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Interview

Die Raperswiler Gemeindepräsidentin pendelt zwischen Grossstadt und Provinz

Gaby J. Müller ist seit bald fünf Monaten Gemeindepräsidentin von Raperswilen. Sie zieht eine positive Bilanz ihrer Arbeit in der 420-Einwohner-Gemeinde.
Mario Testa
Gaby J. Müller in ihrem Büro in Raperswilen. (Bild: Mario Testa)

Gaby J. Müller in ihrem Büro in Raperswilen. (Bild: Mario Testa)

Wofür steht eigentlich das J in Ihrem Namen?

Gaby J. Müller: Das steht für Judith. Wenn man Müller heisst und Gaby, ist das ein Allerweltsname. Deshalb schreibe ich schon seit jungen Jahren das J. dazwischen.

Sie sind erst vor fünf Jahren in den Thurgau gezogen. Weshalb eigentlich?

Ich habe eine grosse Affinität zum Thurgau. Zudem hat sich hier eine Gelegenheit für meinen Partner und mich ergeben, ein Haus zu kaufen, wo wir auch unsere drei Pferde und Ponys unterbringen können. Ich bin in der Stadt Zürich aufgewachsen, aber dann auch bald aufs Land hinaus gezogen.

Wie sind Sie als Gemeindepräsidentin gestartet?

Ich bin sehr gut angekommen, fühle mich sehr geerdet in der Gemeinde.

Welches sind die grössten Herausforderungen für Sie?

Ich muss lernen, mich in Geduld zu üben. Wenn man aus der Privatwirtschaft kommt, ist man gewohnt, dass alles schnell geht. Hier läuft alles etwas langsamer.

Und in den Arbeitsbereichen als Gemeindepräsidentin?

Die Bauthemen sind herausfordernd, auch in einer kleinen Gemeinde – und auch für mich als Juristin. Dazu kommen Themen, bei denen ich den Eindruck habe, die Gemeinde habe sie bisher hinausgezögert: Die Sanierung des Kugelfangs, das Bachunterhaltskonzept oder der Richt- und Zonenplan. Die Fristen laufen langsam ab. Es liegt so vieles auf dem Tisch und alles kostet viel Geld. Ehrlich gesagt beunruhigt mich das etwas, denn die Finanzen liegen mir schon am Herzen.

Welche schönen Erlebnisse hatten Sie bereits als Gemeindepräsidentin?

Was ich sehr lässig finde, ist der Kontakt mit der Bevölkerung. Da erfährt man ganz viele kleine Geschichten. Das macht das Amt sehr wertvoll. Es kommen auch viele Leute hier auf der Kanzlei vorbei mit Themen, die sie bewegen. Ich finde das schön, auch wenn ich nicht gleich alle Probleme lösen kann.

Kennen Sie alle Dörfer und Weiler in Raperswilen?

Ja. Der Zufall wollte es so, dass kurz nach meinem Amtsantritt viel los war. Die Auswirkungen eines Unwetters haben fast alle Dörfer betroffen, und so war ich wirklich schon fast überall in der Gemeinde. Es waren auch schon Leute aus allen Weilern hier.

Sie arbeiten 30 Prozent als Gemeindepräsidentin und leiten Ihre Rechtspraxis in Zürich. Gefällt Ihnen der Stadt-Land-Kontrast?

Der Kontrast ist perfekt. Ich habe das Gefühl, ich wollte das schon immer. Das Landleben hat mir schon immer gefallen. Deshalb ist es auch eins meiner Ziele, das zu bewahren, was wir hier in Raperswilen haben – ohne uns jedoch der Moderne zu verschliessen.

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