Die Stadt Amriswil lanciert ein neues Angebot, um im Berufsleben Fuss zu fassen

Die Integrationsstelle der Stadt Amriswil lanciert mit «JobCHance» ein neues Projekt. Es soll Menschen mit Migrationshintergrund die Gelegenheit bieten, in einem Amriswiler Unternehmen ein sechsmonatiges Berufspraktikum zu absolvieren.

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Paula Silva von der Integrationsstelle der Stadt Amriswil und Stadträtin Daniela Di Nicola stehen hinter dem neuen Angebot.

Paula Silva von der Integrationsstelle der Stadt Amriswil und Stadträtin Daniela Di Nicola stehen hinter dem neuen Angebot.

(Bild: PD/seh)

(red/seh) Stadträtin Daniela Di Nicola und die Integrationsbeauftragte Paula Silva sind seit Wochen voller Tatendrang. Grund dafür ist ein neu lanciertes Projekt: Mit «JobCHance» sollen Menschen zwischen 16 und 30 Jahren ihren Weg ins Arbeitsleben finden, die hier keine Lehre absolvieren oder mit ihrer Ausbildung in der Schweiz nicht Fuss fassen konnten. «Das Angebot richtet sich vorrangig an Menschen mit Migrationshintergrund», erklärt Daniela Di Nicola. «Aber nicht nur», ergänzt die Stadträtin:

«Auch Schweizern, die durch die Maschen des Bildungssystems gefallen sind, würden wir keine Absage erteilen.»

Das Projekt sieht vor, dass teilnehmende Amriswiler Firmen sechsmonatige Praktika anbieten, in denen die Praktikanten einerseits berufliches Geschick lernen, andererseits ihre mässig oder nicht vorhandenen Deutschkenntnisse verbessern. Die Vermittlungsarbeit wird durch die Stadt abgewickelt, genauer durch die Integrationsstelle.

Stadträtin Di Nicola ist derzeit auf der Suche nach Firmen, die sich im Rahmen des Projekts engagieren möchten, ganz gleich, in welcher Branche sie beheimatet sind. Sie wird in den nächsten Wochen sowohl bei den Amriswiler Fachgeschäften als auch beim Gewerbe- und Industrieverein vorsprechen, um das Projekt persönlich vorzustellen.

Zehn Schnuppertage vor dem Praktikum

Während sich Di Nicola der Unternehmerseite annimmt, bemüht sich die Integrationsbeauftragte Paula Silva um Praktikumsanwärterinnen und Anwärter. «Natürlich gehen dem Praktikum zehn Schnuppertage voraus – genauso wie bei Schweizer Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen. Damit wollen wir gewährleisten, dass sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber kennenlernen, bevor das halbjährige Praktikum beginnt.» Während die Schnuppertage unentgeltlich sind, soll das Praktikum mit einem branchenüblichen Praktikumsgehalt entlöhnt werden.

Von den Anwärtern werden zwar keine Schulzeugnisse erwartet, dafür viel Motivation: «Grosses Interesse von Seiten der Praktikantinnen und Praktikanten ist für uns eine Grundvoraussetzung», sagt Daniela Di Nicola. Hinzu kämen Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, der Wille zur Integration und nicht zuletzt Flexibilität. «Wir sind natürlich bemüht, so gut es geht auf die Wünsche der Bewerber einzugehen», erklärt Paula Silva.

«Aber es kann durchaus sein, dass anstelle der gewünschten Schreinerei nur ein Maurer-Betrieb ein Praktikum anbietet. Dann ist Flexibilität gefragt.»

Ob sich aus dem Praktikum heraus eine mögliche Verlängerung um ein weiteres halbes Jahr ergibt, allenfalls sogar eine Ausbildung im selben oder in einem anderen Betrieb, das werde sich noch zeigen, sagt Daniela Di Nicola. «Angedacht ist das, denn es gibt immer wieder Beispiele, die zeigen, dass Offenheit und Engagement belohnt werden.»

Alle Infos auf einen Blick
Weitere Infos und Formulare zu «JobCHance» gibt es online. Ansprechpartnerin für interessierte Firmen ist Stadträtin Daniela Di Nicola, Telefon 071'411'77'45 oder E-Mail d.dinicola@amriswil.ch. Wer ein Praktikum im Rahmen von «JobCHance» absolvieren möchte, dem erteilt die Integrationsbeauftragte Paula Silva unter Telefon 071'414'12'34 oder E-Mail integrationsstelle@amriswil.ch gerne Auskunft.