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Die Stiftung Mansio hilft in Kreuzlingen Schritt für Schritt in die Normalität

Die Stiftung Mansio schätzt ihren neuen Standort an der Löwenstrasse in Kreuzlingen als Anlaufstelle. Gegenwärtig leben dort 32 Menschen.
Hannah Engeler
Caroline Sauter und Lutz Goldbecker begrüssen ihre Klienten an der Löwenstrasse. (Bild: Andrea Stalder)

Caroline Sauter und Lutz Goldbecker begrüssen ihre Klienten an der Löwenstrasse. (Bild: Andrea Stalder)

Die Stiftung Mansio betreut Menschen mit psychischer Beeinträchtigung erfolgreich beim selbstständigen Wohnen. Gegenwärtig leben 32 Menschen in Kreuzlinger Wohnungen statt im Wohnheim in Münsterlingen. Ehemalige Klienten, die sich vollständig in den Alltag integrieren konnten und nun ohne Betreuung leben, seien stabil. So spiele beispielsweise einer von ihnen in einer eigenen Band, erzählt Lutz Goldbecker, der Bereichsleiter Wohnen.

Seit Oktober letzten Jahres befindet sich die Basisstation für das Externe Wohnen an der Löwenstrasse. «Die zentrale Lage ist ein riesiger Vorteil», sagt Goldbecker. Zudem sei der Standort Kreuzlingen besonders attraktiv wegen der Infrastruktur und der Anonymität, welche eine Stadt mit sich bringe. Viele Klienten fühlten sich dann weniger ausgestellt. Der Sozialraum der Stadt kann so genutzt werden, um Stabilität zu generieren und Integration zu ermöglichen.

Wohnung als stressfreier Raum

Es sind die kleinen Dinge: Der tägliche Besuch beim Beck, bei dem die Verkäuferin die Leute mit der Zeit kennt und kurze Gespräche mit ihnen führt. Die meisten der betreuten Klienten wohnen alleine. «Rückzug tut vielen gut. Ihre Wohnung ist für sie ein stressfreier Raum», sagt Caroline Sauter, die Abteilungsleiterin Externe Wohnangebote.

Die Liegenschaft an der Löwenstrasse ist selbst nicht bewohnt, sondern fungiert als eine Anlaufstelle. Sie ist ein offener Raum, in welchem die Klienten die Möglichkeit zu Gesprächen und zur Erledigung administrativer Angelegenheiten haben.

«Wir finden Wege, unseren Teil dazu beizutragen, dass Begegnungen stattfinden können»

erzählt Goldbecker. In den letzten Jahren habe ein Paradigmenwechsel stattgefunden, meint er. Den Klienten werden Ideen nicht einfach eingepflanzt. Stattdessen werden sie gefördert, ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen zur Lebensgestaltung zu entwickeln und diese anschliessend zu realisieren.

Mut machen auf dem Weg zur Normalität

Viele vergässen im Heim, dass auch ein anderes Leben möglich sei. Die Mansio bietet einen Raum, in welchem die Menschen ihre Ängste aus-
sprechen können. Zudem macht die Stiftung ihnen Mut, damit sie wieder in ihre eigenen Fähigkeiten vertrauen. Schliesslich haben auch Menschen, welche aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung mit gewissen Einschränkungen leben müssen, den Wunsch nach einer grösstmöglichen Normalität.

Interessierte können sich am Löwenstrassenfestes am 16. August 2019 in Kreuzlingen am Stand der Stiftung Mansio weitergehend informieren.

Verantwortung und Selbstbestimmung zurückgewinnen

Der Grossteil der Menschen, welche im Externen Wohnen Mansio leben, sind von Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis betroffen. Diese äussern sich in Angstzuständen, einer veränderten Wahrnehmung oder eines herabgesetzten inneren Antriebs. Diese Symptome allein sind allerdings kein Grund, dass die Menschen ihr ganzes Leben in einem Heim verbringen müssen. Die Zurückgewinnung von Verantwortung und Selbstständigkeit bringt für sie oft grosse Zufriedenheit.
Um betreut wohnen zu können, müssen die Klienten bestimmte Kriterien erfüllen. Zum Beispiel müssen sie ihre eigene Krankheit grundsätzlich einschätzen können und verlässlich sein. Die Klienten leben von einer IV-Rente. Ihre Tagestaxe müssen sie weiterhin wie im Heim bezahlen. Die Stiftung kommt im Gegenzug für Miete, Haushaltsgeld und individuelle Begleitung auf. Seit der Lancierung des Projekts im Jahr 2009 kam es bis jetzt nur zu drei Abbrüchen.

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