Die Sensation ist perfekt: Volley Amriswil setzt sich auf dem Weg in die Champions League auch gegen Maaseik durch

Mit dem 3:1-Sieg gegen den 16-fachen belgischen Meister bewiesen die NLA-Volleyballer aus dem Thurgau, dass sie internationales Format haben. Nun wartet Ende Oktober im heimischen Tellenfeld eine weitere Qualifikationsrunde gegen die Weltklasseteams Dynamo Moskau und Trentino.

Matthias Hafen
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Georg Escher (8) und Quentin Zeller (7) kämpfen am Netz. Links lauern Zuspieler Dima Filippov (5) und Thomas Zass.

Georg Escher (8) und Quentin Zeller (7) kämpfen am Netz. Links lauern Zuspieler Dima Filippov (5) und Thomas Zass.

Bild: Mario Gaccioli

Am Schluss wollte man im Tellenfeld nur noch in seinem Sitz versinken und die Stimmung geniessen. Auf den Tribünen jubelten 500 maskierte Zuschauer den 3:1-Siegern von Volley Amriswil zu. Die Mannschaft von Trainer Marko Klok lag sich auf dem Spielfeld in den Armen. Die Profis des 16-fachen belgischen Meisters Maaseik standen da wie begossene Pudel. Nach Schachtjor Soligorsk am Dienstag (3:2) räumte Amriswil am Donnerstag auch den zweiten Gegner seiner Qualifikationsgruppe aus dem Weg. Der Lohn ist nun eine zweite und letzte Qualirunde vor heimischem Publikum vom 27. bis 29. Oktober gegen die Weltklasseteams Dynamo Moskau und Trentino.

Das Duo Filippov/Zass bringt Spektakel aufs Feld

Der Erfolg von Volley Amriswil ist mindestens so hoch einzuschätzen wie ein Schweizer-Meister-Titel. Die Thurgauer stiegen als Aussenseiter in diese Champions-League-Quali, entpuppten sich aber als international kompetitives Kollektiv. Passeur Dima Filippov erreichte auf der europäischen Bühne gar Weltklasseformat. Der Grieche mit ukrainischen Wurzeln setzte nicht nur immer wieder Diagonalangreifer Thomas Zass spektakulär in Szene. Er machte mit seinen präzisen Zuspielen das ganze Team stark. Maaseik kann als Entschuldigung ins Feld führen, dass ihm die starken Mittelblocker Mitchell Stahl und Pieter Verhees verletzungsbedingt fehlten. Dennoch war das 25:21, 21:25, 25:15, 25:20 primär der Verdienst einer spielfreudigen Amriswiler Equipe gegen einen starken Gegner. Augenscheinlich war, wie gut die Ostschweizer von ihrem Trainerstab auf diese Aufgabe vorbereitet wurden.

500 begeisterte Zuschauer brachten Stimmung ins Amriswiler Tellenfeld wie vor der Coronapandemie.

500 begeisterte Zuschauer brachten Stimmung ins Amriswiler Tellenfeld wie vor der Coronapandemie.

Mario Gaccioli

Ein Stück Unbeschwertheit in dieser schwierigen Zeit

Für Volley Amriswil geht der Weg Richtung Champions League weiter. Noch nie haben sich die Thurgauer für die Gruppenphase der Königsklasse qualifiziert. Jetzt stehen «nur» noch Dynamo Moskau und Trentino im Weg. Dass die Thurgauer nun in einem Atemzug mit diesen Weltklasseteams genannt werden, ist für das Schweizer Volleyball nicht hoch genug einzuschätzen. Die Stadt, die westlich von Weinfelden im besten Fall noch als Punkt auf der Landkarte wahrgenommen wird, vertritt das Land auf europäischer Ebene dank ihren Volleyballern sehr ehrenvoll. Und das nicht zuletzt auch wegen der Stimmung in der Tellenfeldhalle, die selbst mit eingehaltenem Corona-Schutzkonzept an normale, unbeschwerte Zeiten erinnern.

Champions League. 1. Qualifikationsrunde. Gruppe E: Amriswil – Maaseik (BEL) 3:1 (25:21, 21:25, 25:16, 25:20). – Tabelle (je 2 Spiele): 1. Amriswil 5 (6:3). 2. Schachtjor Soligorsk (BLR) 3 (5:5). 3. Maaseik 1 (3:6). - Amriswil spielt in der zweiten Qualifikationsrunde (ab 27. Oktober wiederum in Amriswil) gegen Dynamo Moskau und Trentino um einen Platz in der Gruppenphase der Champions League.

Amriswil – Maaseik 3:1 (25:21, 21:25, 25:16, 25:20)
Tellenfeld – 493 Zuschauer.
Startaufstellung Amriswil: Stevanovic, Filippov, Höhne, Zeller, Escher, Zass, Müller (Libero).
Startaufstellung Maaseik: Kindt, Maan, Cox, Thys, Karimisouchelmaei, Dronkers (Libero).