«Die Menschen hier sind wie eine Familie für mich»: Das Open Place Kreuzlingen hat wieder geöffnet

Wegen der Coronapandemie musste das Open Place bei der Kirche Kurzrickenbach schliessen. Endlich können die Gäste wieder vor Ort erscheinen - und sie geniessen es.

Stefan Böker
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Das Open Place hat wieder geöffnet.

Das Open Place hat wieder geöffnet.

Bild: Stefan Böker (Kreuzlingen, 20. Mai 2020)

Irgendwie ist alles anders. Aber eigentlich doch wie immer. Im Open Place bei der Kirche Kurzrickenbach haben Pfarrer Damian Brot und sein Team den Betrieb wieder aufgenommen. Auf dem Kies im Innenhof laden bunte Caféhaustische zum Verweilen ein, Sonnenschirme spenden Schatten und die Gäste strahlen mit der Sonne um die Wette.

Die Tische werden neuerdings bedient und Formulare liegen bereit, in welche die Gäste ihre Kontaktdaten eintragen können – das entspricht den Sicherheitsvorschriften gegen Corona.

Normalerweise ist Selbstbedienung im Haus Weisser, momentan dürfen jedoch maximal vier Personen zusammen sitzen. Der fröhlichen Atmosphäre tut das keinen Abbruch: Es herrscht Plauderstimmung, die Gäste haben sich lange nicht mehr gesehen und sind sichtlich erfreut, wieder ihren geschätzten Treffpunkt nutzen zu dürfen.

Es gibt immer einen Weg, sich zu verständigen

Serpil El’Outah flitzt zwischen den Tischen hin und her, um Kaffee und Getränke zu servieren. Sie ist seit zwei Jahren regelmässig Gast, im Café hilft sie das erste Mal. «Ich wurde von Beginn an akzeptiert und habe hier viele Menschen kennengelernt», sagt sie. Nazmije Dauti ist mit Töchterchen Melina gekommen. Sie findet es toll, so viele verschiedene Menschen zu treffen.

«Vom Baby bis zum Opa sind alle Altersschichten vertreten. Und viele Nationalitäten. Selbst wenn jemand kein Schweizerdeutsch kann, finden wir immer einen Weg, uns zu verstehen.»

Auch während des Corona-Lockdowns ist das Open Place nicht stillgestanden. Mit Telefon, Internet und Videokonferenzen hielt das Team den Kontakt aufrecht. «Das fand ich super und es hat mir sehr geholfen», gesteht Rolf Leutenegger. Als trockener Alkoholiker sei es eine schwere Zeit für ihn gewesen. «Allein hätte ich das nicht geschafft.» Auch er hilft heute im Service mit.

Frodo, das Open-Place-Maskottchen

Plötzlich wird es lauter: Pina Weber und ihr Hund Frodo sind mit grossem Hallo angekommen. Frodo ist so etwas wie das Maskottchen im Open Place und kriegt sofort ein Leckerli. «Ich komme seit fünf Jahren hier her und freue mich mega, dass es nun wieder los geht», sagt Pina Weber. Auch Brigitte Soller ist schon lange Gast. Im Haus Weisser hängt eine Fotografie der quirligen Seniorin. «Die Menschen hier sind für mich wie eine Familie», sagt sie fröhlich.

«Am liebsten würde ich alle umarmen.»

Pfarrer Damian Brot und die Teammitglieder Ron Neely und Silvia Napo freuen sich über das Feedback. «Das motiviert uns sehr», sagt Pfarrer Brot.

Silvia Napo, Pfarrer Damian Bot und Ron Neely betreiben das Open Place bei der Kirche Kurzrickenbach.

Silvia Napo, Pfarrer Damian Bot und Ron Neely betreiben das Open Place bei der Kirche Kurzrickenbach.

Bild: Stefan Böker (Kreuzlingen, 20. mai 2020)