Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Pilzkontrollstelle Erlen ist wieder doppelt besetzt

Heidi Ulrich teilt sich die verantwortungsvolle Arbeit nun mit Rolf Schulthess. Thomas Ledergerber hat sich altershalber zurückgezogen.
Hannelore Bruderer
Heidi Ulrich und Rolf Schulthess sammeln auf einer Wiese Pilze. (Bild: Hannelore Bruderer)

Heidi Ulrich und Rolf Schulthess sammeln auf einer Wiese Pilze. (Bild: Hannelore Bruderer)

Im Sommer und Herbst werden besonders viele Pilze gesammelt. Um die essbaren von den ungeniessbaren oder gar giftigen Exemplaren zu unterscheiden, braucht es viel Fachkenntnis und Erfahrung.

Vorsicht ist angebracht

«Jeder essbare Pilz hat einen giftigen Doppelgänger», gibt Kontrolleurin Heidi Ulrich zu bedenken. Sie warnt davor, Pilze anhand von Bildern im Internet zu bestimmen.

«Es reicht auch nicht, wenn man uns Fotos vom Sammelgut schickt. Aufgrund von Bildern erteilen wir keine Auskunft, denn eine Pilzsorte bestimmt man nicht nur aufgrund ihres Aussehens. Wichtige Kriterien sind auch die Beschaffenheit, der Geruch und der Geschmack.»

Bessere Erreichbarkeit

Heidi Ulrich ist seit dem Jahr 1986 als Pilzkontrolleurin tätig. «In einem Herbst gab es einmal besonders viele Pilze. Es interessierte mich, wie sie alle heissen. Also kaufte ich mir ein Buch und begann, Kurse zu besuchen», erzählt Heidi Ulrich.

Die Sulgerin aus Breitenloo war lange Zeit in Arbon als Kontrolleurin tätig, danach mit Thomas Ledergerber im AachThurLand und im Raum Amriswil. Ledergerber hat seine Tätigkeit als Kontrolleur altershalber beendet. «Es ist gut, dass wir für die Kontrolle seit Jahresbeginn wieder zu zweit und damit für die Pilzsammler besser erreichbar sind», sagt Heidi Ulrich.

Kurs, Prüfung und Weiterbildung

Wie alle anerkannten Pilzkontrolleure hat Rolf Schulthess, der in Biessenhofen zu Hause ist, den Ausbildungskurs der Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane (VABKO) besucht und eine Prüfung abgelegt.

«Schon mit meinen Eltern habe ich Pilze gesammelt. Später begann ich, mich vertieft mit der Materie zu befassen.» Auch nach bestandener Prüfung müsse man sich laufend weiterbilden, sagt Schulthess. Von der grossen Erfahrung seiner Kollegin Heidi Ulrich könne er profitieren.

Regional unterschiedliche Bestimmungen

Das Feld riesig ist. Allein in der Schweiz gibt es mehr als 5000 Pilzarten. Derzeit sind rund 100 essbare Pilze sind auf der Liste der VABKO freigegeben.

Die Pilze, die Ulrich und Schulthess kontrollieren, stammen nicht immer aus der Region. Das Sammeln ist in der Schweiz kantonal, manchmal sogar kommunal, geregelt. Zeitliche und mengenmässige Beschränkungen können variieren. Auch darauf muss man beim Pilzesuchen achten.

Kontrollschein für essbare Pilze

Kennt man eine Pilzsorte nicht, sollte man idealerweise ein altes und ein junges Exemplar mit dem ganzen Stiel, also nicht abgeschnitten, sondern herausgedreht, zur Kontrollstelle mitbringen. Die Kontrolleure sortieren nicht essbare Pilze aus und behalten sie zurück.

Für die essbaren Exemplare erhalten die Sammler einen Pilzkontrollschein, auf dem die Sorten mit Gewicht aufgeführt sind und ebenso Empfehlungen zur Verarbeitung und Zubereitung.

Auch erfahrene Pilzsammler würden die Kontrolle in Anspruch nehmen, berichtet Heidi Ulrich. «Einfach, um auf Nummer sicher zu gehen.» Während einige Pilze köstlich munden, verursachen andere Übelkeit und einige wirken sogar tödlich.

Zurückhaltung beim Pflücken

Jedoch auch bei den essbaren Speisepilzen finden die Kontrolleure zuweilen Exemplare, die schimmlig sind oder solche mit Wurmbefall, die aussortiert werden müssen. «Einige essbare Pilze, die nicht ganz einwandfrei sind, kann man dennoch verspeisen, wenn man beim Rüsten Teile wegschneidet», empfiehlt die Expertin.

Personen, die mit dem Pilzesuchen beginnen möchten, rät Rolf Schulthess, zuerst einen Kurs zu besuchen oder an einer Exkursion teilzunehmen. «Unerfahrene Sammler neigen nämlich oft dazu, gleich alles zu pflücken, was sie finden. Dabei sollte man immer nur gerade so viele Pilze einsammeln, wie man für eine Mahlzeit benötigt», erklärt der Kontrolleur.

Zuständig für elf Gemeinden

Die Pilzkontrolleure Heidi Ulrich und Rolf Schulthess sind für die Gemeinden Amriswil, Birwinken, Dozwil, Erlen, Hefenhofen, Hohentannen, Kesswil, Kradolf- Schönenberg, Langrickenbach, Sommeri und Sulgen zuständig. Kontrollen werden nach telefonischer Vereinbarung durchgeführt: Heidi Ulrich, 071 642 14 44 oder 079 885 14 50; Rolf Schulthess, 079 702 67 61. Die Pilzkontrolle ist für Sammler gratis. Die Kontrolleure werden von den elf Gemeinden entschädigt. (hab)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.