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Die Türen des «Stage 8580» in Amriswil bleiben zu

Im Schatten von Pentorama und Kulturforum hatte der Musikclub immer wieder bekannte Namen in den Oberthurgau holen können. Doch der Betreiber hat sich entschieden, den Club Ende Oktober zu schliessen.
Manuel Nagel
Ende Oktober machte Martin Künzler das «Stage 8580» dicht. Er führte den Club beinahe drei Jahre lang. (Bild: Manuel Nagel)

Ende Oktober machte Martin Künzler das «Stage 8580» dicht. Er führte den Club beinahe drei Jahre lang. (Bild: Manuel Nagel)

Martin Künzler kommt ins Schwärmen, wenn er all die Künstler aufzählt, die er im «Stage 8580» begrüssen konnte. Abseits von den grösseren Bühnen im Zentrum der Stadt traten auch immer wieder Musiker aus allen Stilrichtungen auf, die ein gewisses Renommée haben.

DJ Tatana legt im «Stage 8580» Platten auf. (Bild: Manuel Nagel)

DJ Tatana legt im «Stage 8580» Platten auf. (Bild: Manuel Nagel)

DJ Tatana, die Schweizer Königin des Trance und Hitparadenstürmerin mit ihren Hymnen zur Streetparade war einige Male im Schrofen. Oder auch Killer, die Schweizer Hardrockband um Gitarrist Edgar «Crown» Kocher, die in den 80er Jahren mit den legendären Motörhead auf Tour ging. Selbst Schlagerpartys hat Martin Künzler, den alle nur «Bush» rufen, veranstaltet.

«Crown» Kocher rockt die Bühne des «Stage 8580» mit Killer. (Bild: Manuel Nagel)

«Crown» Kocher rockt die Bühne des «Stage 8580» mit Killer. (Bild: Manuel Nagel)

Insgesamt mehr als 200 Bands nutzten in den letzten zwei Jahren die Bühne des «Stage 8580», darunter auch viele Nachwuchsbands aus der Region, die an der Peripherie von Amriswil Wochenende für Wochenende die Gelegenheit erhielten, vor einem Publikum live zu spielen.

Reich wird niemand in diesem Geschäft

Mit diesem Konzept ist nun vorderhand Schluss. Unter anderem auch deshalb, weil zu wenig Leute den Club besucht haben. «Solche Locations haben es generell schwer hier in der Gegend», sagt Martin Künzler.

Und man hört auch ein wenig Frust heraus, wenn Künzler erzählt, welche Unterstützung Clubs wie das «Stage» in anderen Kantonen bekommen – vor allem finanzielle Unterstützung im Sinne einer Defizitgarantie zum Beispiel. Künzler findet, dass das «Stage 8580» in kultureller Hinsicht ebenso eine Bereicherung gewesen ist für Amriswil, die Stadt, die sich den Slogan «Leben mit Kultur» auf die Fahne geschrieben hat.

«Die Zusammenarbeit mit der Stadt Amriswil ist aber immer gut und fair gewesen»

Martin «Bush» Künzler.

Martin «Bush» Künzler.

betont Clubbetreiber Martin «Bush» Künzler. Doch das Business ist hart, und reich wird niemand dabei, weder Betreiber noch Musiker. Das «Stage» war am Ende noch der einzige Laden dieser Art im Raum Oberthurgau. Was es an selber Stelle in Zukunft geben wird, weiss Künzler nicht – und es interessiert ihn auch nicht mehr. «Ich habe den Laden zu Beginn dieses Monats übergeben.»

Ab Januar im Schrofen eine «Arena Disco»?

In einer Facebook-Gruppe für Stellen und Nebenjobs in der Ostschweiz und Zürich wurde ab Januar 2019 Servicepersonal für die «Arena Disco» mit Bar, Club und Dance in Amriswil gesucht. Dazu stand prominent in roter Schrift «Wir bauen um!» Dasselbe Plakat hing kürzlich auch an der Schrofenstrasse 12. Die «Arena Disco» dürfte also der örtliche Nachfolger des «Stage 8580» sein. (man)

Bereit, einen neuen Club aufzubauen

Doch ganz aus dem Clubgeschäft will sich Martin «Bush» Künzler nicht verabschieden. Sollte sich in der Gegend eine Gelegenheit ergeben, könnte er sich durchaus vorstellen, nochmals etwas aufzubauen – und dabei vielleicht auch das eine oder andere zu verbessern, was im «Stage 8580» nur schwer umzusetzen war, wie er selbstkritisch anmerkt. «Vielleicht war der Raum zu gross und zu wenig heimelig», sagt Künzler, obwohl er und sein Team unzählige Stunden und viel Herzblut in den Kellerraum gesteckt hatten.

Diese Hingabe blieb auch anderen nicht verborgen. Im Internet loben sowohl Besucher wie auch Künstler den Laden: «Rockige und stilechte Location, freundliches und unkompliziertes Personal, faire Preise, genug Parkplätze, tolle Bands – da wird Musik gelebt», schrieb einer. Er muss sich nun einen anderen Club suchen.

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