Die Schweizer Mundartmusik in Konstanz muss pausieren

Das für Anfangs Mai geplante Open-See-Festival in Konstanz mit Schweizer Beteiligung ist zwar abgesagt, doch der Verein Kultling hat weitere Projekte.

Rahel Haag
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Viele Zuhörer kamen vergangenes Jahr an das Open-See-Festival in Konstanz. Erstmals beteiligte sich damals der Kreuzlinger Verein Kultling.

Viele Zuhörer kamen vergangenes Jahr an das Open-See-Festival in Konstanz. Erstmals beteiligte sich damals der Kreuzlinger Verein Kultling.

(Bild: PD/David Hauser)

Am 18. März um 15.50 Uhr kam die Nachricht: Das diesjährige Open-See-Festival ist auf Grund der Coronakrise abgesagt. «Es war das einzig Richtige, das Festival abzusagen», sagt Valentin Huber, Präsident des Vereins Kultling. Das Festival, welches vom Konstanzer Verein Kulturladen, kurz Kula, organisiert wird, hätte vom 29. bis 31. Mai im Konstanzer Stadtgarten über die Bühne gehen sollen.

Seit vergangenem Jahr besteht eine Zusammenarbeit mit dem Kultling. Die Idee dahinter: Kreuzlinger und Konstanzer näher zusammenbringen.

«Man sollte insbesondere in der Kultur von diesem Grenz-Denken wegkommen»
Valentin Huber, Präsident Verein Kultling Kreuzlingen.

Valentin Huber, Präsident Verein Kultling Kreuzlingen.

(Bild: Donato Caspari)

sagt Huber. Umso wichtiger seien grenzübergreifende Kooperationen. Auf Schweizer Seite hat man entsprechend beschlossen, der deutschen Seite an einem Abend Mundartmusik zu präsentieren. Damals trat unter anderem die Ostschweizer Band Stahlberger auf. «Das Konzert war von Schweizern wie Deutschen sehr gut besucht», erinnert sich Huber.

Künstler erhalten die halbe Gage

In diesem Jahr habe man mit gesamthaft 7000 bis 8000 Besuchern gerechnet. Der Verein Kultling hat hierfür die Bands «Dachs», «Papst & Abstinenzler» sowie die A-Cappella-Formation «à la quarte» engagiert. Nun habe man die Künstler für das kommende Jahr angefragt. «Wir werden sehen, ob das klappt», sagt Huber.

Aktuell steht für ihn aber Solidarität im Zentrum. Die freischaffenden Musiker würden unter der Krise besonders leiden, müssten sämtliche Auftritte absagen. «Deshalb wollen wir ihnen dennoch die Hälfte ihrer Gage bezahlen.»

«Menschen wünschen sich Zerstreuung»

Klar ist für Huber auch, dass der Verein seinen Sponsoren, Mitgliedern und Besuchern gegenüber eine Verantwortung hat. Sie würden etwas erwarten, sobald die Krise überstanden ist. «Die Menschen wünschen sich Zerstreuung, einen Ausgleich zum Arbeitsalltag», ist Huber überzeugt. So hat der Verein zwei weitere Pfeile im Köcher. Im Rahmen des Seenachtfests Fantastical soll auch in diesem Jahr wieder das Kultling-Festival stattfinden. Neu soll der Fokus auf dem Freitagabend liegen.

Allerdings ist auch hierbei unklar, ob das Fantastical vom 7. bis 9. August überhaupt über die Bühne gehen kann. Im Weiteren ist das Festival an die Infrastruktur des See-Burgtheaters gebunden, dessen Durchführung auch noch nicht in Stein gemeisselt ist.

«Sollte der Bund bis dahin die Massnahmen lockern, werden wir auf jeden Fall etwas auf die Beine stellen.»

sagt Huber. Sie seien totale Piraten und kämen zur Not auch mit einem einfachen Bierzelt aus.

Indoor-Festival im Herbst in Planung

Ein Anlass des Vereins, der nicht von der Coronakrise betroffen sein dürfte, ist das geplante Indoor-Festival im Kulturzentrum Kult-X vom 20. bis 22. November. Die Idee sei keineswegs spontan entstanden. «Die Planung läuft bereits seit vergangenem Oktober», sagt Huber. Der Verein habe etwas Neues auf die Beine stellen wollen. «Unsere Veranstaltungen finden meist im Freien statt, während es tolle Bands gibt, die indoor besser funktionieren.»

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