Die neuen Kunden heissen Faisal und Ibrahim: Kaffeebecher aus Kradolf sind in Saudi-Arabien begehrte Artikel

Kathrin Ritzi-Schaufelberger hat mit ihrer Keramik auf Instagram das Interesse saudischer Geschäftsleute geweckt. Innerhalb von drei Wochen produzierte sie 150 Becher für den neuen Markt.

Georg Stelzner
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Kathrin Ritzi-Schaufelberger in ihrer Porzellantöpferei in Kradolf.

Kathrin Ritzi-Schaufelberger in ihrer Porzellantöpferei in Kradolf.

Bild: Andrea Stalder (19.August 2020)

Das vom Islam wahhabitischer Ausrichtung geprägte Königreich auf der arabischen Halbinsel gehörte bis vor kurzem nicht zu den prioritären Interessen von Kathrin Ritzi.

Kontakt dank Instagram

Das ist seit Juli anders. Da nahm Faisal Al Suhaim, ein Geschäftsmann aus Riad, Kontakt mit der in Kradolf arbeitenden Keramikerin auf. Er war auf Instagram auf die Produkte von Kathrin Ritzi aufmerksam geworden, hatte Gefallen daran gefunden und für seinen Kaffeezubehörladen umgehend die grösstmögliche Menge an Tassen bestellt.

Dasselbe hat inzwischen auch der saudische Onlinehändler Ahmad Ibrahim getan. Und in den Vereinigten Arabischen Emiraten besteht inzwischen ebenfalls Interesse an der Keramik, die auf dem Teigi-Areal entsteht.

Becher von Kathrin Ritzi-Schaufelberger.

Becher von Kathrin Ritzi-Schaufelberger.

Bild: Andrea Stalder (19.August 2020)

Kultureller Austausch

«Ich habe begonnen, mich über Saudi-Arabien zu informieren», sagt Kathrin Ritzi – wissend, dass diese Monarchie kein Hort der Demokratie und Menschenrechte ist. Sie differenziert aber zwischen dem Regime und den Menschen.

Ihr imponiert, dass sich Faisal Al Suhaim für die Schweiz, den Thurgau und selbst für die Gemeinde Kradolf-Schönenberg sehr interessiert. «So kommt es zu einem kulturellen Austausch, was mir sehr wichtig ist.»

Dieser Kunde setze auf Swissness, weshalb sie für ihn spezielle Serien von Kaffeebechern mit den Bezeichnungen Schneeschmelze, Gletscher und Thurgau hergestellt habe. «Es würde mich sehr reizen, einmal in Saudi-Arabien zu arbeiten, wo die Keramik dank der Beduinen eine grosse Tradition hat», sagt Kathrin Ritzi.

Lockdown sinnvoll genutzt

Aus der Not in Gestalt des Lockdowns, als plötzlich alles still stand und sämtliche Ausstellungen wegen der Coronapandemie abgesagt wurden, haben Kathrin Ritzi und drei Kolleginnen eine Tugend gemacht.

«Wir haben die Zeit genutzt und unseren Arbeitsplatz aufgeräumt, die vorhandenen Materialien geordnet und die Restbestände zu ganz neuen Produkten verarbeitet», erklärt die Keramikerin. Ein lohnendes Unterfangen, wie ein Blick auf die vielen kleinen Vasen, welche auf diese Weise entstanden sind, zeigt.

Dreitägige Ausstellung

In der am Freitag, 21. August, beginnenden und bis Sonntag, 23. August, dauernden Ausstellung zeigt das Quartett, was aus der Idee des sinnvollen, produktiven Aufräumens alles geworden ist.

Zu Gast in der Porzellantöpferei an der Ruhbergstrasse in Kradolf sind die Handweberin Silvia Kuster aus Benken, Christine Läubli aus Winterthur mit Textilkunst und gestickten Figuren sowie Kathlen Weber aus Mauren mit Figuren aus Holz und Ton.

Die Ausstellung «Aufräumen» ist vom 21. bis 23. August, jeweils von 13 bis 18 Uhr, geöffnet. Adresse: Ruhbergstrasse 2 in Kradolf. Informationen über Kathrin Ritzi-Schaufelberger: Instagram @ritziporzellan, www.ritziporzellan.ch; Kontakt: kathrin@ritziporzellan.ch