Die Weihnachtsbeleuchtung soll nicht mehr so lange hängen: Der Arboner Stadtrat will etwas gegen die Lichtverschmutzung tun

Innerhalb von 30 Jahren hat der Mensch in verschiedenen Gebieten der Schweiz die Insektenpopulationen um bis zu 75 Prozent dezimiert. Der Stadtrat ist sich der Problematik bewusst und handelt.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
In der Weihnachtszeit sind Bäume und Strassen hell erleuchtet.

In der Weihnachtszeit sind Bäume und Strassen hell erleuchtet.

Bild: Max Eichenberger (Arbon, 1.1.2000)

Wenn die Nacht zum Tag wird, haben viele Insekten ein Problem. Kunstlicht stresst sie, stört ihre Orientierung, hält sie von der Paarung ab und macht sie zur leichten Beute für Jäger. Nach Meinung von Ruth Erat (SP) und Cornelia Wetzel Togni (Grüne) hätte es die Stadt zumindest teilweise in der Hand, den Kerbtieren das Leben etwas leichter zu machen, deren Zahl stark abgenommen hat.

Ruth Erat.

Ruth Erat.

Bild: Ladina Bischof (3.3.2020)

Sie seien sich der Problematik bewusst, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf den Vorstoss der beiden im Parlament. Auch der Bund habe erkannt, dass Handlungsbedarf bestehe, und er sei daran, eine neue Vollzugshilfe auszuarbeiten, die helfen soll, die zunehmende Lichtverschmutzung zu bremsen. Die Stadt selber habe im überarbeiteten Baureglement festgehalten, dass unnötige Emissionen bei Aussenbeleuchtungen zu vermeiden seien.

Cornelia Wetzel Togni.

Cornelia Wetzel Togni.

Bild: PD

Beleuchtung öffentlicher Gebäude eingrenzen

«Ein weiterer Grundsatz könnte sein, dass nicht sicherheitsrelevante Beleuchtungen von 22.00 bis 06.00 Uhr stark gedimmt oder abgeschaltet werden.» Zudem sei denkbar, die Aussenbeleuchtung von Kirchen oder des Schlosses «weiter einzugrenzen», schreibt der Stadtrat. «Die Weihnachtsbeleuchtung soll in Zukunft nur noch von Freitag vor dem 1. Advent bis zum 6. Januar in Betrieb sein.»

Die Arbon Energie sei angehalten, die Beleuchtung kontinuierlich dem aktuellen Stand der Technik anzupassen. «Diesen Auftrag nimmt sie ernst.» Der Stadtrat erachtet es als nicht sinnvoll, über die bestehenden Vorschriften und Regelungen hinaus zusätzliche Massnahmen zu ergreifen. Er sei aber gewillt, die aktuellen Vorgaben konsequent umzusetzen.

Mehr zum Thema