Die neuen Ziele der Kreuzlinger Exekutive sind sehr grün

Der Kreuzlinger Stadtrat präsentiert sein Legislaturprogramm für die nächsten vier Jahre.

Urs Brüschweiler
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In einem Wort: Die fünf Stadträte notierten für das Foto einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. (Bilder: Andrea Stalder)

In einem Wort: Die fünf Stadträte notierten für das Foto einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. (Bilder: Andrea Stalder)

Sie rufen nicht den Klimanotstand aus, wie die Nachbarn aus Konstanz. Aber auch die Stadt Kreuzlingen schreibt sich Umweltbewusstsein auf ihre Fahnen. Zumindest in der Form als einer von fünf Schwerpunkten im Legislaturprogramm 2019 bis 2023, welches der Stadtrat am Dienstagnachmittag präsentierte.

Nachdem der Neue in der fünfköpfigen Stadtregierung, Markus Brüllmann, im Juni sein Amt angetreten hatte, zog sich die Behörde zur zweitägigen Klausur zurück und brütete mit ihren Abteilungsleitern, was sie in den kommenden vier Jahren anpacken oder aufgleisen sollen.

Kein Hochglanzheft sondern eine Micro-Site

Entstanden ist dabei kein Hochglanzheft mit den Zielen, sondern eine Website. «Der Umwelt zuliebe», wie Stadtpräsident Thomas Niederberger erklärte. Man wolle hier gleich mit gutem Beispiel vorangehen und das Legislaturprogramm, welches die Stadt auch moderner machen soll, digital präsentieren.

Die sogenannte Micro-Site werde auch Transparenz ermöglichen, bezüglich der selbst auferlegten Ziele des Stadtrats: Punkte, die noch pendent seien, werden dort weiss markiert, was in Arbeit ist orange und alles, was schon umgesetzt wurde, erhält einen grünen Haken.

Auch einen Leitspruch hat sich die Exekutive gegeben. Die Frage: «Was können wir für Sie tun?» – wird ergänzt mit dem Versprechen:

«Das werden wir für Sie tun!»

In der angelaufenen Legislaturperiode setzt man neben «Natur, Umwelt und Energie» auf folgende vier Schwerpunkte: «Langsamverkehr & Öffentlicher Verkehr», «Stadtentwicklung», Gesellschaft & Gesundheit» und «Finanzen und Dienstleistung». Der Stadtpräsident sagt: «Das Programm hat viel Substanz. Wir freuen uns jetzt auf die Umsetzung.»

www.legislaturprogramm.kreuzlingen.ch

«Kulturzentrum»

Dorena Raggenbass Departement Gesellschaft Stadträtin (parteilos)

Dorena Raggenbass Departement Gesellschaft Stadträtin (parteilos)

Die dienstälteste Stadträtin möchte unbedingt das Kulturzentrum im Schiesser-Areal weiterentwickeln. Eine Machbarkeitsstudie liegt jetzt vor. Im Frühjahr soll der Gemeinderat über einen Projektierungskredit befinden und 2021 das Volk abstimmen. Raggenbass strebt das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» an. Mit dem Egelsee-Ausbau soll das Sportstättenkonzept angepasst und das Anlagen-Management professionalisiert werden.

«Alterskonzept»

Markus Brüllmann Departement Soziales Stadtrat (SP)

Markus Brüllmann
Departement Soziales
Stadtrat (SP)

Der Neue in der Behörde will seine Energie in die Umsetzung des Alterskonzepts stecken. Der Aufbau einer neutralen Anlaufstelle für Altersfragen, betreut durch eine Fachperson, schwebt Brüllmann vor, das «Dienstleistungsnetzwerk Kreuzlingen». Aufsuchende Altersarbeit lautet das Stichwort. Ein Dorn im Auge ist ihm die schwarze Liste für Kinder von säumigen Krankenkassenprämienzahlern. Er will mehr in Prävention investieren, etwa in Budgetberatungen.

«Smart City»

Thomas Niederberger Departement Präsidium Stadtpräsident (FDP)

Thomas Niederberger Departement Präsidium Stadtpräsident (FDP)

Der Stadtpräsident möchte Kreuzlingen zur Smart City entwickeln. Im kommenden Jahr will Niederberger eine Strategie dazu definieren und geeignete Handlungsfelder definieren. Wirtschaft und Tourismus sollen unterstützt werden, eine Plattform für Start-ups schwebt ihm vor. Sein Anliegen ist, dass Kreuzlingen als attraktiver Bildungsstandort sichtbarer wird. Eine Intensivierung der Kontaktpflege mit den Institutionen hat er sich vorgenommen.

«Langsamverkehr»

Ernst Zülle Departement Bau Vize-Stadtpräsident (CVP)

Ernst Zülle
Departement Bau
Vize-Stadtpräsident (CVP)

«Ein grosser Wurf» werde die Ortsplanungsrevision werden, verspricht der Vizestadtpräsident. Zülle will sie bis Mitte der Legislatur abschliessen und so Planungssicherheit für Bauherren und Architekten schaffen. Zahlreiche Projekte hat er am Start für Velofahrer und Stadtbusnutzer. Vor allem für sie will er die Infrastruktur verbessern. Aber auch zahlreiche Strassen im Zentrum Kreuzlingens möchte er aufwerten durch eine Neugestaltung.

«Sicherheit»

Thomas BeringerDepartement DiensteStadtrat (EVP)

Thomas Beringer
Departement Dienste
Stadtrat (EVP)

Er muss als verantwortlicher Stadtrat für die Technischen Betriebe die Versorgung sicherstellen. Beringer legt Wert darauf, dass die Erneuerung der Infrastruktur auch künftig finanziert werden kann. Mit Biogas aus Tägerwilen und Fotovoltaik-Anlagen auf Kreuzlinger Dächern setzt er zudem auf die Farbe grün. Damit sich jeder Bürger sicher fühlt, will er die sehr gute Zusammenarbeit mit den bewährten Organisationen fortführen.