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Die Münsterlinger Klosterkirche soll auch mit dem Rollstuhl erreichbar sein

Die Katholische Kirchgemeinde unternimmt einen neuen Anlauf, um einen barrierefreien Zugang zur Klosterkirche zu schaffen. Dieser soll durch das Kantonsspital führen.
Nicole D’Orazio
Sie arbeiten an einem barrierefreien Zugang in die Klosterkirche Münsterlingen: Markus Gmünder, Hugo Bertet und Marc Derungs. Hinter dieser Bank soll eine Rampe realisiert werden. (Bild: Andrea Stalder)

Sie arbeiten an einem barrierefreien Zugang in die Klosterkirche Münsterlingen: Markus Gmünder, Hugo Bertet und Marc Derungs. Hinter dieser Bank soll eine Rampe realisiert werden. (Bild: Andrea Stalder)

Behinderte haben es hier schwer. Die Klosterkirche Münsterlingen verfügt über keinen barrierefreien Zugang. «Menschen im Rollstuhl oder mit einer Gehbehinderung kommen schon gar nicht mehr hierher, was natürlich sehr schade und eigentlich inakzeptabel ist», sagt Marc Derungs, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Altnau-Münsterlingen-Güttingen. Schon seit Jahren sucht die Kirchgemeinde nach einer Lösung. Ohne Erfolg.

«Da die Klosterkirche unter Bundes-Denkmalschutz steht, ist es uns nicht gestattet, im Bereich der Eingangstreppe Rampen zu realisieren», erzählt Markus Gmünder, früherer Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Münsterlingen und heute Vorstandsmitglied in der neuen, fusionierten Kirchgemeinde. «Auch ein Treppenlift ist keine Lösung.» Nach der Fusion hätte die Vorsteherschaft beschlossen, das Projekt nochmals anzugehen – mit Hochdruck, ergänzt Präsident Derungs.

Wand zwischen Spital und Kirche wird durchbrochen

Die einzige Möglichkeit, den Behinderten einen Zugang zur Kirche zu ermöglichen, ist laut den Verantwortlichen nur übers Kantonsspital möglich. Sie haben dafür Hugo Bertet, pensionierter Architekt und ehemaliges Mitglied der Kirchenvorsteherschaft, mit ins Boot geholt. Er berät die Vorsteherschaft und hilft, einen Vorschlag auszuarbeiten.

«Es war angedacht, dass Rollstuhlfahrer über den Klostergarten und eine Rampe in den angrenzenden Teil des Kantonsspitals gelangen», erklärt Bertet. Zwischen den Räumen des Spitals und der Kirche würde man eine Wand durchbrechen, Türen verbreitern und eine Rampe in den öffentlich zugänglichen Teil der Kirche realisieren. «Das Projekt würde die Gemeinde wohl gegen eine Viertelmillion Franken kosten. Die Pflästerung im Klostergarten müsste abgetragen und erneuert werden, da diese zu uneben und zu steil ist.»

«Mittlerweile sind wir wegen der hohen Kosten von diesem Projekt teilweise abgewichen, obwohl wir ein Baugesuch eingereicht hatten, das bis Ende Juni aufgelegen ist», sagt Marc Derungs.

Neue Idee führt über den Haupteingang

Der Kanton plant 2020 eine barrierefreie Passerelle von der Bahnhaltestelle des Spitals über die Hauptstrasse mit einem Serpentinenweg zum Haupteingang. «Die Kirchgemeinde stellt das Land westlich des Begegnungsraumes für den Weg unentgeltlich zur Verfügung, sofern die Versammlung und der Kirchenrat zustimmen. Deswegen favorisieren wir nun diese Variante.» Ein Vorteil sei zudem, dass das Spital so einen Untersuchungsraum nicht für den Zugang vom Klostergarten her hergeben müsste. «Eine Win-Win-Situation».

Ursprünglich sei das Ziel gewesen, an der Kirchgemeindeversammlung Ende November einen Kredit vorzulegen. «Da wir nun das Projekt nochmals ändern, wird das wohl zu knapp», sagt Derungs. Aber man wolle nun nicht pressieren, sondern die beste Lösung ausarbeiten. «Auch wenn es nochmals mehr Zeit braucht.»

Das Spital will seinen Beitrag leisten

Das Kantonsspital Münsterlingen unterstützt die katholische Kirchgemeinde. «In denkmalgeschützten Räumen ist es besonders anspruchsvoll, Lösungen zu finden, welche den Bedürfnissen der mobilitätseingeschränkten Menschen, des Betriebes, der Sicherheit sowie den architektonischen und denkmalpflegerischen Bedürfnissen gerecht werden», sagt Spitaldirektor Stephan Kunz auf Anfrage. «Wir haben gemeinsam nach Lösungen gesucht, welche all diesen Anforderungen bestmöglich gerecht werden.» Seitens des Spitals müsse man ein paar Opfer bringen, um den Zugang zu ermöglichen, meint Kunz. «Weil wir aber sehen, dass diese Lösung die bestmögliche ist, wollen wir unseren Beitrag dazu leisten.» Zudem könnten dann auch Patienten die Kirche barrierefrei erreichen. «Tatsächlich sind wir seitens Spitals auch froh, dass die katholische Kirche uns erlaubt, einen Fussweg über ihr Grundeigentum zu führen, um einen barrierefreien Weg von der geplanten Fussgängerverbindung zwischen der Bahnhaltestelle und dem Haupteingang zu ermöglichen.»

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