30 Spiele, 30 Siege - Kreuzlingens Handballer sind zurück in der NLB

Der HSC Kreuzlingen gewinnt am Wochenende auch das zweite Aufstiegsspiel gegen den HV Olten. Dank des 33:27-Heimsiegs kehren die Thurgauer erstmals seit 2014 wieder in die zweithöchste Spielklasse im Schweizer Handball zurück.

Matthias Hafen
Drucken
Teilen
Die Kreuzlinger 1.-Liga-Handballer lassen sich von ihrem Publikum feiern. Über 1000 Zuschauer trugen die Mannschaft im zweiten Aufstiegsspiel zum Sieg. (Bild: Andrea Stalder)

Die Kreuzlinger 1.-Liga-Handballer lassen sich von ihrem Publikum feiern. Über 1000 Zuschauer trugen die Mannschaft im zweiten Aufstiegsspiel zum Sieg. (Bild: Andrea Stalder)

Es war die perfekte 1.-Liga-Saison für den HSC Kreuzlingen. Vom ersten Spiel Anfang September bis zum letzten am vergangenen Samstag gewannen die Thurgauer alle Begegnungen. Am Schluss eines Jahres, in dem der HSCK den Aufstieg mit Nachdruck anstrebte, standen 30 Siege und keine einzige Niederlage zu Buche. Mehr kann man eine Meisterschaft nicht dominieren.

Vorsprung in der Startphase bereits verspielt

Doch der letzte Schritt, die Aufstiegsspiele gegen den HV Olten, wurden für die favorisierten Kreuzlinger zur ganz grossen Herausforderung. Schon beim Auswärtsspiel wehte dem HSCK ein eisiger Wind entgegen. Am Ende setzten sich die Ostgruppen-Ersten gegen den Westgruppen-Zweiten mit einem Tor Unterschied durch (26:25). Den knappen Vorsprung hatte Kreuzlingen im Rückspiel am Samstag schon in der Startphase verspielt.

David Fricker (am Ball) bezwingt Oltens Goalie ein weiteres Mal. Insgesamt gelangen dem Kreuzlinger acht Treffer. (Bild: Andrea Stalder)

David Fricker (am Ball) bezwingt Oltens Goalie ein weiteres Mal. Insgesamt gelangen dem Kreuzlinger acht Treffer. (Bild: Andrea Stalder)

Olten zeigte nochmals, dass es ein ebenso würdiger Aufsteiger in die NLB gewesen wäre. Die aufgeheizte Stimmung in der mit über 1000 Zuschauern besetzten Sporthalle Egelsee drehte aber kurz vor der Pause. Der HSCK nutzte eine kurze Schwächephase der Gäste aus, um das Skore zu seinen Gunsten zu wenden. In dieser Phase haderten die Solothurner sowohl mit den Schiedsrichterentscheiden, vor allem aber mit der nicht richtig funktionierenden Anzeigetafel, die immer wieder für Verwirrung sorgte. Dabei hatten die Kreuzlinger vor Spielbeginn mit einer Nationalliga-würdigen Lasershow gezeigt, dass sie die Technik eigentlich im Griff hätten.

Trainer Keller: «In jeder Situation eine Lösung gefunden»

Getragen vom fantastischen Publikum liessen sich die Thurgauer die knappe Führung zur Pause (15:13) in der zweiten Halbzeit nicht mehr nehmen und gewannen auch das zweite Aufstiegsspiel, diesmal mit 33:27.

Während Oltens Trainer Hanspeter Arnold Tränen der Enttäuschung vergoss, freute sich Kreuzlingens Marcel Keller ob des Erreichten: «Wir standen auch in dieser perfekten Saison immer wieder vor schwierigen Situationen. Aber am Schluss haben wir als Team für alles eine Lösung gefunden.» Für den Trainer und die Teamverantwortlichen gibt es zudem weitere gute Neuigkeiten. Das Kreuzlinger Aufstiegskader wird grossmehrheitlich zusammenbleiben und im Hinblick auf die im September beginnende NLB-Saison 2019/20 punktuell verstärkt.

SC Frauenfeld verpasst Aufstieg gegen Chênois

Frauenfelds 1.-Liga-Handballer verloren auch das zweite Aufstiegsspiel gegen Chênois Genf. Nach der 27:35-Heimniederlage resultierte für den Ostgruppen-Zweiten am Samstag in Thônex ein 25:29. In der ersten Halbzeit waren die Genfer, Sieger der Westgruppe, aggressiver und dominierten das Spiel (15:9). Nach der Pause konnten die Frauenfelder aber aufdrehen. Der Aussenseiter aus dem Thurgau steigerte sich nochmals deutlich und schloss damit eine für ihn sehr gute Saison würdevoll ab. (red)

Interview

HSC Kreuzlingen vor aussergewöhnlich erfolgreichem Saisonfinale: «Wir sind parat für den Doppelaufstieg»

Auf einen Schlag kann der HSC Kreuzlingen zu einer treibenden Kraft in der Handball-Nationalliga werden. Den Frauen ist der Wiederaufstieg in die NLA nach dem Heimsieg gegen GC Amicitia Zürich kaum mehr zu nehmen und die Männer stehen kurz vor der Promotion in die NLB. Präsident Patrick Müller spricht im Interview über neue Herausforderungen und die Vision eines kantonalen Projekts.
Matthias Hafen