Die PTA Summervogel lässt Jugendliche und Kinder mit Beeinträchtigung Pfadi erleben

Am Samstag feierte die Pfadi Trotz Allem ihr 25-Jahr-Jubiläum. Die Triboltinger PTA Summervogel zeigte, was die Pfader zu bieten haben.

Hana Mauder Wick
Drucken
Teilen
Tschinuk alias Jan Kreis lässt sich von Sibille Regli (Chiara) und Sina Rütsche (Scoia) den Schachbrett-Knoten zeigen. (Bild: Hana Mauder Wick)

Tschinuk alias Jan Kreis lässt sich von Sibille Regli (Chiara) und Sina Rütsche (Scoia) den Schachbrett-Knoten zeigen. (Bild: Hana Mauder Wick)

Ein Wegweiser in bunten Farben zeigt beim Heim der Pfadi Trotz Allem (PTA) in Triboltingen, wo es heute langgeht: Fotoshow, Spiel und Sport, Atelier, Einblicke in die Pfaditechnik oder Schatzsuche steht in geschwungenen Buchstaben darauf. «Wir haben ein vielseitiges Angebot zusammengestellt», erklären Sina Rütsche, mit dem Pfadinamen Scoia aus Sirnach, und Sibille Regli alias Chiara aus Wil. Die beiden Abteilungsleiterinnen haben das Fest zum 25-Jahr-Jubiläum auf die Beine gestellt. Da schlägt das Pfadiherz höher. Vom Knüpfen der Schachbrett-Krawatte bis zum Spielen mit Riesenseifenblasen ist alles dabei.

Die PTA Summervogel geht ihren eigenen Weg

Gegründet wurde die PTA Summervogel als Teil der Pfadi Kreuzlingen. Vor 20 Jahren schlug sie einen eigenen Weg ein. Ihr Ziel ist es zu zeigen, was für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung möglich und machbar ist. Feuer machen, Kollegen treffen, Rätsel lösen, in einem Zelt übernachten: Die PTA setzt ein Zeichen für die Lebensfreude.

Im Festzelt geniessen Ehemalige, Ehrenmitglieder und Pfader der PTA Imbiss und gegenseitigen Austausch. «Ich bin seit 1998 mit dabei», erzählt Akela, die mit bürgerlichem Namen Sonja Nyffenegger heisst. «Es ist ein besonderer Moment. Wir sehen hier und heute, was sich in dieser Zeit entwickelt hat.» Pfaderin Adeca gefalle es am besten im Wald. Die 21-Jährige lebt in Uttwil und heisst im Alltag Virginia Baumann.

Die Pfadi – eine Lebensschule

«Die Kinder sind zwischen 12 und 20 Jahre alt», erklären Scoia und Chiara. Einige brauchen Eins-zu-Eins-Unterstützung. Andere packen selber recht mit an. Ihre Motivation ziehen die beiden jungen Frauen aus der Freude der Pfader. «Es ist eine Lebensschule», sagen sie. Für die rund zehn Kinder und Jugendlichen ist die PTA ein wichtiger Teil der Lebensstruktur. «Ich treffe gerne Freunde», erzählt «Tjuri» – oder Gian Luca Allemann, wie er mit Geburtsnamen heisst. Der 17-Jährige freut sich heute besonders auf den Posten «Einblick in die Pfaditechnik».

Der Tag vergeht bei soviel Aktivitäten wie im Flug. Im Festzelt tritt am Nachmittag eine Band auf. Da erklingen vertraute Lieder wie «Lady in Black» oder «Affen rasen durch den Wald». «Die PTA zeigt, dass sich Kinder mit einer Beeinträchtigung nicht abhalten lassen», erklärt Summervogel-Präsident Patrick Allemann.

ERMATINGEN: Pfadi sucht dringend neue Leiter

Die PTA Summervogel hat nur noch drei Leiter. Damit die Kinder mit Behinderung auch künftig Pfadi-Aktivitäten erleben können, braucht die Abteilung schnell Unterstützung.
Nicole D'orazio

ERMATINGEN: Das Pfadi-Erlebnis für alle

Die PTA Summervogel ist nicht wie die anderen Pfadi-Abteilungen im Kanton. Ihr gehören Kinder und Jugendliche mit einer Beeinträchtigung an. Die Leiter wünschen sich mehr Teilnehmer.
Nicole D’orazio