Die Salmsacher Bucht entwickelt sich zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt – nur der Badeplatz bleibt ein Sorgenkind

Die Gemeinde will den Bootsbesitzern mehr Komfort bieten und sucht einen Investor für ein Restaurant im alten Fabrikgebäude.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Die Bootsbesitzer sollen einen besseren Zugang zu den Schiffen erhalten.

Die Bootsbesitzer sollen einen besseren Zugang zu den Schiffen erhalten.

(Bild: Markus Schoch)

Bis vor wenigen Jahren war die Salmsacher Bucht vor allem ein Badeplatz, der seinen Namen nicht verdient. Denn ins Wasser zu steigen, ist dort meist ein gesundheitliches Risiko wegen der vielen Fäkalbakterien, die aus Kläranlagen und der Landwirtschaft in die Aach eingetragen werden und so in den Bodensee gelangen.

Mittlerweile ist die Wiese aber weit mehr als bloss ein Platz zum Sonnenbaden. Die Jurten zum Übernachten sind zwar bereits wieder weg. Dafür gibt es seit Mai 2018 einen Pumptrack, wo Velofahrer und Skater auf ihre Kosten kommen.

Der Begegnungsplatz soll zu einem Treffpunkt werden.

Der Begegnungsplatz soll zu einem Treffpunkt werden.

(Bild: Markus Schoch)

Und seit letztem Oktober darf sich die Bevölkerung gleich daneben an einem Begegnungsplatz mit Brunnen, Sitzgelegenheiten, Sonnensegel und einem Spielbereich erfreuen - ein Geschenk des EW Romanshorn aus Anlass des 150. Geburtstags der Genossenschaft. Die Altlasten hat die Gemeinde bereits vor über drei Jahren aus dem Boden geholt.

Es fehlt ein Investor für den Gastrobetrieb

Doch damit nicht genug. Es soll auch ein Restaurant in Betrieb gehen in einem Teil des ehemaligen Fabrikgebäudes direkt an der Aach, in dem Richard Neururer lange Jahre eine Brockestube betrieben hat. Auf Mitte des letzten Jahres kündigte ihm die Gemeinde den Vertrag, da sie die Räumlichkeiten teilweise selber nutzen will. Sowohl der Werkhof als auch die Hafenmieter hätten Bedarf, sagt Gemeindepräsident Martin Haas.

«Wir haben fixfertige Pläne.»

Was noch fehlt, ist ein Investor beziehungsweise Pächter für den Gastrobetrieb. Erst wenn sie jemanden hätten, lege die Gemeinde einen Kredit zum Umbau des Gebäudes vor, sagt Haas.

Die Gemeinde will das ehemalige Fabrikgebäude anders nutzen.

Die Gemeinde will das ehemalige Fabrikgebäude anders nutzen.

(Bild: Markus Schoch)

Falls sich niemand finden sollte, müssten sie allenfalls nochmals über die Bücher. «Als Alternative denkbar ist beispielsweise ein Kioskbetrieb», sagt Haas. Über Kosten könne er noch nichts sagen.

Gemeinde will den Hafen modernisieren

Hoffnungen machen dürfen sich auch die Bootsbesitzer, die in den letzten Jahren immer wieder gefordert hatten, bei der Entwicklung der Salmsacher Bucht dürften sie nicht vergessen werden. Die Gemeinde will die Infrastruktur des Hafens mit 50 Liege- und 50 Trockenplätzen in der Aachmündung modernisieren. «Wir präsentieren der Hafenkommission an der nächsten Sitzung unsere Vorschläge», sagt Haas.

Das Geld wäre auch dann gut angelegt, wenn die Aach auf den letzten Metern dereinst tatsächlich umgelegt werden sollte, wie das eine Studie der Gemeinde vor sechs Jahren empfahl.

Eine Studie schlägt vor, die Aach durch das Naturschutzgebiet auf Romanshorner Seite zu führen.

Eine Studie schlägt vor, die Aach durch das Naturschutzgebiet auf Romanshorner Seite zu führen.

(Bild: Markus Bösch)

Die Expertise schlägt vor, den Fluss durch das Naturschutzgebiet auf Romanshorner Seite zu führen, um die Selbstreinigungskräfte des Gewässers zu verbessern, das auch stark mit Pflanzenschutzmitteln aus dem Obstbau stark belastet ist, wie das Wasserforschungsinstitut Eawag in Dübendorf 2014 im Auftrag des Bundes festgestellt hat.

Der Kanton lässt auf sich warten

Die Boote in der Aach würden aber nicht plötzlich auf dem Trockenen liegen, falls die Pläne irgendwann noch Wirklichkeit werden sollten, sondern in einem Totarm schwimmen, sagt Haas. Doch ob es je so weit kommt, ist unklar. Haas sagt:

«Es tut sich noch immer nichts. Ich muss mal wieder in Frauenfeld nachfragen, wie der Stand der Dinge ist.»

Die Badegäste in der Bucht jedenfalls würde es freuen, wenn das Projekt umgesetzt würde. Denn es soll auch dafür sorgen, dass sie künftig ins Wasser steigen können, ohne befürchten zu müssen, krank zu werden.

Der Badeplatz in der Salmsacher Bucht ist ein idyllischer Ort.

Der Badeplatz in der Salmsacher Bucht ist ein idyllischer Ort.

(Bild: Markus Schoch)