Die Swisscom darf nun auch aufs Dach des höchsten Kreuzlinger Hauses

Das Bundesgericht erlaubt eine weitere Mobilfunkantenne auf dem Hochhaus Freiegg.

Urs Brüschweiler
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Auf dem Hochhaus Freiegg wird noch eine weitere Mobilfunkantenne entstehen. (Bild. Andrea Stalder - 20.12.2016)

Auf dem Hochhaus Freiegg wird noch eine weitere Mobilfunkantenne entstehen. (Bild. Andrea Stalder - 20.12.2016)

In naher Zukunft werden alle drei grossen Mobilfunkanbieter auf dem Hochhaus an der Freiestrasse vertreten sein. Sunrise und Salt betreiben hier in knapp 60 Metern Höhe schon länger ihre Funkmasten. Und nun hat auch die Swisscom eine Baubewilligung in der Tasche.

Das Bundesgericht in Lausanne hat mit Entscheid vom 3. September eine Beschwerde letztinstanzlich abgewiesen. Rund zweieinhalb Jahre hat das Verfahren gedauert. Im Februar 2016 reichte die Swisscom das entsprechende Baugesuch bei der Stadt Kreuzlingen ein, worauf sich in der Bevölkerung ein Sturm der Entrüstung lostrat.

Innert etwa zehn Tagen habe man 525 Unterschriften für eine Sammeleinsprache zusammengetragen, teilte Stefan Zbornik damals mit. Er ist Präsident des Vereins «Strahlungsfreies Kreuzlingen». Letztlich blieb der Widerstand aber erfolglos. Weder der Stadtrat Kreuzlingen, noch das Departement für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau, noch das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau gaben den Einsprechern recht. Und auch das Bundesgericht kam jetzt zum selben Schluss. Das Bundesamt für Umwelt sei zum Ergebnis gekommen, das Vorhaben verletze die Umweltschutzgesetze nicht, heisst es in dem Urteil.

Es gab keinen Augenschein in 60 Metern Höhe

Auf Anfrage erneuert Stefan Zbornik die Kritik, dass im Rechtsverfahren kein Augenschein vor Ort durchgeführt worden war. Die Begründung, dass die Strahlung zu stark sei, fand er damals irritierend, auch wenn dieses Vorgehen nun vom Bundesgericht geschützt wurde. Es findet es laut Urteil legitim darauf zu verzichten, sofern der Bauverwaltung die örtlichen Begebenheiten bekannt sind. Zbornik geht davon aus, dass die Antennen vom Standort an der Grenze sehr stark direkt nach Konstanz strahlen.

Stefan ZbornikPräsident Verein Strahlungsfreies Kreuzlingen(Bild: Nicole D'Orazio)

Stefan Zbornik
Präsident Verein Strahlungsfreies Kreuzlingen
(Bild: Nicole D'Orazio)

«Die laufende Roaming-Schlacht an der Grenze wird zu Lasten der Anwohner ausgeweitet.»