Die Zeit ist reif für den neunten Meistertitel des SC Kreuzlingen

Kreuzlingens NLA-Wasserballer fordern heute ab 20.30 Uhr im Playoff-Final Titelverteidiger Lugano heraus. Vergangenes Jahr standen die Thurgauer vor der gleichen Herausforderung, blieben aber chancenlos. Diesmal sprechen mehrere Punkte für einen neuen Schweizer Meister.

Matthias Hafen
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Trainer Benjamin Redder und der SC Kreuzlingen geniessen im Playoff-Final gegen Lugano Heimvorteil. Die Best-of-5-Serie beginnt am Donnerstag im Kreuzlinger Freibad Hörnli. (Bild: Mario Gaccioli, Kreuzlingen, 18. Mai 2019)

Trainer Benjamin Redder und der SC Kreuzlingen geniessen im Playoff-Final gegen Lugano Heimvorteil. Die Best-of-5-Serie beginnt am Donnerstag im Kreuzlinger Freibad Hörnli. (Bild: Mario Gaccioli, Kreuzlingen, 18. Mai 2019)

Für Benjamin Redder ist der Moment gekommen. 2019 soll das Jahr sein, in dem der achtfache Schweizer Meister SC Kreuzlingen den ewigen Kontrahenten Lugano als Titelhalter im Schweizer Wasserball ablöst. Der überlegene Qualifikationssieg der Thurgauer spricht dafür, ebenso der Cup-Triumph in diesem Jahr gegen die Luganesi. Kreuzlingens Trainer Redder sieht noch ein weiteres Indiz: «Wir haben uns in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert», sagt der Deutsche, der in seinem dritten Jahr als SCK-Trainer steht. Heuer seien die Vorzeichen genau umgekehrt als noch vor einem Jahr. «Wenn wir spielen, was wir können, dann wird Lugano Mühe haben, uns zu besiegen», prophezeit Redder. 2018 war es ebenfalls zum Playoff-Final zwischen Lugano und Kreuzlingen gekommen. Damals setzten sich die Tessiner mit 3:0 durch.

Starker Goalie, cooler Center und der NLA-Topskorer

Auch Kreuzlingens gewiefte Kaderplanung trug dazu bei, dass die Thurgauer NLA-Wasserballer in diesem Jahr mindestens auf Augenhöhe sind mit Titelverteidiger Lugano, wenn nicht sogar ein bisschen darüber. Routinier Francesco Tramacera ist im Tor Gold wert für Redders Team. Auch der junge, hungrige US-Amerikaner Jonny Lotero vermag als Center zu überzeugen. Und NLA-Top­skorer Milan Petrovic ist auch mit weit über 30 Jahren noch ein Gewinn. Dazu kommt Kreuzlingens Schweizer Garde, wohl das Beste, was das hiesige Wasserball derzeit zu bieten hat. Der SCK ist auf jeden Fall jünger, athletischer und breiter aufgestellt als Lugano. «Mittlerweile können wir mehrere Spieler auswechseln, ohne dass wir im Becken einen Qualitätsverlust haben», sagt Trainer Redder. Das mit drei Weltmeistern gespickte Kader der Luganesi zehrt vor allem von seiner Routine.

Lugano nicht mehr unbesiegbar

Hatten die Tessiner in der Vorsaison kein einziges Spiel verloren, so kommt es nicht von ungefähr, dass 2019 gleich mehrere Niederlagen zu Buche stehen – auch entscheidende wie im Cupfinal nach Penaltyschiessen gegen Kreuzlingen. Wenig souverän zeigte sich der Titelhalter zuletzt im Halbfinal gegen Horgen, der zunächst den erwarteten Ausgang zu nehmen schien. Die Tessiner führten mit 2:0-Siegen und hätten am dritten Spieltag vor heimischem Publikum alles klar machen können. Dann aber kämpfte sich Horgen mit zwei Siegen in Folge in die Best-of-5-Serie zurück und erzwang ein Entscheidungsspiel, das dann doch noch Lugano zu Hause mit 11:5 gewann. «Ich kann mir die zwei Niederlagen der Tessiner nur schwer erklären», sagt Redder, der eine davon vor Ort in Horgen miterlebt hat. «Wir sind jedenfalls gespannt, wie Lugano im Final auftreten wird.»

Wasserball-Playoff-Final NLA (best of 5)

1. Runde. Donnerstag, 18. Juli, 20.30 Uhr: Kreuzlingen – Lugano
2. Runde. Samstag, 20. Juli, 20.45 Uhr: Lugano – Kreuzlingen
3. Runde. Dienstag, 23. Juli, 20.30 Uhr: Kreuzlingen – Lugano
Evtl. 4. Runde. Donnerstag, 25. Juli, 20.45 Uhr: Lugano – Kreuzlingen
Evtl. 5. Runde. Samstag, 27. Juli, 20.30 Uhr: Kreuzlingen – Lugano.