Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Sanierung des Kirchgemeindehauses wird für die Kreuzlinger Reformierten teuer

Am 19. Mai stimmen die evangelischen Kirchbürger über einen Kredit von 8,5 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung des Kirchgemeindehauses in Kreuzlingen ab. An einem Informationsabend zeigten die Verantwortlichen deren Dringlichkeit auf.
Nicole D'Orazio
Michael Scheuss führt eine Gruppe Interessierte durch das Kirchgemeindehaus. (Bild: Nicole D'Orazio)

Michael Scheuss führt eine Gruppe Interessierte durch das Kirchgemeindehaus. (Bild: Nicole D'Orazio)

Auf der Frauentoilette tropft es bei Regen rein. Auch an anderen Stellen im evangelischen Kirchgemeindehaus in Kreuzlingen gibt es Wände und Böden mit Wasserschäden. «Das Dach ist undicht», sagt Michael Scheuss, Mitglied der Kirchenvorsteherschaft sowie der Baukommission, auf einem Rundgang. Das Gebäude wurde in den 1960er-Jahren erstellt und weist heute viele Mängel auf.

Die Hygienerichtlinien und gesetzlichen Vorschriften werden zum Beispiel nicht mehr erfüllt. Auch der Brandschutz ist mangelhaft und es fehlen Fluchtwege. Deswegen wird seit längerem eine Sanierung des Gebäudes geplant. Am 19. Mai steht die Urnenabstimmung für den Kredit über 8,5 Millionen Franken an.

Die Bühnentechnik ist völlig veraltet. (Bild: Nicole D'Orazio)

Die Bühnentechnik ist völlig veraltet. (Bild: Nicole D'Orazio)

Am Donnerstagabend haben die Verantwortlichen zum Infoabend eingeladen und zeigten den rund 50 Anwesenden die Dringlichkeit auf. In der ehemaligen Wohnung des Hauswarts befinden sich heute Büros. «Dieser Teil wird abgebrochen und durch einen zweigeschossigen Neubau ersetzt», erklärt Scheuss seiner Gruppe. «In diesem würden dann alle Büros Platz finden.» Zudem würde man einen Lift einbauen.

«Das Gebäude ist heute allgemein nicht barrierefrei. Das muss angepasst werden.»

Was noch gut ist, wird weiterhin genutzt

Scheuss führt die Interessierten ins Untergeschoss, zeigt ihnen die uralte Technik, die alten Sicherungen und die Schutzräume, die nicht mehr gebraucht werden. Es geht weiter in den Saal. Die Beleuchtung verbraucht zu viel Strom, die Bühnentechnik ist sichtlich uralt. Die Garderoben hinter der Bühne sind eng. Es gibt zu wenige Toiletten. In der Küche sind Geräte defekt oder alt.

Ein alter Sicherungskasten. (Bild: Nicole D'Orazio)

Ein alter Sicherungskasten. (Bild: Nicole D'Orazio)

Allgemein gilt aber: Was noch gebraucht werden kann und nicht veraltet ist, wird im Gebäude belassen. «Zum Beispiel die Fenster oder die Parkettböden», sagt Scheuss. Alles andere soll erneuert und optimiert werden. Ändern wird sich der Eingangsbereich. Mit dem neuen Diensttrakt gibt es einen Empfang. Die Bar im Foyer kommt weg. Das Atrium wird zu einem Innenhof.

«Wir haben den Antrieb, etwas zu machen, sonst können wir das Haus so bald nicht mehr brauchen»

sagt Kirchenpräsident Thomas Leuch vor dem Plenum. «Wir wollen, dass auch kommende Generationen das Gebäude nutzen können.» Ihm sei bewusst, dass der Betrag von 8,5 Millionen nur schwer zu verdauen sei. «Wir haben im sicheren Bereich gerechnet, und hoffen, die Kosten noch runter zu bringen.» Leuch ruft die Kirchbürger auf, sich Gedanken zur Geldbeschaffung zu machen und einzubringen. «Sicher wird es einen Spendenbaum geben.» Die Kirchgemeinde sei auch offen, wenn ihr jemand ein Darlehen geben möchte.

Sollte die Urnenabstimmung negativ ausfallen, habe man kein Plan B, sagt Leuch. Alles abzureissen sei keine Option, da die Denkmalpflege sehr am Gebäude interessiert sei. Am 30. April gibt es eine zweite Informationsveranstaltung. Dann sollten auch schriftliche Unterlagen vorliegen.

Der Steuerfuss wird massiv erhöht

Um die Investitionskosten von 8,5 Millionen Franken etwas abzufedern, möchte die Vorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen sozusagen ihr Tafelsilber verscherbeln. «Wir möchten unser Grundstück an der Anderwertstrasse verkaufen», sagt Kirchenpflegerin Marianne Pfändler. «Es wird auf 1,3 Millionen Franken geschätzt.» Die Kirchbürger werden über den Verkauf auch am 19. Mai abstimmen.

Um den Kapitalbedarf von 6,7 Millionen Franken zu bewältigen, komme man nicht um eine Steuererhöhung herum. «Wir würden eine Initialzündung machen und von 14 auf 21 Prozentpunkte erhöhen. So hätten wir nach fünf Jahren fünf Millionen amortisiert und könnten auf 19 Prozent runter.» Nach einer weiteren Amortisation solle sich der Steuerfuss bei 17 Prozent einpendeln. «Da immer mehr Leute aus der Kirche austreten und somit die Steuerkraft abnimmt, werden 14 Prozent nicht mehr möglich sein», sagt Pfändler.

Die dritte Abstimmungsvorlage betrifft die Umgebungsgestaltung für weitere 380'000 Franken. «Bei dieser Variante würden wir den Park weiterführen und dafür die Wege erweitern», sagt Architekt Brian Baer.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.