Die unverkennbare Stimme aus dem Radio unterhält das Publikum im Weinfelder Frohsinn

Auf der Kulturbühne im Frohsinn gastiert Reeto von Gunten. Er überzeugt mit Witz, Charme und Melancholie.

Christoph Heer
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Reeto von Gunten begeistert im Frohsinn. (Bild: Christoph Heer)

Reeto von Gunten begeistert im Frohsinn. (Bild: Christoph Heer)

«Musik ist überall. Überall ist Musik. Vielen Dank für den warmen Applaus, ist der für meinen neuen Pulli? Selber gekauft, im Fall.» Was locker leger beginnt, steigert sich mit zunehmender Dauer in eine pointenreiche Abfolge von Geschichten, Versen und Lebensweisheiten von Reeto von Gunten, SRF-Radiomoderator und Schriftsteller.

Man kennt ihn – aber irgendwie auch nicht. Das ist die Krux, die ein Radiomoderator so mit sich trägt. Man kennt wohl seine Stimme, aber zu Gesicht kriegt man ihn selten. Genau so bemerkt es auch Anna Rink. Die Kreuzlingerin schaltet jeden Sonntagmorgen das Radio ein und geniesst es, sich von Reeto von Gunten unterhalten zu lassen.

Kein Sonntag ohne Reeto

«Das stimmt. Kein Sonntag ohne Reeto. Als Geburtstagsgeschenk erhielt ich von meiner Tochter eine Eintrittskarte zum heutigen Auftritt im Frohsinn. Und mein Kommen hat sich auf alle Fälle gelohnt.» Die sympathische Besucherin macht es wie viele andere auch: Schliesst ihre Augen und geniesst von Guntens unverkennbare Stimme.

«Ich finde ihn unglaublich gut. Seine Wortakrobatik und Spontaneität verblüffen mich absolut positiv», sagt Rink zufrieden. Nebenan sitzt Tochter Cécile. Auch sie bereut ihr Erscheinen nicht. «Spannende Geschichten mit Tiefgang, Emotionen und einer grossen Portion Humor. Auch ich kenne Reeto von Gunten ausschliesslich aus dem Radio, ihn live zu sehen ist eine tolle Sache», sagt die Niederuzwilerin.

Nicht ohne Mimik

Als Radiomoderator zeigt man sein Gesicht selten. An seinen Auftritten beweist aber Reeto von Gunten, dass auch in ihm viel Potenzial für Auftritte vor Publikum steckt. Seine Mimik nämlich sagt manchmal mehr als tausend Worte. Ob beim Zahnarzt mit Selbstbedienung, im Ikea ohne Licht, oder im Training mit dem Sohnemann und seiner «Scheissgitarre», Satire darf alles; von Guntens Geschichten sowieso.

Verstärkung erhält er kurzzeitig von einem fünfjährigen Mädchen. Yara aus Weinfelden lässt es sich, ehe sie von ihrer Mutter abgeholt wird, nicht nehmen, mal kurz vor die Bühne zu treten. Und schon war sie da, die unverkennbare Situationskomik mit dem Radiomoderator und einem aufgeweckten, jungen Mädchen.