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«Da habe ich gesagt: Ich mag jetzt nicht mehr»: Weshalb die Eltern von TV-Moderator Reto Scherrer ihr Restaurant in Weinfelden schliessen

Nach 43 Jahren als Wirte-Ehepaar auf der «Rebe» schliessen Käthi und Hansjörg Scherrer ihr Gasthaus. Den Entscheid fällten sie spontan nach einem strengen Sonntag. Nun freuen sie sich auf gemütliche Stunden.
Mario Testa
Hansjörg und Käthi Scherrer stossen an auf gemütliche Zeiten in ihrer «Rebe». (Bild: Mario Testa)

Hansjörg und Käthi Scherrer stossen an auf gemütliche Zeiten in ihrer «Rebe». (Bild: Mario Testa)

Sie lachen viel und sind gesprächig wie eh und jeh. Hansjörg und Käthi Scherrer wirken entspannt, eine Woche nachdem sie sich dazu entschieden haben, ihr Gasthaus zur Rebe zu schliessen. Ein spontaner Entschluss nach einem anstrengenden Sonntag, wie Hansjörg Scherrer sagt. «Wir hatten am 3. Juni bei schwülwarmem Wetter so viele Gäste, die Gartenwirtschaft war voll. Da konnte ich die Lüftung nicht einschalten und am Mittag herrschten in der Küche über 40 Grad – da hab ich gesagt: Ich mag jetzt nicht mehr.»

Nach kurzer Diskussion mit seiner Käthi hätten sich die beiden entschlossen, den Tag noch durchzuziehen, aber dass es dann reiche mit dem Wirten. Nach den obligaten drei Ruhetagen hängten sie am Donnerstag einen Zettel an die Eingangstür: «Restaurant geschlossen».

Viele Feste in diesem Frühling

Sie hätten ohnehin vorgehabt, im Juli mit dem Wirten aufzuhören sagt Käthi Scherrer. «Ich hab im Frühling meinen 80. Geburtstag gefeiert, mein Mann seinen 74. Dazu hatten wir die goldige Hochzeit, so viele Feste. Ein guter Moment.» Dass sie nun spontan Nägel mit Köpfen gemacht hätten und die Schliessung nicht ankündigten, habe einen ganz bestimmten Grund. «Wir wollten einfach nicht, dass vorher nochmals alle vorbeikommen und tschüss sagen. Der Mai war streng genug.»

Und noch etwas habe sie dazu bewogen, sagt ihr Mann. «Wenn man ohnehin den Entschluss gefasst hat, in Pension zu gehen, dann ändern sich die Gedanken. Heute sind wir sehr glücklich über unseren spontanen Entscheid, dies vorzuziehen.»

Wohnen statt wirten im Gasthaus

Über die Zukunft der Rebe machen sich die beiden keine Sorgen. «Das Restaurant ist zu aber wir bleiben hier, solange wir können. Wir lebten ja ohnehin schon immer auf zwei Stockwerken, weil wir oben gar keine Küche haben. Das hier war ja schon immer mehr Stube als Restaurant», sagt Hansjörg Scherrer. Wenn Sohn Reto eines Tages die «Rebe» übernehme, würde sie das freuen, «aber fremde Wirte wollen wir nicht. Die Küche ist nicht auf die heutigen Ansprüche ausgelegt und wir leben ja noch hier.»

Reto Scherrer (Bild:Mario Testa)

Reto Scherrer (Bild:Mario Testa)

Ich schliesse nicht aus, dass ich mal auf der «Rebe» wirte. Ich wäre gerne Beizer. 1995 habe ich auch das Wirtepatent gemacht, aber bisher nie gebraucht.

Gerne erinnern sich die beiden an treue und langjährige Gäste, spannende Gespräche und Bekanntschaften. «Das wird uns schon fehlen, aber ich freue mich jetzt am allermeisten auf freie Sonntage», sagt Käthi Scherrer und strahlt. Zudem habe sie nun Zeit für ihre drei Enkel. Hansjörg Scherrer freut sich besonders auf viel Zeit in seinen Rebbergen.

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