Die Stadt der Zukunft aus dem Computer

Marcel Ebneter hat mit seinem Sohn Bivio die Stadt der Zukunft entwickelt. Sie heisst e-city. Nebst Elektrofahrzeugen sollen auch viel Grünflächen und kurze Wege für eine gute Ökobilanz sorgen.

Mario Testa
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Marcel und Bivio Ebneter mit dem Beschrieb ihrer Zukunftsstadt «e-city».

Marcel und Bivio Ebneter mit dem Beschrieb ihrer Zukunftsstadt «e-city». 

Bild: Mario Testa

In der Stadt der Zukunft fahren keine Autos mehr durchs Zentrum. Dafür rollen eTukTuks, Velos und Trams durch die Strassen und es gibt viele Plätze, auf denen sich die Menschen begegnen können. Der Weinfelder Designer Marcel Ebneter hat sich Gedanken zur Zukunftsstadt gemacht und mit seinem elfjährigen Sohn Bivio die «e-city» entwickelt.

«Wir haben die vergangenen zehn Jahre in Thailand gelebt und sind erst vor zwei Monaten in die Schweiz zurückgekehrt», sagt Marcel Ebneter. «In Asien haben wir hautnah miterlebt, wie gravierend die Auswirkungen der Erderwärmung sind. In den vergangenen fünf Jahren wurde es immer heisser und trockener und der Smog nahm stark zu.»

Die e-city nach der Vorstellung Ebneters: Das Zentrum ist verkehrsfrei, nur der Zug fährt durch. Autos werden auf die Umfahrungsstrassen geleitet.

Die e-city nach der Vorstellung Ebneters: Das Zentrum ist verkehrsfrei, nur der Zug fährt durch. Autos werden auf die Umfahrungsstrassen geleitet.

Bild: Marcel Ebneter

Gedankenspiele ganz ohne Aktivismus

Er sei gewiss kein Grüner oder Umweltaktivist, aber diese Erfahrungen hätten ihm den Anstoss gegeben, sich Gedanken zu möglichen Lösungen des Klimaproblems zu machen. So sei das «e-city»-Konzept entstanden. «Angefangen hat es damit, dass ich ein neues Design-Programm am Computer kennen lernen musste. Als Übung habe ich ein e-Mobil gezeichnet, den «Marbiu City Scooter». Später kamen dann weitere Fahrzeuge sowie ein Verkehrs-, Versorgungs- und Stadtentwicklungskonzept dazu», sagt Ebneter.

Der Marbiu. Die Designstudie eines praktischen E-Scooters, bei dem dank Neigung auch der Fahrspass nicht zu kurz kommt.

Der Marbiu. Die Designstudie eines praktischen E-Scooters, bei dem dank Neigung auch der Fahrspass nicht zu kurz kommt.  

Bild: Marcel Ebneter

Leitgedanke hinter dem ganzen Konzept sei gewesen, durch Elektrofahrzeuge und deutlich mehr Grünflächen – auch an Häuserfassaden – die CO2-Werte wieder zu senken. «Das Problem heute ist doch, dass wir viel zu grosse Autos fahren - und die brauchen viel Platz. Dabei waren wir zu Zeiten von BMW Isetta, Fiat 500 oder 2CV bereits sparsam unterwegs. Vielen Leuten wäre es wohl peinlich, so kleine Autos oder unser Konzept E-Scooter-Marbiu zu fahren. Aber wenn diese zum Standard werden, wär’s plötzlich ganz normal.»

Dazu müsse die Mobilität grundsätzlich reduziert werden. Deshalb schwebt Ebneter vor, dass die Leute in der Stadt der Zukunft sowohl wohnen als auch arbeiten und nicht mehr pendeln. Dank Märkten im Zentrum und um die Stadt liegende Agrarzonen kämen Nahrungsmittel auf kurzem Weg zu den Leuten. «Ziel ist zum Schluss eine klimaneutrale Stadt. Ich denke, so ab 20000 Einwohnern wäre ein solches Konzept umsetzbar», sagt der Designer.