seine Freundin Isabella Callegari erlebten eine Odyssee mit glücklichem Ende. Sie mussten überstürzt aus ihrem Urlaub zurückkehren.

Mario Testa
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Roman Imhof und Isabella Callegari während ihrer Wanderung über die verschneiten Berge von Nepal.

Roman Imhof und Isabella Callegari während ihrer Wanderung über die verschneiten Berge von Nepal.

(Bild: PD)

In der nepalesischen Bergwelt suchten sie Abgeschiedenheit und Abenteuer. Letzteres fanden Roman Imhof und seine Freundin Isabella Callegari jedoch unfreiwillig auch auf ihrer Rückreise. Anfang März – noch vor dem Corona-Lockdown – flogen die beiden nach Kathmandu und schon wenige Tage später wanderten sie ganz alleine, weit weg von jeder Zivilisation über verschneite Pässe und durch tiefe Täler. Roman Imhof sagt:

«Auf dem Trekking hatten wir während acht Tagen kein Internet und bekamen von der weltweiten Situation betreffend Covid-19 nichts mit.»

«Als dann jedoch der Kontakt zur ‹Aussenwelt› wieder hergestellt war, bekamen wir beunruhigende Nachrichten aus der Schweiz. Wir wurden zur Rückkehr aufgefordert.»

Was folgte, war für den 29-jährigen Landschaftsgärtner aus Wigoltingen und seine Begleiterin eine regelrechte Odyssee. Angefangen beim ersten Inlandflug, der – wie sie am Flugplatz feststellen mussten – einer der letzten überhaupt war.

Flughafen wurde stillgelegt

Gelandet in Pokhara, einer Stadt am Fusse der Berge, erfuhren sie, dass der Flughafen in der Hauptstadt Kathmandu stillgelegt wurde und nur noch vereinzelte internationale Verbindungen erhalten blieben. «Als wäre dies nicht schon genug, waren am Folgetag auch keine Autofahrten mehr möglich», erinnert sich Imhof.

«Innert weniger Minuten trafen wir eine Entscheidung um die andere, buchten einen Flug in die Schweiz und organisierten ein Auto für die Fahrt nach Kathmandu.»

Fahrten im Privatauto sind für Touristen verboten, trotzdem nahmen sie die Reise unter die Räder und erreichten nach holpriger Fahrt die Hauptstadt.

Lockdown im ganzen Land und gefangen im Hotel

«Kaum angekommen wurde klar, dass wir am nächsten Morgen vor 6 Uhr am Flughafen sein mussten, weil dann der Lockdown begann.» Frühmorgens am Flughafen angekommen, waren die Reisenden eingeschlossen. Alle Strassen wurden gesperrt und der Flughafen war geschlossen. «Voll bepackt suchten wir auf eigene Faust ein Hotel und fanden es nach bangen Momenten auch», sagt Imhof.

Sofort setzen sie sich mit dem Schweizer Konsulat in Verbindung, doch ein übers andere Mal verflog die Hoffnung auf einen Repatriierungsflug. Sowohl die Deutschen als auch die Franzosen flogen zuallererst ihre Staatsangehörigen aus.

Der Konsul als Retter in der Not

Am Samstag, 29. März, war es dann so weit. «Der Schweizer Konsul Urs Flückiger rief uns an und meinte, eventuell noch zwei Sitzplätze auf einem Flug nach Paris organisieren zu können. Innert fünf Minuten waren wir parat.» Höchstpersönlich holte der Konsul die beiden im Hotel ab. Imhof erzählt:

«Durch schwer bewaffnete Checkpoints raste er in einem Affenzahn zum Flughafen. In letzter Sekunde erreichen wir den Flieger nach Paris. Waren wir erleichtert, als dieser abhob!»

Imhof weilt unterdessen wieder zu Hause in Wigoltingen. Dass es mit der Repatriierung geklappt hat, sei vor allem der Verdienst des Konsuls und Thomas Zwahlen von der Agentur Himalaya Tours.

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