Die Tage der Arboner «Wunderbar» könnten schon bald gezählt sein – Für den Schweizer Heimatschutz ist sie eines der schönsten Hotels der Schweiz

Der Oberthurgauer Kleinbetrieb mit neun Zimmern steht auf der aktuellen Bestenliste des Verbandes. Wer in der «Wunderbar »noch übernachten will, muss sich möglicherweise beeilen. Denn es ist unklar, wie lange sie noch offen ist.

Markus Schoch
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Das Hotel Wunderbar ist für den Schweizer Heimatschutz eine der ersten Adressen in diesem Land.

Das Hotel Wunderbar ist für den Schweizer Heimatschutz eine der ersten Adressen in diesem Land.

Bild: Reto Martin

Die dem Abbruch geweihte «Wunderbar» in Arbon gehört nach Meinung des Schweizer Heimatschutzes zu einem der schönsten Hotels der Schweiz. Der Betrieb mit neun Zimmern und zwei so genannten Traumröhen im Garten ist eines der 89 Gasthäuser, die der Verband in seinem neuen, überarbeiten Hotelführer vorstellt. Aus dem Thurgau sind ausserdem die Fischerhäuser in Romanshorn, die Kartause Ittingen und das Kloster Fischingen vertreten.

Teil der «Wunderbar» ist auch ein Restaurant.

Teil der «Wunderbar» ist auch ein Restaurant.

Bild: Reto Martin

Allen gemeinsam ist nach Angaben des Heimatschutzes «eine hohe Baukultur, die mit Sorgfalt und Liebe gepflegt, erhalten und bisweilen kreativ weiterentwickelt wird». Die «Wunderbar» sei als Gesamtkunstwerk einzigartig, sagt Gianni Christen, der Geschäftsführer des Thurgauer Heimatschutzes. Hinter den ganz unterschiedlichen Erfolgsgeschichten würden engagierte Personen stehen, die sich Tag für Tag für eine gelebte Gastkultur, für eine regionale Identität und für das bauliche Erbe einsetzen, schreibt der Heimatschutz in einer Mitteilung.

Die Nachfrage ist gross

«Ich freue mich sehr über die Auszeichnung», sagt «Wunderbar»-Hotelière Simone Siegmann. Sie sei jedoch nicht überrascht,« Wir waren bereits in der letzten Auflage der Publikation drin.» Bei den Gästen kommt das Arboner Kleinhotel mit dem besonderen Charme ebenfalls gut an. Siegmann sagt:

Simone Siegmann, Inhaberin der «Wunderbar».

Simone Siegmann, Inhaberin der «Wunderbar».

Bild: Andrea Stalder
«Dieses Jahr waren wir von Mitte Mai bis Mitte September sogar komplett ausgebucht. Das hatten wir noch nie.»

Wegen Corona hätten viele Schweizer die Bodenseeregion für sich entdeckt. Aber auch in den Vorjahren sei die Belegung sehr gut gewesen.

Wie es weiter geht mit der «Wunderbar», ist offen. «Ich weiss nicht, wie lange wir noch hier sind», sagt Siegmann. Christen vom Thurgauer Heimatschutz würde es begrüssen, wenn die ehemalige Saurer-Kantine (nachträglich) unter Schutz gestellt würde, was aktuell zur Diskussion steht.