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Die Stadt Romanshorn hat die finanzielle Durststrecke überwunden: Das beste Ergebnis seit langem

Die Rechnung der Stadt für das Jahr 2018 weist ein Plus von 1,5 Millionen Franken aus. Das ist viel besser als erwartet. Grund ist unter anderem der konsequente Sparkurs.
Markus Schoch
Stadtpräsident David H. Bon kann zum Ende seiner zweiten Amtszeit mit guten Nachrichten aufwarten. (Bild: Donato Caspari)

Stadtpräsident David H. Bon kann zum Ende seiner zweiten Amtszeit mit guten Nachrichten aufwarten. (Bild: Donato Caspari)

Es ist ein Abschluss mit Seltenheitswert. Ein ähnlich gutes Ergebnis liegt weit zurück. 2008 schrieb die Stadt zuletzt schwarze Zahlen im ähnlichen Bereich (plus 1,4 Millionen Franken). In den Jahren dazwischen konnte sie die Kosten meist gerade so mehr oder weniger decken. 2016 fehlten sogar über 800'000 Franken in der Kasse.

Entsprechend zufrieden nimmt Stadtpräsident David H. Bon mit dem Stadtrat die unerwartete Entwicklung zur Kenntnis. Budgetiert war ein Verlust von rund 870'000 Franken, tatsächlich ist daraus ein Gewinn von rund 1,5 Millionen Franken geworden. «Das ist eine sehr gute Nachricht», sagt Bon. Vor allem auch deshalb, weil das Resultat kein Zufall sei.

«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das Ergebnis steht auf soliden Füssen.»

Die Sparbemühungen im Rahmen der sogenannten haushaltsichernden Massnahmen zeigen Wirkung. «Wir haben die Rechnung wiederkehrend um 400'000 Franken entlastet», sagt Bon. Dazu kommen weitere Einsparungen im Betrag von 1,0 Millionen Franken.

Aufwand massiv gesenkt

Der Personalaufwand war 2018 660'000 Franken tiefer als im Jahr davor und lag auch fast 150'000 Franken unter Budget. Das Minus hat unter anderem mit einem Personalabbau im Werkhof über die natürliche Fluktuation zu tun. Aber nicht nur. Die Stadt habe die Betriebsabläufe optimiert, sagt Bon.

Gleichzeitig hätten die Mitarbeiter ein hohes Kosten- und Sparbewusstsein entwickelt, was der Stadtrat im nächsten Jahr mit einer generellen Lohnerhöhung honorieren will, die es schon länger nicht mehr gab. Bon betont:

«Die Stimmung beim Personal ist heute schon sehr gut.»

Beim Sach- und übrigen Betriebsaufwand hat die Stadt im letzten Jahr sogar fast 850'000 Franken weniger ausgegeben als 2017 beziehungsweise 570'000 Franken weniger als budgetiert.

Bevölkerungswachstum bringt mehr Steuern

Die Hafenstadt hat nichts von ihrer Anziehungskraft verloren: Blick von der Fahre Euregia auf den Hafen.(Bild:Reto Martin)

Die Hafenstadt hat nichts von ihrer Anziehungskraft verloren: Blick von der Fahre Euregia auf den Hafen.(Bild:Reto Martin)

Geholfen hat der Stadt auch die gute Wirtschaftslage und das Bevölkerungswachstum von 1,7 Prozent, womit Romanshorn an der Spitze aller Städte im Kanton steht. Entsprechend stiegen die Steuereinnahmen um 1,4 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr; verantwortlich dafür sind vor allem die natürlichen Personen, bei denen der Mehrertrag rund 1,1 Millionen Franken beträgt. Bon sagt dazu:

«Das zeigt, das Romanshorn attraktiv ist».

Erfreulich ist für die Stadt, dass sich der Bevölkerungsmix in eine Richtung ändert, die ihr zusätzlichen finanziellen Spielraum eröffnet. Die Zuzüger verdienen mehr als der Schnitt der übrigen Bevölkerung am Ort beziehungsweise haben mehr Vermögen: Gradmesser dafür ist die sogenannte Steuerkraft, die um 7,5 Prozent auf 1972 Franken gestiegen ist, womit Romanshorn in die Nähe des kantonalen Durchschnittswertes kommt.

Profitiert hat die Hafenstadt ausserdem vom regen Liegenschaftenhandel. Die Grundstückgewinnsteuern liegen fast 240'000 Franken über Budget. Dazu kommt ein einmaliger Sondereffekt: Das Alters- und Pflegeheim Haus Holzenstein kaufte abgeschriebene Genossenschaftsanteile in der Höhe von 385'000 Franken zurück, um sich Liquidität zu beschaffen.

Stadtpräsident warnt vor Übermut

Alles in allem sei die Entwicklung erfreulich, sagt Bon. Das gute Ergebnis bringe die Selbstfinanzierung wieder ins Lot. Doch er warnt vor Übermut. Zum einen müsse sich die Trendwende in den nächsten Jahren bestätigen, was insofern nicht unmöglich scheint, weil Romanshorn in diesem Jahr voraussichtlich etwa 600'000 Franken zusätzlich aus dem kantonalen Finanzausgleichs-Topf erhalten dürfte.

Vermögen von 5 Millionen Franken

Zur Selbstfinanzierung stehen inklusive Veränderungen in den Spezialfinanzierungen total 3743839.66 Franken zur Verfügung. Bei Nettoinvestitionen der Stadt von 3'316'581.35 Franken resultiert ein Selbstfinanzierungsgrad von 113 Prozent. Das Nettovermögen erhöhte sich per Ende 2018 von 4'578'148.15 Franken, respektive 420 Franken pro Einwohner, auf 5'008'926 Franken, respektive 451 Franken pro Einwohner. (mso)

Zum anderen nähmen auch die unbeeinflussbaren Ausgaben zu. Die Kosten im Sozial- und Gesundheitsbereich sind auch im letzten Jahr stärker gestiegen als erwartet. So beliefen sich die Nettoaufwendungen im Bereich der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe auf knapp 2,4 Millionen Franken und lagen damit rund 750'000 Franken über dem Budget. Massiv zugenommen haben auch die Leistungen bei den Verbilligungen der Krankenkassenprämien, und zwar auf 2,09 Millionen Franken, was 425'000 Franken mehr sind als erwartet. Ebenfalls ein finanzielles Sorgenkind ist die Finanzierung der Langzeitpflege.

Eine Million mehr investiert

Die Investitionsrechnung 2018 weist Nettoausgaben von 3,3 Millionen Franken oder fast 980'000 Franken mehr aus als im Vorjahr. Die grösste Ausgabe war der einmalige Beitrag an die Parkplätze in der Bodan-Überbauung von 800'000 Franken. Weiter investierte die Stadt 350'000 Franken in den Unterhalt der Gemeindestrassen, 360'000 für Abwasserprojekte, 115'000 Franken für die Ortsplanung und eine erste Tranche von 300'000 Franken für die Seebadsanierung. Verschoben hat die Stadt den Umbau des Feuerwehrdepots.

Falsches Gerücht im Umlauf

Die Kosten für rechtliche Beratung geben in Romanshorn derzeit viel zu reden. Es geht das Gerücht um, die Stadt nehme juristischen Beistand in Anspruch, den sie jährlich zwischen 400'000 und 500'000 Franken koste. «Verständlicherweise bringt das viele Menschen in Aufruhr», sagt Stadtpräsident David H. Bon. Allerdings zu unrecht.

«Wahr ist, dass sich die entsprechenden Ausgaben im letzten Jahr auf exakt 50'661.38 Franken belaufen haben.» Ausgegeben hat die Stadt das Geld für Unterstützung bei Einsprache- und Rekursverfahren, das Erarbeiten von Vertragsentwürfen für verschiedene Ressorts (unter anderem für Landgeschäfte oder Vereinbarungen mit Dienstleistern), für die Begleitung der Kommunalplanungsrevision und anderes mehr. Der Stadtrat hat an seiner letzten Sitzung über das Thema diskutiert und wird an der Rechnungsgemeinde am 13. Mai informieren. (mso)

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