Die SVP bekennt Farbe und versagt dem Romanshorner Stadtpräsidenten David H. Bon die Unterstützung

Eine klare Mehrheit der Parteimitglieder empfiehlt Roger Martin aus Salmsach zur Wahl am 31. März. Der Parteilose ging als Sieger aus dem ersten Wahlgang hervor.

Markus Schoch
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Stadtpräsident David H. Bon schwimmen die Felle davon. (Bild: Donato Caspari)

Stadtpräsident David H. Bon schwimmen die Felle davon. (Bild: Donato Caspari)

Im ersten Durchgang der Wahl des Stadtpräsidenten hatte sich die SVP neutral verhalten. Sie beschloss Stimmfreigabe. Die Mitglieder hätten sich nicht auf einen der vier Kandidaten einigen können, sagte damals Parteipräsidentin Monika Eugster. «Die Meinungen gingen auseinander.»

Im zweiten Wahlgang am 31. März ist die Ausgangslage eine ganz andere, nachdem sich Daniel Sommer (SVP) und Turi Schallenberg (SP) zurückgezogen haben. Die SVP ist deshalb nochmals über die Bücher gegangen und bekennt Farbe: Sie unterstützt den parteilosen Roger Martin aus Salmsach. Und nicht Amtsinhaber David H. Bon (FDP).

Heftige Debatte, klares Ergebnis

Roger Martin erhält erstmals Unterstützung einer Partei. (Andrea Stalder)

Roger Martin erhält erstmals Unterstützung einer Partei. (Andrea Stalder)

Dem Entscheid voraus gegangen seien heftige Debatten, schreibt die SVP in einer Mitteilung. «Obschon beide Kandidaten Fürsprecher hatten, war das Resultat schliesslich deutlich.» Eine Mehrheit der Partei sei der Ansicht, «dass durch eine Wahl von Roger Martin nicht von einem riesigen Know how-Verlust die Rede sein kann und Romanshorn den Neustart nur machen kann, wenn auch das Stadtpräsidium personell neu besetzt wird».

Die SVP ist die erste Partei, die Martin offiziell unterstützt. Die CVP hatte im ersten Wahlgang ebenfalls Stimmfreigabe beschlossen, die SP und die Grünen stellten sich hinter Schallenberg. EVP und FDP hielten Bon die Stange, der nach wie vor an seine Chancen glaubt und einen aufwendigen Wahlkampf betreibt, unter anderem mit eineinhalbstündigen Spaziergängen.

SVP-Regierungsrat zu Gast bei Bon

Gelungen ist es ihm pikanterweise auch, SVP-Regierungsrat Jakob Stark einzuspannen, mit dem er am Mittwoch am «Wahl-Talk» über Finanzen redete.

Martin ging als klarer Sieger aus dem ersten Wahlgang hervor. Er holte 1200 Stimmen, 341 mehr als Bon. Auf Schallenberg und Sommer zusammen entfielen 961 Stimmen.