Die «Zauberlaterne» beginnt in Romanshorn zu leuchten

Am Samstag lädt der neue Filmclub für Kinder ab sechs Jahren im Romanshorner Kino Roxy zur Premiere ein.

Markus Schoch
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Der Vereinvorstand von «Die Zauberlaterne Romanshorn»: Lorenzo Berardelli, Markus Bösch, Vinuja Vivekanantharasa und Doris Staudenmann

Der Vereinvorstand von «Die Zauberlaterne Romanshorn»: Lorenzo Berardelli, Markus Bösch, Vinuja Vivekanantharasa und Doris Staudenmann

PD

Es ist ein Neuanfang an einem anderen Ort. 20 Jahre hatten der Filmclub «Zauberlaterne» seinen Thurgauer Sitz in Weinfelden. In den besten Jahren zählte der Trägerverein fast 200 Mitglieder, die im Liberty Cinema in die grosse weite Welt des Kinos eintauchten, begleitet von Erwachsenen, die ihnen ausgesuchte Perlen der Filmgeschichte näher brachten. Weil das Interesse seitens der Kinder schwand und sich das Liberty programmlich neue Schwerpunkte setze, entschieden die Verantwortlichen, sich nach einem neuen Partner umzusehen, der seinen Fokus mehr auf Kultur und Filmkunst hat. Gefunden haben sie ihn im Kino Roxy.

Kino Roxy zeigte sich interessiert

«Es war von Anfang an naheliegend für uns, in Romanshorn anzuklopfen», sagt Klubkoordinator Lorenzo Berardelli von Dachverein mit Sitz in Neuenburg. Die Gesprächspartner beim «Roxy» hätten sich schon beim ersten Kontakt sehr interessiert gezeigt. Und sie tun alles, damit der Filmclub bei ihnen zum Laufen kommt.

Die Geschäftsführerin Andrea Röst sagt:

«Wir stellen unsere Infrastruktur für die erste Saison kostenlos zur Verfügung und unterstützen das Projekt personell wie ideell.»

Sie bot auch gerne Hand, als es darum ging, neue Wege zu gehen. Die Beteiligten schaffen mit der «Kleinen Laterne» ein zusätzliches Angebot, das sich an (noch jüngere) Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren und deren Eltern richtet.

Die kleine Laterne

Die «Kleine Laterne» bietet Kindern von vier bis sechs Jahren in Begleitung ihrer Eltern oder Grosseltern die Möglichkeit, die Welt des Kinos zu entdecken und dabei vor allem Spass zu haben. Innerhalb von zwei Jahren können sie sechs Vorstellungen mit einem Kurzfilmprogramm besuchen. Ein sogenannter Animator oder eine Animatorin führt die Kinder ins jeweilige Thema ein und zeigt dazu passende Ausschnitte. Es geht beispielsweise um die Bedeutung der Musik oder die Vielfalt des Filmschaffens. (mso)

Markus Bösch leitet Trägerverein

Die Interessen des Dachverbandes vor Ort wahr nimmt Markus Bösch, der den Filmclub in Romanshorn leitet und gleichzeitig den Trägerverein präsidiert. Der Primarlehrer hat bereits einschlägige Erfahrungen. «Ich habe vor vielen Jahren mit einem freiwilligen Team die Zauberlaterne in Romanshorn lanciert. Damals ist das Projekt leider aus finanziellen Gründen gescheitert.»

Er liess sich deshalb nicht zweimal bitten, als Berardelli ihn fragte, ob er bereits sei, es nochmals zu versuchen.

«Ich finde die Idee genial, Kindern gute und verschiedenartigen Filme zu zeigen und sie dabei mit Hintergrundinformationen zu lehren, sich in der heutigen Medienwelt zurechtzufinden.»

Bösch repräsentiert den Klub gegen aussen, er stellt die Verbindung zum Dachverein her und ist in regelmässigem Kontakt mit den «Roxy»-Betreibern. Er ist Ansprechperson bei Fragen der Eltern, nimmt die Anmeldungen entgegen, betreut die Begleitpersonen und kümmert sich um das Wohlbefinden und die Sicherheit der Kinder während der Vorstellungen.

Zu tun gibt es im Verein aber noch viel mehr. Bösch sucht deshalb noch Freiwillige für die Vorstandsarbeit. Konkret jemand für die Werbung, für die Mittelbeschaffung und für Koordination der «Kleinen Laterne».

Zauberlaterne

Jedes Jahr bietet die «Zauberlaterne» Kindern von 6 bis 12 Jahren ein Programm von neun Filmen an, die zu den besten der Kinogeschichte gehören. Die Vorführungen werden spielerisch-pädagogisch eingerahmt. Vor der Vorstellung erhalten alle Mitglieder eine Klubzeitschrift, deren Lektüre sie auf den jeweiligen Film vorbereitet. Im Kinosaal führen eine interaktive Moderation und eine szenische Einführung die Kinder in den Film ein. Die Vorführungen finden ohne Eltern statt, die Kinder werden von Helfern betreut. (mso)

Erste Aufführungen

Am kommenden Samstag um 10.30 Uhr geht es los. Zu sehen bekommen die Kinder die Slapstick-Komödie «Der General» mit Buster Keaton aus dem Jahr 1926. Die «Kleine Laterne» startet voraussichtlich zur gleichen Uhrzeit am 5. Dezember.

Weitere Informationen unter www.lanterne-magique.org/de/clubs/romanshorn. Wer Fragen oder Interesse an der Arbeit im Vorstand hat, kann sich unter romanshorn@zauberlaterne.org melden.