Die Promis steigen in die Gastrobranche am Gottlieber Seerhein ein

Die beiden Traditionsbetriebe «Drachenburg» und «Waaghaus» stehen vor einem Besitzerwechsel. Die Stiftung ist gespickt mit Namen von Wirtschaftsführern und auch ein neuer Direktor ist schon gefunden.

Martina Eggenberger Lenz
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Das Hotel Drachenburg & Waaghaus in Gottlieben.

Das Hotel Drachenburg & Waaghaus in Gottlieben.

Reto Martin

Es geht vorwärts mit der Aufgleisung der Zukunft der beiden geschichtsträchtigen Gastronomiebetriebe am Seerhein. Am 17. April konnte die «Stiftung Drachenburg und Waaghaus Gottlieben» gegründet werden. Das geht aus einer Mitteilung des neuen Stiftungs- und Verwaltungsratspräsidenten Niklaus Knüsel hervor.

Die bereits zugesicherten Mittel belaufen sich auf 14 Millionen Franken. Für die Finanzierung des Gesamtprojekts sind gegen 25 Millionen Franken notwendig.

Hess und Müller nicht mehr im Boot

Konkretisiert haben sich die Personalien der Stiftung. Vize von Knüsel, dem ehemaligen Prodega- und Epa-Chef aus St. Gallen, ist Dieter Bachmann, Besitzer der Gottlieber Spezialitäten AG. Ausserdem sitzen diverse namhafte Personen im Stiftungsrat, wie etwa die Chocolat-Bernrain-Chefin Monica Müller oder der Mowag-Geschäftsführer Giuseppe Chillari. Hingegen haben sich seit der Vorstellung der Projektgruppe Investor Hermann Hess und Alfred Müller von der Stutz AG zurückgezogen. Beide wegen eines Zielkonflikts: Hess wolle sein eigenes Hotelprojekt vorantreiben und Müller übernehme die Generalplanung in Gottlieben, weshalb er nicht gleichzeitig im Aufsichtsgremium mitarbeiten könne.

Die Stiftung nehme ihre Arbeit mit sofortiger Wirkung auf und werde die «Hotel Drachenburg & Waaghaus AG» von der Alleineigentümerin Anita Bischler käuflich erwerben. Wie genau die einzelnen Etappen von Sanierung, Neuausrichtung und allenfalls Erweiterungsbauten aussehen werden, wird derzeit im Detail erarbeitet. Knüsel, übrigens gebürtiger Kreuzlinger, betont:

Stiftungspräsident Niklaus Knüsel.

Stiftungspräsident Niklaus Knüsel.

(Bild: PD)
«Klar ist, dass wir in einer ersten Phase damit beginnen, die historischen Gebäude umzubauen und zu sanieren.»

Wegen der unter Denkmalschutz stehenden Bausubstanz sei das Unterfangen schon schwierig genug. Ausserdem gelte es, einen Investitionsstau von gut 20 Jahren wett zu machen.

Neubau auf dem Parkplatz muss warten

Der Entscheid, in mehreren Etappen zu bauen, sei mit der Coronakrise gefallen. Es habe sich gezeigt, dass es in der aktuellen Situation schwierig sei, noch mehr Stiftungsgelder zu generieren. Ein Erweiterungsbau auf dem grossen Parkplatz beim Dorfeingang sei aber nach wie vor das Ziel, sagt der Präsident. Bei diesem Hotel-Trakt gehe es darum, ein neues, kostenbewussteres Kundensegment anzusprechen.

Als Direktor der Häuser konnte die Stiftung den erfahrenen Gastronom Steffen Volk aus Ermatingen gewinnen, der zuletzt für das Hotel Feldbach in Steckborn tätig war. Es sei ideal, dass er die Neuausrichtung von Hotellerie und Gastronomie von Anfang an begleite, meint Knüsel. So sei er in alle Bauplanungen involviert und könne später dahinter stehen. Noch-Besitzerin Anita Bischler-Hummel werde Steffen Volk in den nächsten zwei Monaten in die Besonderheiten der Gottlieber Betriebe einführen und das Unternehmen dann Ende Juni 2020 verlassen.

Eröffnung im Frühling 2022

Der Stiftungsrat rechnet mit einer wirtschaftlichen Stabilisierung ab Sommer. Dann könnten auch die notwendigen Mittel für die zweite Phase des Projekts generiert werden können. Initiant Peter Lindt habe sich bereit erklärt, diese Aufgabe auch in Zukunft zu übernehmen. Gemeinsam mit Experten der Schweizerischen Hotelfachschule werden der neue Verwaltungsrat und die neue Geschäftsleitung eine baulich und betrieblich optimale Lösung zu Handen der Baukommission erarbeiten.

Ein Studienwettbewerb soll Ende Oktober abgeschlossen werden mit dem Ziel, im Frühling 2021 eine Baubewilligung vorliegen zu haben, um zur Saisoneröffnung an Ostern 2022 parat zu sein.

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