Die Raiffeisenbank Tägerwilen hat erstmals über zwei Milliarden Franken verliehen

Die grösste Raiffeisenbank der Deutschschweiz festigte 2019 trotz schwierigem Umfeld mit Negativzinsen ihre Marktstellung. Der Reingewinn der Raiffeisenbank Tägerwilen ist mit 6,6 Millionen Franken fast gleich hoch wie im Vorjahr.

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Verwaltungsratspräsident und Bankleitung sind zufrieden mit dem Geschäftsjahr: Reto Schmid, André Ess, Daniel Landolt (hinten) und Dominik Holderegger (vorne).

Verwaltungsratspräsident und Bankleitung sind zufrieden mit dem Geschäftsjahr: Reto Schmid, André Ess, Daniel Landolt (hinten) und Dominik Holderegger (vorne).

(Bild: PD)

(red) Die Kundeneinlagen haben bei der Raiffeisenbank Tägerwilen laut dem Vorsitzenden der Bankleitung Dominik Holderegger deutlich zugenommen. Sie liegen bei 1,17 Milliarden Franken. Weil gleichzeitig Anlagen von institutionellen Anlegern zurückbezahlt werden konnten, sei das Plus von rund drei Prozent umso beachtlicher:

«Das ist ein eindrücklicher Vertrauensbeweis unserer Kundinnen und Kunden.»

Dies freut ihn umso mehr, denn er verantwortet als Vorsitzender zusammen mit Daniel Landolt und Reto Schmid in der neuen Bankleitung die Geschäfte seit genau einem Jahr.

Über 98 Prozent der Ausleihungen entfallen auf das Hypothekargeschäft, das ein moderates Wachstum von knapp zwei Prozent verzeichnete. Damit liegen die Ausleihungen erstmals über zwei Milliarden Franken. Holderegger betont: «Die Prüfung der Neugeschäfte erfolgt sorgfältig und basiert auf konservativen internen Belehnungsvorgaben. Es werden in erster Linie weiterhin Wohnbauliegenschaften in unserer Region finanziert.»

Eigenkapital steigt erstmals auf über 100 Millionen Franken

Trotz anhaltendem Tiefzinsumfeld konnte der Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft nochmals leicht gesteigert werden. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft lag etwas tiefer als im Vorjahr, während der Erfolg aus dem Handelsgeschäft gesteigert werden konnte. Diese Sparten machen einen substanziellen Anteil am erfreulichen Reingewinn von 6,6 Millionen Franken aus.

Um fast 12 Prozent hat der übrige ordentliche Ertrag zugenommen. Dies ist laut Holderegger in erster Linie auf die Mieterträge aus den eigenen Liegenschaften zurückzuführen. Verwaltungsratspräsident André Ess betont:

«Der ausgewiesene Jahresgewinn ist zwar seit Jahren zum ersten Mal leicht tiefer als im Vorjahr, er ist jedoch noch immer einer der höchsten aller Schweizer Raiffeisenbanken.»

Der in den letzten Jahren eingeleitete Ausbau der Beratungskompetenzen hat etwas höhere Kosten verursacht, was sich auch im Geschäftsaufwand niederschlug. Indes sagt Holderegger: «Mit einem Kosten-/Ertrags-Verhältnis von knapp 43 Prozent liegen die Kosten im Branchenvergleich weiterhin auf einem sehr tiefen Niveau.»

Das ausgewiesene Eigenkapital steigt dank des guten Geschäftsergebnisses auf erstmals über 100 Millionen Franken; hinzu kommen beträchtliche stille Reserven. Die Eigenmittel sind laut Holderegger damit doppelt so hoch wie gesetzlich gefordert. Von der erfreulichen Ertragslage profitiere die Allgemeinheit weiterhin: «Gemeinden, Kanton und Bund erhalten Steuerzahlungen von über 2,5 Millionen Franken.»

Standort Kreuzlingen stärken

Die Aussichten und das Marktpotenzial für das neue Geschäftsjahr beurteilt Dominik Holderegger positiv. André Ess bekräftigt die Absicht, dass der Standort Kreuzlingen gestärkt werden soll:

«Die Stadt ist der grösste Wirtschaftsraum mit den meisten Einwohnern und der geringsten Raiffeisen-Durchdringung in unserem Geschäftskreis. Dieses Potential wollen wir nutzen.»

Man sei deshalb auf der Suche nach Räumlichkeiten für eine attraktive, grössere Geschäftsstelle. In Kreuzlingen findet im Übrigen Ende April die Generalversammlung sowie eine Zusatzvorstellung im Zirkus Knie statt. Holderegger erwähnt, dass der Zirkus dafür extra seine Tourneeplanung angepasst habe.